Als Kenner historischer Tasteninstrumente hoch geschätzt: Der Organist und Cembalist Peter Waldner aus Innsbruck.
"Aus der Seele muss man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel“. Dass dieser Ausspruch Carl Philipp Emanuel Bachs sich nicht ohne Grund unten auf der Website von Peter Waldner findet, wird der bestätigen, der den Cembalisten und Organisten aus Innsbruck am Sonntag an Altenbruchs historischer Klapmeyer-Orgel hörte. Mitreißend im Spiel wie in der Wahl der Klangfarben - so gestaltete der absolute Kenner und Könner Alter Musik den Auftakt zum „Internationalen Orgelsommer 2019 Altenbruch und Lüdingworth“. Mit Kostproben englischer Renaissance- und Barockmusik, von Edward Johnson und John Bull, mit der „Daphne“ eines Anonymus und der Battaglia von José Ximénez bot Peter Waldner seinen Zuhörern in St. Nicolai Altenbruch einen eher ungewohnten Einstieg. Doch der zeigt auf Anhieb, auf welch weitem Feld sich dieser Interpret bewegt. Dass er in dieser Musik ebenso zuhause ist wie in der Musik eines Heinrich Scheidemann, Georg Muffat, Johann Gottfried Walther und Johann Sebastian Bach - daran lässt er überhaupt keinen Zweifel. Waldner, profunder und gefragter Kenner historischer Tasteninstrumente, als Cembalist, Clavichordspieler und Virginalist in namhaften französischen, italienischen und spanischen Ensembles Alter Musik gleichermaßen geschätzt, verweist mit seinen Werkinterpretationen zugleich auf die so unterschiedlichen Schattierungen und die intensiven gegenseitigen Beeinflussungen. In Samuel Scheidts Variationen über „The King of Denmark His Galliard“ von John Dowland sind es die perlenden Läufe, in Georg Muffats „Toccata quinta“ ist es das Glanzvolle und in Johann Gottfried Walthers „Concerto del Sign.r Taglietti“ das Beschwingt-Kraftvolle, das Waldner herauskristallisiert. Was sich da musikalisch abspielt, ist ungemein lebendig, ohne jeden Anschein von Musealem. Es hat Farbe, etwas unverkennbar Südliches und seinen jeweils ganz eigenen Charakter. Peter Waldner, seit mehr als drei Jahrzehnten Organist an der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck und Gründer des Tiroler Ensembles für Alte Musik „vita & anima“, ist begeistert von Altenbruchs Klapmeyer-Orgel, von ihren Klangfarben und den Möglichkeiten der reizvollsten Register-Kombinationen. Sie eröffnen ihm, wie er am Rande des Konzertes sagt, „wieder ganz neue Blicke“ auf die einzelnen Stücke. Als Ensemble-Musiker fasziniert ihn der Consort-Charakter mancher Register des Instruments. Und als konzertierender Organist ist es das Norddeutsche an der Orgel, das ihn reizt. Bei seinen unmittelbar bevorstehenden Konzertterminen in Dänemark wird er es allerdings mit noch nördlicheren Instrumenten zu tun haben. Dass er, wie in Helsingør, „an Buxtehudes zweiter Orgel“ konzertiert, erfüllt ihn mit Freude und Stolz, so gesteht er unumwunden zu. Und natürlich spielt er dort Werke von Dieterich Buxtehude. Ein anderes Mal vielleicht dann auch auf der Wilde-Schnitger-Orgel in Lüdingworth, die in den Tagen seines Cuxhaven-Aufenthalts ebenfalls sein Interesse geweckt hat. In Altenbruch verabschiedete sich der gebürtige Südtiroler mit einem fulminanten, kraftvollen Bach, mit der Toccata und Fuga in d-Moll BWV 565. Johann Sebastian Bachs Orgel- und Cembalowerk ist seit vielen Jahren der andere Schwerpunkt der Interpretationen Peter Waldners. Ihm hat er mehrere Konzertzyklen und CD-Einspielungen gewidmet.
Ilse Cordes - Cuxhavener Nachrichten
Klaus-Bernd Heer - Münchner Merkur - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt
Moni Brüggeler - Kronenzeitung
Erna Cuesta - Kronenzeitung
Chor Tirol - Zeitschrift des Tiroler Sängerbundes
Daniela di Pilla - Der Vinschger
Patrick Staeger - L’Omnibus
Er kam zum Studium und blieb auch wegen der Musik – Kirchenmusiker Peter Waldner.
Innsbruck – Eigentlich kam der gebürtige Südtiroler Peter Waldner lediglich zum Studium der Germanistik und Musikwissenschaft nach Innsbruck. Er blieb aber und feiert am 17. Juni mit einem Festkonzert in Mariahilf sein 30-Jahr-Jubiläum als Kirchenmusiker und künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Innsbrucker Abendmusik“.
Ganz überraschend ist es nicht, dass der aus Mals stammende Waldner in der Tiroler Landeshauptstadt im Stadtteil Mariahilf sesshaft wurde. Denn Innsbruck ist seit jeher ein sehr gutes Pflaster für die „Alte Musik“. Auch dass er bald nach seiner Ankunft, 1993, eine Stelle als Dozent am Tiroler Landeskonservatorium erhielt, band ihn längerfristig an diesen Ort.
Damals jedoch, 1986, zog ihn ursprünglich die gerade eben fertig gestellte Orgel in der barocken Kirche in Mariahilf an. Eben jene bot eine gute Gelegenheit für den Orgel-, Klavier- und Cembalostudenten, um sich Barockmusik im barocken Rahmen zu erarbeiten und zu üben. Bald darauf entstand die Konzertreihe „Innsbrucker Abendmusik“ aus der Intention heraus, Barockmusik in akustisch und atmosphärisch adäquatem Umfeld darzubieten. Dass es zu dieser Zeit laut Waldner schwierig bis unmöglich für junge heimische Musiker war, bei den zu dieser Zeit schon bestehenden „Innsbrucker Festwochen der Alten Musik“ zu spielen, gab einen weiteren Anstoß zur Initiierung.
Dem Ort Mariahilf blieb er stets treu – ob als Organist, Cembalist, Fortepiano-Spieler, Chor- und Ensembleleiter, konzertierender Musiker, bei den Vorbereitungen seiner CD-Aufnahmen oder als künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“, deren im Jahr 2000 gegründeter Trägerverein hier nach wie vor seinen Sitz hat. „Das alles hilft mir dabei, am Boden zu bleiben“, sagt Waldner über seine vielfältigen Aufgaben und Rollen. „Als Kirchenmusiker bin ich außerdem in konkrete Abläufe und Lebensbewegungen eingebunden“, spricht Waldner weiters etwa die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten, Beerdigungen und Hochzeiten an. Letztlich aber sei „kreatives Gestalten“ das, was er anstrebe.
Eben diesem „kreativen Gestalten“ hat er in zahlreichen Konzerten als freischaffender Berufsmusiker in ganz Europa Ausdruck verliehen. Ebenso wichtig ist ihm aber augenscheinlich nach wie vor seine Unterrichtstätigkeit und die Arbeit mit jungen Menschen, die er für den Musikerberuf ausbildet. „Beide Bereiche stehen in einem engen Verhältnis und dienen mir als Inspiration für meine eigene Weiterentwicklung und Konzerttätigkeit“, meint Waldner dazu.
Er scheint jedenfalls die für ihn richtige Balance gefunden zu haben. Er ist Dozent, Kirchenmusiker, nach wie vor künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“ und nicht zuletzt freiberuflicher Musiker. Er wirkt entspannt und zufrieden mit seinem bisherigen Lebenswerk und seinem derzeitigen Berufsleben.
Markus Stegmayr - Tiroler Tageszeitung
Wenn das Prokulus Museum gefüllt ist mit vielen Kindern und Erwachsenen, die atemlos und in gespannter Stille „Alter Musik“ lauschen, ist ein besonderes Musikerlebnis gelungen. Dies konnten der renommierte Musiker Peter Waldner und Verena Wolf am Muttertag und internationalen Museumstag am 13. Mai für sich verbuchen. Ihr Konzept eines originellen Kinderprojekts ist sehr erfolgreich aufgegangen.
Es zeigte sich bald, dass sich sehr viele Familien angesprochen fühlten von dem eigens als für sie geeigneten Konzert beworbenen Programm.
Das Familienprojekt „Der Kaiser, der Musik liebte - Kaiser Maximilian I. und die Musik seiner Zeit“ entführte das Publikum in die Zeit des berühmten Habsburgers und Kaisers Maximilian I., und zeigte Musik der frühen Renaissance.
Das Mittanzen und Testen der „alten“ Instrumente bereitete den Kindern besonders großes Vergnügen.
Der Applaus am Ende zeigte, dass diese Konzertform bei den jungen Zuhörern sehr gut angekommen ist. Auf die Fortführung eines solchen familiengerechten Formats freuen sich, dies war beim Hinausgehen vielfach zu hören, schon heute viele der Konzertbesucher.
Prokulus Museum Naturns
Ina Wagner - Emder Zeitung
Dirk Diekmann - Kronenzeitung
Im Fokus des 5. Saisonkonzerts der „Innsbrucker Abendmusik“ am Sonntagabend im Canisianum standen eine Jakob-Stainer-Geige aus den Beständen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum und Musik von Johann Sebastian Bach. Es musizierten die bulgarische Geigerin Plamena Nikitassova und der Tiroler Cembalist Peter Waldner.
Der Absamer Jakob Stainer (1619–1683) zählte zu den berühmtesten Geigenbauern seiner Zeit. Auch Bach besaß eine Stainer-Violine; sie wird in seinem Nachlassinventar sogar als erste einer Reihe von Geigen angeführt. Plamena Nikitassova, eine ausgewiesene Expertin für Alte Musik, konnte eindrucksvoll vorführen, weshalb man Stainers Geigen so sehr schätzte: Ihr Ton ist schlank, fast kokett, jubilierend in der Höhe und sehr feinsinnig. Peter Waldner musizierte auf einem voll klingenden Cembalo von Jürgen Ammer, das gegenüber der Stainer-Violine zeitweise werkbedingt eine Spur zu laut wirkte, besonders bei Bachs Sonate für Violine und Cembalo in c-Moll (BWV 1017), da hier am Cembalo weitgehend Begleitfiguren ausgeführt werden. Die Balance passte aber ohne Zweifel bei jenen Werken, in denen Komplexität, polyphone Vernetzung und harmonische Kühnheit überwiegen – so bei den Violinsonaten in E-Dur (BWV 1016) und G-Dur (BWV 1019). Im vielschichten Miteinander und musikalischen „Concertare“ stimmten Nikitassova und Waldner perfekt überein, ergänzten sich, spornten einander an und glänzten.
Das Konzert war vom kurz zuvor erfolgten Tod des Vaters der Geigerin überschattet, weshalb es Plamena Nikitassova hoch anzurechnen ist, dass sie überhaupt konzertierte. Für eine Darbietung der angekündigten Violin-Solosonate BWV 1005 jedoch sah sie sich außerstande, weshalb Peter Waldner für sie einsprang und Bachs Sonata in d-Moll (BWV 964) für Tasteninstrument in einer Transkription des Bach-Sohnes Wilhelm Friedemann Bach zum Besten gab. Hier (wie zuvor auch im solistischen Cembalo-Adagio in G-Dur) bewies Waldner einmal mehr seine Exzellenz am Instrument. Die Ausführung der „Fuga“ im schnellen Allegro, aber auch des Schlussatzes, geriet zu einer Demonstration cembalistischer Kunstfertigkeit. Waldner spielt akzentuiert, intelligent, stets im richtigen Flow der Musik und kalkuliert risikofreudig. Bewundernswert ist seine Ausdauer selbst in den extremsten polyphonen Verstrickungen, auch in hohem Tempo. Ein bemerkenswerter Beitrag des künstlerischen Leiters der „Innsbrucker Abendmusik“!
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
INNSBRUCK, AUSTRIA - It was a picture perfect Sunday evening in Innsbruck. Perfect, in fact, to take in not one, but two concerts at the Innsbruck Early Music Festival.
The venue for the first was the ornate Riesensaal in the Hofburg where three grand chandeliers illuminated the large, rectangular room, its walls decked out with portraits, large and small, of members of the Empire's ruling family.
Perfect for the Vienna-based Cinquecento a capella vocal sextet's programme celebrating music from the era of Ferdinand II, this year marking the 450th anniversary of his accession.
There was only one problem. One of the members of Cinquecento was indisposed. So, their programme had to be adjusted to fit the number of members on hand.
What transpired was an evening of absolutely gorgeous Renaissance polyphonic music that touched the soul.
The programme was built around the age old liturgical hymn, "Christ ist erstanden," and a mass setting (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei) of said hymn by Jacob Regnart. Interspersed among these mass movements were settings for four or five voices of other sacred or secular works from the time period such as Jacobus Vaet's "Amour leal", and in the second half, Regnart's "Venus, du und dein Kind".
All of the works, including the encore, an Ave Maria from Cinquecento's latest CD, were performed with the utmost prescision, musicality, and vocal blend.
As if that concert couldnt be topped, minutes after 10 p.m., Austrian early music keyboard whiz, Peter Waldner, presented a travelogue programme in the Hofburg's Silberne Kappelle, the final resting place of Ferdinand II.
Waldner used two instruments for this musical travels, the chapel's Organo di legno (anonymous, circa 1580), and an instrument that combined a harpsichord on top of a positiv organ (we'll call it a "harpsichorgan") built by Bernhard Fleig of Basel. With this instrument, Waldner could either play the harpsichord alone, or the positiv alone, or could couple the harpsichord to the positiv so that both would sound together.
Waldner's journey began in England with selections by Edward Johnson and John Bull. He then moved on to The Netherlands with Sweelinck, to Spain with Cabezon and de Heredia, to Italy with Valente, de Macque and Gabrieli, and finally to southern Germany with Erbach and Hassler.
As Waldner moved from country to country, sometimes he moved from instrument to instrument. For example, the English pieces were performed on the harpsichorgan, while Sweelinck's "Ballo del Granduca" was performed on the Organo di legno. Waldner then switched back to the harpsichorgan for Sweelinck's "Six Variations on 'Mein junges Leben hat ein End'" in which at one point he used old (3-4-3-4) fingering for an ascending scale.
Waldner saved the best for last, Hassler's "Variations on 'Ich ging einmal spatieren durch einen gruenen Wald".
Not quite a note-perfect reading, but a satisfying one nonetheless of this lengthy, mammoth work.
The evening ended at 11:45 p.m., after two encores, Orlando Gibbons's "Italian Ground", and Pieter Cornet's "Aria del Granduca".
Quite a night in Innsbruck.
Leonard Turnevicius - Hamilton Spectator
Haslach: Blockflötistin Astrid Andersson bringt in der Jakobuskirche Werke bekannter und weniger bekannter Komponisten zu Gehör.
Das intime Ambiente der Jakobuskirche ist wie geschaffen für Kammermusik. Doch es ist nicht das einzige reizvolle Rendezvous an diesem Abend. Alt- und Sopranblockflöten, Stimmflöten treffen auf eine Theorbe und ein Cembalo, französische trifft auf deutsche Barockmusik. Angereicht wird der Ohrenschmaus von renommierten Musikern um Blockflötistin Astrid Andersson.
Barock, das ist Eros und Tod, das sind Lustgärten und Festbankette, aber auch die berühmten Vanitasmotive in der Stillleben-Malerei jener Zeit. All die barocke Üppigkeit und Fülle ist immer auch vom Wissen um die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit allen Lebens durchtränkt. Bei keinem der kammermusikalischen Kleinode, die an diesem Abend gegeben werden, springt das mehr ins Gehör als bei einer Triosonate von Georg Philipp Telemann. Im Zentrum stehen musikalische Porträts tragischer Heroinen der Antike. Deren Schicksal ist nichts für schwache Gemüter, in all die Erotik mischen sich wahre Gewaltexzesse. Eine schmerzvolle, tieftraurige Sarabande hebt an, flutet dunkel und unheilvoll, doch auch wunderschön elegisch dahin. Die Klangfarben der Altblockflöten, die vom Generalbass des Cembalos getragen werden, erzählen von Lucretia, von ihrer Verzweiflung, die sie in den Selbstmord treiben wird. Es ist eine Geschichte von Vergewaltigung, Schmach, Stolz, Rache und Umsturz, der Stoff aus dem die großen Tragödien gemacht sind. Rammt sich Lucretia den Dolch in die Brust, setzt Dido ihrem Leben in den Flammen Karthagos ein Ende. Das Liebesdrama um die Königin von Karthago und den Trojanerfürsten Aeneas gehört zu den beliebten Motiven in Kunst, Literatur und Musik. In der Jakobuskirche erlebt man die Figur der Dido in einem Satz, der zwischen wehmütigem Liebessehnen, abgrundtiefem Trennungsschmerz und zunehmender Hoffnungslosigkeit schwankt. Doch in dieser Suite aus einer Abfolge von Tänzen sprudelt die Dynamik mitunter voller Elan über, in diesen Momenten, durchschwimmt man mit Clelia den Tiber Richtung Rom. Sie wird die Römer vor dem Angriff etruskischer Truppen warnen, die Stadt vor dem Untergang retten. Bleibt noch Xanthippe, der Inbegriff der zänkischen, bösen Frau. Der leicht aufbrausende, widerborstige Rhythmus eines britischen Tanzes fängt den übellaunigen Charakter der berühmtesten Giftmörderin der Menschheitsgeschichte ein. Das Schöne an Telemanns Triosonate ist, dass die großen Emotionen auf eine sehr sublime und elegante Art ausgedrückt, zu kleinen musikalischen Poemen und feinen Charakterstücken verarbeitet werden.
Im Gegensatz zu Telemann gilt es, Konisten wie Marin Marais und Michel Blavet erst noch wieder zu entdecken. Astrid Andersson hat der alten französischen Blockflötenmusik eine ganze CD gewidmet. "Recueil de Pièces pour les autres instruments" erschien im Herbst letzten Jahres und stieß bei Kritikern auf ein durchweg positives Echo. An der Einspielung waren auch Blockflötistin Eva Legêne und Ricarda Hornych an der Theorbe beteiligt. Beide sind auch wieder in der Jakobuskirche mit dabei. Als Gast hat sich das Trio den Innsbrucker Cembalisten und Organisten Peter Waldner eingeladen.
Luftig und getragen
Die "Pièces en Trio" für Altblockflöten und Cembalo des Hofkomponisten Marin Marais bezaubern durch ihre mal luftig, beinahe schwerelos, dann wiederum getragen und leicht sehnsüchtig dahinperlenden Harmonien. Die musikalisch galante Ménage-à-trois entfacht ein sehr melodisches, mal eher verhaltenes und gezügeltes, mal mehr pikantes und aphrodisierendes Klang-Bouquet. Auch die beiden mit Stimmflöten und Theorbe angereichten Sätze aus "Recueil de Pièces avec des doubles et variations" des Flötenvirtuosen und Komponisten Michel Blavet geraten zur kleinen, aber feinen Preziose. Während eine Pastorale über eine Nachtigall durch ihre zart und sanft dahinfließende, geschmeidige Melodik zu betören weiß, beflügelt einen eine Gavotte, die dem Stil des italienischen Barockkomponisten Arcangelo Corelli nachempfunden ist, durch ihren verlockenden, sehr gesanglichen Esprit samt einer amourösen Klangbrise.
Auszüge aus den "Troisième Livre de Pièces de Clavecin" des Hofkomponisten François Couperin reihen sich nahtlos in den geschmackvollen Reigen ein. Hier kommen Sopranblockflöten, Stimmflöte und Theorbe zum Zug. Ob die "Muséte de Choisi" oder ein "La Julliet", beide wissen nicht nur für sich einzunehmen, sondern verführen einen regelrecht zum genussvollen Hören. Dazu reicht Astrid Anderssohn noch ein historisches Schmankerl an, indem sie wissen lässt, dass "zu Zeiten von Couperin Oboen und Flöten für Männer vorgesehen waren, weil sie das Gesicht von Frauen unschön machten".
Peter Waldner gibt auf dem Cembalo eine vom ältestens Bach-Sohn Wilhelm Friedemann für Tasteninstrumente übersetzte Violinsonate der Barockikone zum Besten. Selten strahlte Bach eine friedvollere, zuversichtlichere, fast schon glückselig wirkende Grundstimmung aus, selten war er so gelöst und mit sich im Reinen als in seinen kunstvollen Violinkonzerten.
Rüdiger Schwarz - Gäubote - Die Herrenberger Zeitung
Innsbruck – Als erste musikalische Begleitveranstaltung zur Jubiläumsausstellung „Ferdinand II.“ und zugleich letztes Konzert der "Innsbrucker Abendmusik" dieser Saison wurde dem göttlichen Monteverdi „Il divino Claudio“ ein Abend im Schloss Ambras gewidmet.
Die Programmauswahl erfolgte in Kooperation der Innsbrucker Abendmusik mit dem Tiroler Landesmuseum aus zwei großen Werksammlungen des Meisters: zum einen aus der „Selva morale e spirituale“ (1640), zum anderen aus der posthum erschienenen „Messa a quattro voci, e Salmi“ (1650), und wurde um Instrumentalwerke aus der Feder der an der Basilica di San Marco in Venedig unter Monteverdi tätigen Musiker und Komponisten Biagio Marini und Dario Castello ergänzt.
Aufgrund Monteverdis konkreten Wirkens in Innsbruck, bei dem wahrscheinlich ein Hofgottesdienst stattfand, stand auch im Spanischen Saal das geistliche Werk des Großmeisters der musikalischen Rhetorik im Mittelpunkt.
Das Ensemble vita & anima unter der Leitung des Tiroler Organisten Peter Waldner begleitete drei hochkarätige Solisten, die die liturgischen Texte eindrucksvoll darboten: Melanie Hirsch betonte mit kraftvollem Sopran die schwingenden Elemente der kunstvoll verzierten Renaissancemusik, bei der großen Tenorstimme Ulrich Cordes wurde die Wichtigkeit der Textausdeutung deutlich und Markus Flaigs weicher Bassbariton überzeugte im Terzett sowie mit Ambitus.
Monteverdis „Salve Regina con Echo“ wurde räumlich reizvoll inszeniert, indem Hirsch das Echo zu Cordes disloziert aus dem Aufgang zum Spanischen Saal darbot. Das typische dialogische Prinzip zwischen Violinen und Singstimmen kam in den Psalmvertonungen besonders heraus.
Hervorzuheben ist die eigens für diesen Abend transkribierte Fassung des „Isti sunt viri sancti“ von Georg Fischer („Piscator“), einem von Monteverdi beeinflussten Tiroler Komponisten der Zeit, die wieder einmal auf die noch zu bergenden Schätze der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums verwies.
Christine Peham - Tiroler Tageszeitung
C.F.Pichler - Dolomiten
Annett Recknagel - Südthüringische Zeitung
Annett Recknagel - Südthüringische Zeitung
Barbara Fischer - Emder Zeitung
Markus Stegmayr - Alpenfeuilleton
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung
Der in Innsbruck lebende Musiker Peter Waldner hat ein Cembalo aus dem Jahr 1697 nachbauen lassen. Ein Film begleitete diese Arbeit.
Innsbruck – Peter Waldner hat in den vergangenen 30 Jahren, in denen er die Barockmusik erkundete, schon auf vielen Cembali gespielt. „Es gibt ja nicht nur eine Art von Cembalo. Jede wichtige europäische Nation entwickelte ihren eigenen Baustil“, erzählt der aus Mals stammende und in Innsbruck lebende Organist. Ein italienisches Cembalo sieht anders aus als ein flämisches. Bei einem französischen Cembalo wurden andere Holzarten verwendet als in England. Ein Musiker bräuchte fünf bis sechs verschiedene Instrumente, um all die Cembalowerke aus drei Jahrhunderten stilgerecht zu interpretieren.
Ein Instrument ist Waldner so ans Herz gewachsen, dass er den in Genua lebenden Cembalobauer Mario del Grosso beauftragte, es nachzubauen. Ein Unterfangen, das seit der Wiederentdeckung der Alten Musik vor 60 Jahren üblich ist. Bei dem Original handelt es sich um ein Instrument des sizilianischen Cembalobauers Carlo Grimaldi aus dem Jahr 1697, das heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg steht. Wie Waldner bemerkt, sind „von Grimaldi nur noch drei Tasteninstrumente erhalten. Das Instrument in Nürnberg ist sehr bekannt, mit 2,45 Metern außergewöhnlich lang, wunderbar dekoriert und wird viel kopiert.“
Ein Jahr lang nahm der Bau des Cembalos in Anspruch. Die unzähligen Arbeitsschritte hielten Stefan Nicolini und Georg Penn mit ihrem Dokumentarfilm „Glanzstück Cembalo“ fest. Gedreht wurde auch in Innsbruck. Für ein italienisches Cembalo braucht man Zypressenholz, „wobei erstklassiges Holz gar nicht mehr so einfach zu finden ist. Schließlich wurden wir in der Toskana fündig“, bemerkt der Organist. „Das Instrument ist extrem dünnwandig. Ohne Außenkasten wiegt es nur 14 Kilogramm.“
Ob sie wirklich vollkommen dem Original treu geblieben sind? Fast. Man hat als Musiker ja auch seine Bedürfnisse. Die Klaviatur wurde also erweitert und damit das spielbare Repertoire größer. Bei der wunderbaren Goldverzierung hat sich die Dekorateurin aber an das Vorbild gehalten.
Anders als beim später entwickelten Klavier werden beim Cembalo die Saiten nicht von Hämmerchen angeschlagen, sondern von so genannten Kielen gezupft. Einst verwendete man dafür Federkiele, heute Kunststoff. Die Intonation war noch ein „spannender Prozess“, lacht Waldner, der nicht auf Anhieb mit dem Klang zufrieden war. „Zuerst war der Klang zu kraftvoll. Dann wurde er fein und elegant.“
Jetzt steht der Transport nach Innsbruck bevor. Am 22. Februar spielt Waldner das Cembalo im Canisianum. Auch der Film wird gezeigt. Motto des Abends: „Schicksalhafte Begegnungen in der Tastenwelt“.
Sabine Strobl - Tiroler Tageszeitung
Markus Stegmayr - Alpenfeuilleton
Kleine Kinder leben in der Gegenwart. Über die Jahre bildet sich ein Verständnis dafür heraus, was Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ist. Diese scharfe Unterscheidung ist noch dazu kulturell bedingt und wird in anderen, “archaischeren” Kulturen so differenziert nicht getroffen.
Erst nach dem sogenannten “Spiegelstadium” empfindet sich zudem das Kind als von der Mutter getrennt, als eine sich entwickelnde, selbst denkende und unabhängig von der Mutter existierende Persönlichkeit. Bis dahin könnte das Lebensgefühl des kleinen Kindes als „ozeanisch“ bezeichnet werdet. Damit gemeint ist die Verbundenheit von Mutter, Umfeld und eigenem, noch nicht konkret manifestiertem „Ich“.
Wir selbst kennen solche Empfindungen, die an diesen Zustand der allerjüngsten Kindheit erinnern. Vor allem esoterische Diskurse forcieren diese allumfassende Verbundenheit von „Ich“, Welt, Umwelt und Kosmos. In gewisser Weise könnte die Sehnsucht nach solchem Empfinden auch als die Sehnsucht nach einer „Ich-Losigkeit“ beschrieben werden.
Kein Wunder jedenfalls, dass Theoreme aus Zen-Buddhismus und Taoismus immer wieder in “westliche” Denkmuster einbrechen. In diesen wird die Suspension der pervertierten Form von „Ich“, dem „Ego“ vorangetrieben. Sind wird dieses „Ego“ erst los geworden, dann können wir die Welt wieder unverstellt und vorurteilsfrei wahrnehmen als das, was sie vermeintlich wirklich ist. Wir sind wieder mit ihr verbunden und nicht, wie das „westliche“ Subjekt, von dieser getrennt.
Anders gesagt: Wir glauben, und das durchaus zu Recht, dass wir erst über die Welt nachdenken und reflektieren können, wenn wir uns nicht mehr auf „ozeanische“ Weise als Teil von dieser wahrnehmen. Erst wenn wir getrennt sind, können wir als rationale Subjekte erkennen, beurteilen, wahrnehmen. Reflexion bedingt Distanz.
Um zu dieser Ebene des wissenden Beurteilens und Erkennens zu gelangen, brauchen wir möglichst viel Wissen und vor allem Begriffe. Ohne Begriffe wäre unsere Wahrnehmung blind. Ohne zu wissen, was Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ist, hätten wir kaum die Möglichkeit, diese Unterscheidung zu treffen. Ohne diese Begriffe erschiene uns die Zeit als amorphe Masse, als ein Kontinuum. Mit Hilfe von Begriffen formt sich unser Denken. Es wird rationaler, klarer und differenzierter.
In diesen Überlegungen liegt auch schon das Argument, warum man sich mit seinen Kindern ein „Familienkonzert“ wie „Der Kaiser, der Musik liebte“ ansehen sollte. Das Konzert am 29.01. war für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Wohl nicht ohne Grund. Es ist ein Alter, in dem die Wahrnehmung und die Bildung große Fortschritte machen.
Bedingt ist das natürlich dadurch, dass Kinder spätestens mit diesem Alter zu lesen und zu schreiben lernen. Sie lernen damit mit Begriffen, Wörtern und Sprache an sich umzugehen. Sie lernen, ihre Welt und ihre Umwelt zu beschreiben und diese, mit Hilfe von Begriffen, zu unterscheiden und zu “lesen”. Das damit verbundene Denken ist ein Denken in Dichtomien, in Gegensatzpaaren. Ich-Welt, Heute-Gestern, Gegenwart-Vergangenheit.
Sind diese Unterscheidungen erst getroffen, dann ist klar, dass das Wissen um die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst. Je klarer das Wissen um die Vergangenheit ist, desto klarer wird das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart.
In der einen Stunde im ORF-Landesstudio wurde deutlich, was es im Heute gibt, damals aber noch nicht gab. In den Zeiten von Kaiser Maximilian I existierten noch nicht einmal Klaviere, geschweige denn elektrisches Licht. Dass es keine Barbies gab, war hingegen den meisten der anwesenden Kindern klar. Mit großem Einfühlungsvermögen führte die Erzählerin Verena Wolf durch diese komplexen Fragen und schaffte es zusammen mit Peter Waldner am polygonalem Spinett deutlich zu machen, was die Musik der frühen Renaissance von der vorangegangenen mittelalterlichen Musik unterscheidet. Verena Wolf und Peter Waldner: Ein kongeniales Duo!
Darüber hinaus wurde kindgerecht erklärt, welche Tänzer und welche Tänze am „Goldenen Dachl“ in Innsbruck abgebildet sind. Dass sich selbst Peter Waldner dazu aufschwang mit Schnabelschuhen und Mütze gemeinsam mit den Kindern diese Tänze vorzutragen machte das alles zweifellos noch greifbarer und gegenwärtiger.
Nach solch gelungen und intelligent konzipierten „Familienkonzerten“ gehen Groß und Klein bereichert nach Hause. Man geht mit einem neuen Blick und neuen Begriffen über die große Vergangenheit Innsbrucks und Tirols nach Hause. Der erste Weg führte, natürlich, über den Rennweg in die Innsbrucker Altstadt. Dort wurde, skeptisch und kritisch, von meinen Kindern der Wahrheitsgehalt des Vortrages überprüft.
Tatsächlich fanden sich die „Moresken-Tänzer“ an besprochener Stelle. Tatsächlich sieht das goldene Dachl plötzlich neu und anders aus. War es bisher nur ein schönes Denkmal, lässt es sich jetzt plötzlich „lesen“. Der neu geprägte und informierte, kritische, kindliche Geist erkennt plötzlich etwas, das vorher einfach nur schön oder möglicherweise neutral oder gar alltäglich war. Kindern wird nach solchen Konzerten und Nachmittagen deutlich, in welch geschichtsträchtigen Stadt sie leben und dass sich diese nicht nur über die Gegenwart und über die Zukunft definieren lässt, sondern auch über die Vergangenheit.
Darum, liebe Eltern. Liebe Mütter und Väter. Ihr solltet euren Kindern solche Konzerte „antun“. Möglicherweise sind sie anfangs wenig begeistert, wenn sie zu einem Konzert mit „alter“ Musik gehen sollen, die so gar nicht nach “Schlümpfe” oder “Barbie”-Musicals klingt. Ich bin aber ziemlich sicher, dass sie hinterher begeistert sein werden. Und dass sie ganz viele Fragen haben, die ihr jetzt gemeinsam klären könnt. Wissen kann nämlich auch auf spielerische Art vermittelt werden. Das gelang der „Innsbrucker Abendmusik“ an diesem Nachmittag ganz vortrefflich.
Markus Stegmayr - Alpenfeuilleton
Elfriede Trieb - Tiroler Tageszeitung
Franz Gratl - Kronenzeitung
Katharina von Hohenstein - Dolomiten
Immer wieder gab es aber auch total blockierte Situationen, in denen mir plötzlich schlagartig bewusst wurde, als Musiker den Institutionen, bei denen ich publizierte, mit Haut und Haaren ausgeliefert zu sein. Mit meiner ganzen Energie und mit vollem Einsatz habe ich CD-Projekte realisiert und auch finanziert, die dann aber manchmal jahrelang bei den Labels liegen geblieben oder nie erschienen sind. Einmal war es zum Beispiel so, dass ich nach Jahren vergeblichen Wartens das gesamte noch völlig unbearbeitete Aufnahme-Material auslösen musste, damit es überhaupt erscheinen und ich es wenigstens selbst publizieren konnte.
Außerdem hatte ich als Musiker einige dieser CDs bis zu ihrer Fertigstellung selbst zu finanzieren. Falls die CD dann ein Verkaufserfolg wurde, verdiente in erster Linie das Label, das ja keinerlei Risiko eingegangen war, daran. So sieht es im Alltag eines Berufsmusikers halt einfach sehr oft aus. Ähnlich wie bei Autoren und Schriftstellern läuft da einiges überhaupt nicht fair ab.
Die Frage, die sich mir stellte, war dann: Mache ich so weiter, oder beschreite ich neue Wege? Als voll professioneller Musiker, der jetzt immerhin schon seit fast 30 Jahren ausschließlich im Bereich der Alten Musik und der historischen Tasteninstrumente tätig ist, wollte ich meiner künstlerischen Arbeit eine angemessene Form geben und ihr eine ansprechende Gestalt verleihen; es ist mir wichtig, sie immer wieder zu dokumentieren, auch in exemplarischen CD-Produktionen.
Entweder habe ich ein Label, das mich dabei unterstützt und mir einen gewissen Spiel- und Freiraum zugesteht, um derartige Projekte zu realisieren, oder ich habe es eben nicht! Da ich dieses Label letztlich nicht fand, entschloss ich mich kurzerhand dazu, sehr pragmatisch meine eigene CD-Reihe zu gründen und ins Leben zu rufen. Damit schlug die Geburtsstunde der “Tastenfreuden”. Nicht zuletzt ging es mir dabei auch um die kreative Gestaltung der CD-Covers und CD-Booklets. Viele Labels pressen die Musiker, die bei ihnen publizieren, in Schablonen: Alles ist vorgegeben, persönlicher Spielraum ein absolutes Fremdwort. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen.
Wie siehst Du das: Gibt es im ästhetischen und musikalischen Bereich einen klanglichen Mainstream, gegen den Du Dich mit Deiner CD-Reihe stellst?
Die historischen Tasteninstrumente, auf welche meine CD-Reihe “Tastenfreuden” ja ausschließlich fokussiert ist, sind mit dem modernen Instrumentarium nicht eins zu eins vergleichbar: Im Umgang mit ihnen braucht es wohl noch mehr Sensibilität. Nehmen wir als Beispiel das Cembalo, das ja ausschließlich aus Naturmaterialien gebaut ist: Da gibt es keinen Stahlrahmen, keine tonnenschwere Spannung, kein riesiges Volumen auf den Saiten. In gewisser Weise ist alles viel subtiler und fragiler.
Es ist mir sehr wichtig, gute, bestens ausgebildete Tontechniker zu finden, die sich interessiert und gerne auf das jeweilige Instrument und den jeweiligen Raum einlassen, mit mir zusammen optimale Mikrophonierungen und vieles mehr ausprobieren, und dazu bereit sind, auf meine persönlichen, individuellen Bedürfnisse auch wirklich einzugehen. Ich wollte keinem wie auch immer gearteten Betrieb und der meist zwangsläufig damit verbundenen Betriebsamkeit mehr ausgeliefert sein, sondern in einem anregenden Diskurs auf einer guten menschlichen Basis zusammenarbeiten.
Dabei geht es mir – wie gesagt – auch um eine möglichst ansprechende, kreative Gestaltung der CD-Booklets und CD-Covers. Ich möchte den CD-Projekten, die ich realisiere, einen passenden, adäquaten Rahmen geben: Alles soll in eine angemessene Form gebracht werden, die meiner künstlerischen Intention entspricht. So möchte ich den Musikliebhabern meine CDs anbieten. Die Motivation für meine CD-Veröffentlichungen hat in erster Linie mit dem jeweiligen Projekt und mit der Musik selbst, nicht mit ausschließlich kommerziellen Überlegungen und Aspekten zu tun.
Im sogenannten Mainstream ist man als Musiker ja geradezu dazu gezwungen, alle möglichen Kompromisse zu machen. Das kommt sehr oft einer Bevormundung, die bis hin zur Repertoire-Auswahl reicht, gleich. Ich persönlich finde auch kleinere Verkaufskreisläufe interessant und wichtig. Die Grundsatzfrage ist einfach: Will ich bei einem großen Label herauskommen, oder möchte ich etwas ganz Eigenes, Eigenständiges machen?
Das heißt, es geht Dir darum, die Musik, so wie Du sie verstehst, zu präsentieren? Du hast eine klare Vorstellung und Idee: Genau so muss die Musik klingen!
Mir geht es nicht um mein Ego, sondern um viel größere und tiefere Zusammenhänge. Mittlerweile sind in meiner Reihe “Tastenfreuden” sieben CDs erschienen. Bei meiner Schubert-Doppel-CD zum Beispiel war die Situation folgendermassen: Ein Jahr lang hatte ich die Möglichkeit, im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum – Musikkustos Franz Gratl war da sehr großzügig – zwei Kopien von Hammerflügeln der Schubert-Zeit aus der Meisterwerkstätte von Robert Brown zur Verfügung zu haben und zu bespielen. Robert hat dieses zeitaufwändige CD-Projekt freundschaftlich und großzügig unterstützt: Wenn er alle anfallenden Mieten voll verrechnet hätte, wäre es für mich unbezahlbar und so nicht realisierbar gewesen.
Da waren also diese beiden wunderbaren, ausgesprochen klangschönen Hammerflügel, mit denen ich mich nach und nach vertraut machte und auf denen ich späte Klavierwerke von Franz Schubert aufnehmen wollte, was eine monatelange intensive Beschäftigung mit den beiden Instrumenten erforderte. Ein Jahr lang galt es, Tag für Tag stundenlang dieses sowohl technisch als auch musikalisch äußerst anspruchsvolle Repertoire sehr diszipliniert zu erarbeiten. Fast jeden Tag war ich zum Üben im Ferdinandeum. So hat dieses Projekt – nach und nach – Form angenommen.
Bei meinen CD-Produktionen geht es mir vor allem um das richtige Instrumentarium für die Musik und um akustisch und stilistisch passende Räumlichkeiten, nicht um die Vermarktung meiner Person. Es geht mir darum, optimale Bedingungen für ein Projekt zu schaffen, damit alles möglichst authentisch wird. Ein Label zu finden, das für all diese Dinge sensibel ist, wäre optimal, war aber – wie bereits erwähnt – für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Für meine CD-Produktionen habe ich jetzt endlich den ungezwungenen und kreativen persönlichen Spielraum, den ich dafür – bis hinein in die Programmauswahl – benötige. Große Labels wollen von ihren Interpreten sehr oft immer wieder dieselben bekannten Werke, ein ganz bestimmtes Repertoire, meist aus verkaufsstrategischen, rein kommerziellen Gründen; vielfach fehlt es an Mut, wirklich Neues zu entdecken.
Es geht Dir also darum, auch in Sachen Stückauswahl gegen den „Mainstream“ zu agieren?
Ja, aber nicht nur. Was meine Schubert-CD angeht, ist es ja so, dass die Stücke, die ich eingespielt habe, sehr bekannt sind. Dieses Repertoire wurde schon sehr oft gespielt und selbstverständlich auch eingespielt, vor allem von berühmten Pianisten wie etwa Swjatoslaw Richter, der Schubert auf seine Weise interpretiert hat. Generell ist die Interpretation von Schuberts Klavierwerken bis heute sehr stark von der Auffassung, die sich im 19. Jahrhundert nach und nach herauskristallisierte, geprägt.
Es hat mich überrascht, dass kaum einer meiner Kollegen es bisher gewagt hat, diese – meiner Meinung nach – dem heutigen Wissensstand nicht mehr ganz angemessenen Traditionen in Frage zu stellen, und sich kaum jemand jemals gefragt hat, ob Schuberts Klavierwerke nicht auch ganz anders interpretiert werden können. Im Zuge der Vorbereitungen für die Einspielung meiner Schubert-Doppel-CD war es für mich zum Beispiel ganz selbstverständlich und sehr wichtig, mich gründlich in die Schubert-Biographie einzulesen und natürlich auch zeitgenössische Quellen zu befragen und zu studieren, so etwa Johann Philipp Kirnbergers “Die Kunst des reinen Satzes”. Diese bedeutende musiktheoretische Publikation von Johann Sebastian Bachs Schüler Kirnberger war damals – zur Zeit von Beethoven und Schubert – in Wien sehr in Gebrauch: Dieses Buch kannte man in Musikerkreisen.
Mich interessierte vor allem, was Kirnberger über historische Stimmungen schreibt. Die Flügel waren damals ja nicht in einer modernen gleichstufigen, sondern in einer noch ungleich-schwebenden historischen Stimmung gestimmt. Was hat Kirnberger über die Wahl des richtigen Tempos, über Charakterbezeichnungen usw. zu sagen? Durch diese intensive Beschäftigung bin ich zu teilweise ganz anderen, neuen Erkenntnissen und Ergebnissen gekommen, was Tempo, Ausdruck und Affekt der Stücke angeht. Ich habe mich natürlich auch gefragt, warum so wenige Kollegen den Mut haben, Schuberts Klaviermusik anders – transparenter, schlanker, entschlackter, beweglicher und tänzerischer – zu interpretieren, sondern fast alle immer alles gleich machen.
Da stellt sich die Frage: War diese Erkenntnis auch bei anderen Interpreten schon da, oder war die Angst, den klanglichen und ästhetischen Mainstream zu verlassen, einfach zu groß?
Diese Frage zu beantworten ist nicht ganz einfach. International bekannte Hammerflügel-Spezialisten haben für ihre Schubert-Einspielungen zum Teil viel zu späte Klaviere verwendet: Flügel, die für Schuberts Musik zum Beispiel schon 25 Jahre zu spät sind. Die damalige Entwicklung im Wiener Klavierbau war rasant, denn in Wien gab es weit über 150 Klavierbauer, die allesamt fieberhaft an der Weiterentwicklung des Hammerflügels arbeiteten. Dadurch änderte sich im Klavierbau in wenigen Jahren enorm viel.
Die meisten Interpreten benutzen für ihre Schubert-Einspielungen Flügel, die bereits zu schwer sind. Es kann sein, dass sie zudem von bestimmten Auffassungen großer Pianisten beeinflusst sind. Vielleicht haben ihnen aber auch Labels und Firmen nahe gelegt, dass alles so sein muss, wie man es gewohnt ist und wie es immer war. Es gibt wenige, die diese Tradition durchbrechen und zu eigenen Interpretationen und Erkenntnissen kommen und stehen.
Für mich hat Schubert viel mehr mit Bach, Haydn und Mozart als mit den Romantikern Mendelssohn, Schumann und Brahms zu tun. Von der Alten Musik her kommend, habe ich da einen völlig anderen Blick auf dieses Repertoire. Ich denke außerdem, dass im 19. Jahrhundert und darüber hinaus das pianistische Standardrepertoire, also Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert usw., oft zu mechanistisch gespielt wurde. Dadurch ist eine gewisse natürliche Beseelung im Spiel verloren gegangen. Das hat auch sehr viel mit der Tempo-Wahl zu tun: Oft wurden viel zu schnelle oder viel zu langsame Tempi gewählt, oft war der Zugriff zu aggressiv.
Aus der barocken Epoche weiß man, dass die Bezeichnungen am Beginn der Stücke keine Tempo-, sondern Charakter- und Affektangaben sind. Das Tempo wird ausschließlich durch den Takt bestimmt und festgelegt. Der Takt zeigt also das Tempo an, die Bezeichnung aber den Charakter eines Stücks. Wenn ich also zum Beispiel „molto moderato“ als Charakter- und nicht als Tempoangabe lese, komme ich in der Interpretation des Stücks zu einem völlig anderen Ergebnis!
Es geht also um die richtige Lesart der Quellen und Partituren. Ich denke, dass das vielen Interpreten und Musikern nicht bewusst ist. Von der historischen Aufführungspraxis her ist dieses Repertoire neu zu lesen. Ich fühle mich nicht einer nicht mehr zeitgemäßen Pianisten-Schule verpflichtet, die den bürgerlichen Konzert-Kanon mit geprägt hat. Es geht mir darum, auch sehr bekanntes Repertoire völlig neu zu lesen und so zu authentischen, eigenständigen und lebendigen Interpretationen zu kommen. Dabei geht es mir nicht um mich als Person. Ich möchte mich aber auch nicht sklavisch nur an die Quellen halten. Ziel ist ein höchst vitales, lebendiges, unmittelbares, inspiriertes und inspirierendes Musizieren.
Wenn wir von „Lesen“ sprechen, dann ist es ja auch Deine Leseweise. Du wirst nicht objektiv zur Musik vordringen können, oder?
Diesen Anspruch erhebe ich gar nicht; denn was ist schon objektiv? Das Wichtigste für den Musiker ist die Partitur und das Bestreben, sie und die darin ausgedrückte Intention des Komponisten ernst zu nehmen und möglichst exakt zu interpretieren. Schubert notiert unglaublich präzise, auch was die Dynamik anbelangt. Der Musiker hat die Partitur authentisch und verantwortlich in lebendigen Klang umzusetzen. Dabei helfen ihm natürlich das Lesen der Quellen und die Kenntnis unterschiedlichster Zusammenhänge und Hintergründe. Aber natürlich spielen auch Fantasie, Kreativität, Spielfreude und Musikerpersönlichkeit als der Filter, durch den ja letztlich alles läuft, eine wichtige Rolle.
Du willst als Interpret die Musik also möglichst vital und gegenwärtig gestalten?
Ja, ich stelle mich natürlich auch mit meiner Persönlichkeit und meiner individuellen, unverwechselbaren Art zu spielen dem jeweiligen Projekt zur Verfügung und so in den Dienst der Sache. Selbstverständlich klingen auch meine persönliche Musikalität und meine musikalische Auffassung durch. Eine Interpretation, die sich an alle bekannten Vorschriften und Anweisungen hält, ist noch lange keine gute und vor allem keine lebendige Interpretation. Fantasieloses Kopieren ist eindeutig zu wenig und genügt nicht.
Die Musik ist vor allem „nach innen“ zu nehmen. Vielleicht passt hier das Bild der Schwangerschaft: Monatelang mit einem Projekt – wie eine Frau mit einem noch ungeborenen Kind – schwanger zu sein und zu gehen, um es dann nach entsprechender Reifung und Entwicklung in die Welt hinein zu gebären. Das ist ein Prozess, das dauert und geht nicht so schnell. Wenn einem Musiker der persönliche, kreative Zugriff fehlt, kann seine Interpretation sehr schnell steril und letztlich unfruchtbar werden.
Kann man sagen, dass der Interpret das Stück erst wieder zum Leben bringt?
Ja, auf jeden Fall. Das Sinnliche, das Fingerspitzengefühl, die "sensibilité" in der Interpretation darf nicht fehlen. Ein Komponist bringt ja seine Ideen in eine Form: Er notiert sie als Partitur. Damit sind seine Ideen gewissermassen “tiefgefroren”. Die Aufgabe des Interpreten ist es, diese dann wieder aufzutauen und die Partitur nachschöpferisch zu lesen und aufmerksam zu studieren, vielleicht auch völlig neu zu lesen. Jedenfalls ist es seine Aufgabe, diese Ideen wieder zu neuem pulsierendem Leben zu erwecken: Es geht um eine Art “Recreation”, um eine regelrechte Neu- oder Wieder-Erschaffung und einen schöpferisch-kreativen Prozess. Vitalität und Sinnlichkeit sind dabei enorm wichtig.
Für mich spielt in der Interpretation auch eine gewisse Körperhaftigkeit eine sehr zentrale Rolle: Musik hat ja schließlich viel mit Tanz und Körperbewegung zu tun, vor allem aber auch mit Seelenbewegung. Durch eine rein intellektuelle Herangehensweise lässt sich das nicht erreichen.
Das größte Hindernis auf dem Weg zurück zu den Quellen sind für mich die musikalischen Konditionierungen und ästhetischen Ansprüche des 19. Jahrhunderts, das ein sehr materialistisch geprägtes Zeitalter war. Barockmusik ist aus meiner Sicht viel universaler, spiritueller, natürlicher, naturnäher und organischer.
Denken wir an Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen. Den Auftrag zu diesem bedeutenden Werk bekam er von Graf Hermann Carl von Keyserling, der für seine schaflosen Nächte eine anspruchsvolle musikalisch-geistige Erbauung suchte: Die Musik erklang – gespielt von seinem Kammer-Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg – in einsamen, schaflosen Nächten für ihn ganz alleine und rührte ihn zu Tränen. Adressat der Goldberg-Variationen war also eine einzige Person, nicht etwa – so wie heute – ein in riesigen Konzertsälen sitzendes Publikum. Barockmusik soll die menschlichen Affekte nachhaltig affizieren, die Emotionen in Bewegung bringen, etwas im Menschen anregen und berühren. Heute stellt sich da natürlich schon auch die Frage der angemessenen Vermittlung dieses Repertoires und der damit verbundenen Intimität.
Was mich zu Deiner Konzertreihe „Innsbrucker Abendmusik“ bringt!
Wir haben ja hier in Innsbruck sehr schöne Räumlichkeiten, sowohl barocke Kirchen als auch Säle, für unsere Konzerte zur Verfügung. Bei meinen Programmierungen geht es mir immer darum, den richtigen Raum für die richtige Musik auszuwählen. Dabei spielt auch die richtige Raumgröße eine wichtige Rolle. Die barocke Pfarrkirche von Mariahilf, die in den Jahren 1648 bis 1652 erbaut wurde, ist zum Beispiel für klein besetzte frühbarocke Sakralmusik ideal geeignet: Diese Musik dort aufzuführen, macht am meisten Sinn.
Musik ist für mich eine Art von Kommunikation. Daher ist auch der Begriff “Alte Musik” eher unglücklich, denn dieses faszinierende Repertoire hat mit Altem, Altmodischem oder Überaltertem überhaupt nichts zu tun. Seine Inhalte sind nicht alt, sondern zeitlos gültig.
Textgrundlage für die weltliche Musik dieser Epoche waren die zahlreichen Geschichten der griechischen Mythologie, in denen seelische und menschliche Urerfahrungen zum Ausdruck kommen und für uns heutige Menschen – in Form eines enorm kostbaren Erfahrungsschatzes – gewissermaßen vorerzählt sind: Hier geht es um archetypische Inhalte. In einer lebendigen Aufführung müssen diese Stoffe wieder greifbar gemacht werden und den Zuhörern regelrecht unter die Haut gehen. Textgrundlage für die geistliche Musik hingegen war die Bibel, das Buch der Bücher, ein Weisheitsbuch, das seine zeitlose Aktualität nie verlieren wird.
Meine Aufgabe als Musiker und künstlerischer Leiter ist es, diese Inhalte adäquat in unsere heutige Zeit zu übersetzen. Es geht nicht um eine blutleere Selbst-Inszenierung, bei der vorne auf der Bühne selbstverliebte Stars oder musikalische Akrobaten, die wie dressierte Zirkusaffen agieren, auftreten. Es geht darum, dass die Musik ihre ureigentlichste Aufgabe, nämlich die Aufgabe, die sie schon immer hatte, erfüllen kann: Die Affekte der Zuhörer zu erregen und nachhaltig zu bewegen. Das Modell dafür ist die antike Rhetorik, die “Ars rhetorica”, die Redekunst. Musik wird zur Klangrede, die ihre Zuhörer emotional bewegen soll. Das ist ein sehr modernes Kommunikationsmodell.
Bei unseren Konzerten spielt sich kein längst überholtes Ritual ab, bei dem das Publikum mehr oder weniger unbeteiligt im Raum sitzt. Erst wenn zwischen Musikern und Publikum wirkliche Kommunikation geschieht und der Funke überspringt, ist der Konzertabend aus meiner Sicht gelungen. Musik als Klangrede, die bei den Zuhörern sehr viel auslösen soll und kann, Musik als nie vorhersehbares, spannendes Resonanzphänomen zwischen Musikern und Publikum.
So ist das Publikum plötzlich unmittelbar angesprochen; mit dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm hat das auch nicht im entferntesten etwas zu tun. Immer wieder gibt es Momente, in denen die Zuhörer von der Musik emotional berührt, betroffen und aktiv in das Geschehen mit einbezogen sind: Sie werden gewissermaßen zur lebendigen Leinwand, auf die die Musik fällt. Unsere Konzerte sollen das Publikum in eine nicht alltägliche, ganz andere Welt entführen.
Barockmusik kommt aus dem Leben und soll auch unmittelbar ins Leben greifen. Sie hat, wie ich schon sagte, sehr viel mit Tanz zu tun. Selbstverständlich tanzt unser Publikum während der Konzerte nicht; manchmal aber beobachte ich mit einer gewissen inneren Befriedigung, wie die ein oder andere Hand, der ein oder andere Fuß entspannt mit der Musik mitschwingt. Vielleicht tanzt dann ja auch die Seele mit. Im Konzert werden Menschen einfach lockerer. Seele und Körper sind sich sehr nahe, näher als Intellekt und Körper.
Früher, in der Barockzeit ist man bei Konzerten ja nur zum Teil gesessen. Man hat während der Musik gegessen, sich unterhalten und bewegt oder es sich in Logen gemütlich bequem gemacht. Musik war in erster Linie Gebrauchsmusik, fast immer auf eine konkrete Situation bezogen: Tanzmusik, Tafelmusik, Oper für das Theater, geistliche Musik für die Kirche, Trauermusik, Hochzeitsmusik. Es gab viel mehr Interaktion zwischen Musikern und Publikum. Das Konzertritual, bei dem sich das Publikum heute in einer ganz bestimmten Art und Weise kleidet, verhält und sich kaum bewegen darf, ist erst im 19. Jahrhundert entstanden.
Barockmusik hatte sehr viel Lebensbezug. Dieser ist dem heutigen Konzertbetrieb zum Teil leider völlig abhanden gekommen. Es ging immer mehr in die Richtung, Musik auf einer Bühne darzustellen und das Publikum nur mehr partiell am musikalischen Geschehen teilhaben zu lassen. Im Barock wurde Musik fast immer für einen konkreten Anlass komponiert; nur sehr selten war sie "l'art pour l'art", Kunst um der Kunst Willen. Barockmusik war und ist lebendig, sie hat mit unserem Leben zu tun. Im 19. Jahrhundert hat sich das nach und nach grundlegend geändert, nicht zuletzt durch den bürgerlichen Konzertbetrieb und das bürgerliche Publikum. Der unmittelbare Lebensbezug ging damit immer mehr verloren.
Immer wieder bekomme ich in Form von E-Mails sehr persönliche Rückmeldungen zu unseren Konzerten und unserer Konzertreihe. Manchmal sprechen mich Menschen auch persönlich an. Daran merke ich, dass sich bei unserem Publikum emotional einiges bewegt. Es ist schön, das zu erleben. Emotionen sind der eigentliche Stoff, aus dem die Musik gewoben ist. Ich möchte – auch mit meiner CD-Reihe – Menschen von heute mit Alter Musik ansprechen und berühren; denn Musik ist ja die Sprache der Seele, die sie am besten versteht.
Lieber Peter, danke für das Gespräch!
Markus Stegmayr - Alpenfeuilleton
Markus Stegmayr - Alpenfeuilleton
Der oberösterreichische Märchenerzähler Helmut Wittmann brachte am Sonntag, dem 19. April 2015 in der Innsbrucker Pfarrkirche Mariahilf unter dem Titel „Von Rosenwasserquelle & Wundernachtigall“ Legenden & Zaubermärchen auf den Spuren der Gottesmutter in Wort & Orgelklang und wurde dabei von Mag. Peter Waldner an der Orgel begleitet.
„Jetzt ist es vollkommen, jetzt singt nicht nur die Wundernachtigall, jetzt ist Gott in euren Herzen und ihr könnt euch verstehen!“ Diesen Schlusssatz des letzten Märchens gab Helmut Wittmann den Besuchern der wahrhaftig goldfunkelnden Innsbrucker Mariahilf-Kirche mit in den lauen Abend. Ja, der tollsten Kirche voller Gold, Glitzern und Funkeln und der wunderbarsten Kirchenmusik fehlt etwas ganz Wesentliches, wenn nicht Gott in den Herzen ihrer Menschen wohnt. Mit seinen „Märchen und Sagen auf den Spuren der Gottesmutter“ sorgte der Märchenerzähler aus dem Salzkammergut jedenfalls dafür, dass sein Innsbrucker Publikum mit ein bisschen mehr Gott im lachenden Herzen nach Hause ging.
"Bühne frei"-Obmann Michael Gstaltmeyr zeigte sich besonders vom Zusammenspiel des Erzählers mit dem Organisten Mag. Peter Waldner begeistert. Es war der erste Versuch der beiden, ein Märchen mit Orgelbegleitung zu erzählen: „Die Wundernachtigall“ eignete sich dazu auch ideal. Eine gelungene Premiere! Und es werden künftig wohl noch weitere solche Zusammenspiele folgen, wie das intensive Gespräch der beiden Künstler vermuten ließ. Die Veranstaltung war der zweite Teil der Veranstaltungsreihe „Geschichten über Gott und die Welt“ der Tiroler Kulturinitiative "Bühne frei".
Bezirksblatt Innsbruck
Das Silvesterkonzert im Münster von Konstanz am Bodensee erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. In diesem Jahr gab es eine Konzertstunde mit Trompete und Orgel. Von höfischer Galanterie bis zu machohaften Militärformationen: Peter Moriggl, Solo-Trompeter der Südwestdeutschen Philharmonie, und Organist Peter Waldner aus Innsbruck brachten im Konstanzer Münster Welten zusammen.
So attraktiv scheint das Silvesterkonzert des Münsters zu sein, dass das Vorkonzert am 30. Dezember beinahe, das eigentliche Konzert am 31. Dezember völlig ausverkauft war. Das mag an der besonderen Atmosphäre des abgedunkelten Münsters beim Kerzenschein eines fast schon kleinen Tannenwaldes um den Altar herum liegen, und an den Künstlern an Trompete und Orgel: Diesmal die beiden Südtiroler Peter Moriggl (Konstanz, Trompete) und Peter Waldner (Innsbruck, Orgel), die auf hohem künstlerischen Niveau musizierten. Da war deutscher und englischer Barockgenuss vom ersten bis zum letzten Ton bei deutlichem zeitlichem Übergewicht der Orgel angesagt.
Mit Johann Sebastian Bachs festlich-dreiklangbestimmtem Orgel-Präludium mit Fuge G-Dur war für eine strahlend zungenstarke, wohlartikulierte Intrada gesorgt (im Vorkonzert leider von technischem Versagen der Orgel gestört, was Peter Waldner und Steffen Schreyer zum Glück gemeinsam nach fünf Minuten beheben konnten).
Bleiben wir bei der Orgel: In Henry Purcells „Ground“ und „Trumpet tune“ war höfische Galanterie förmlich zu spüren, als delikate Soloregister in siebentaktigem Chaconne-Modell und Melodieverlauf reichlich Triller- und Verzierungs-Charme versprühten. Von Georg Muffat noch eine Chaconne mit all ihren tänzerischen und kontrapunktischen Variationen
Liturgischen Bezug gaben Choralvorspiele aus Bachs „Orgelbüchlein“: „Das alte Jahr vergangen ist“ mit verstecktem, kaum heraushörbarem Cantus in verhalten grüblerischen Registerfarben contra „In dir ist Freude“, wo Fröhlichkeit vom Choralmotiv zu breitem Hymnus verwandelt wird: Mixturen und Posaunenbass wirbelten tanzend umeinander herum. Feiertagsstimmung!
Und plötzlich der tiefe Fall ins grausame Schicksal bei Georg Friedrich Händels Arie „Lascia ch'io pianga“: Dumpfe Orgel(Orchester-)begleitung zu gedämpfter, berückend melodisch geblasener Trompetenklage. Vereinzelter Beifall war unpassend, aber irgendwie auch verständlich als Äußerung der Ergriffenheit. Das versprochene Schluss-Feuerwerk zündete das Musiker-Duo zum erwartet gloriosen Finale, als „Fünf heroische Märsche“ von Georg Philipp Telemann mit Maximalkraft beider Instrumente das Münster erfüllten: Ausgesprochen kriegerisch kamen die Sätze daher, zeichneten Klangbilder stolzer (man könnte auch sagen: machohafter) Militärformationen. Punktierte Aggressivität (La Majesté) ging vorübergehend in graziöse Anmut (La Grace) über, zeigte bildhaft Tapferkeit (La Vaillance) in zackiger Fanfare (man glaubte, ordensübersäte, geschwellte Kämpferbrüste glitzern zu sehen), fand auch im Ruhe-Satz (La Tranquillité) lautstarken Klang und stieg in der Verherrlichung der „Bewaffnung“ (L´Armenemt) bei Plenumklang der Orgel und Extremhöhe der Trompete fortissimo in den Schlussakkord. Ein echter Reißer!
Großer Schlussapplaus führte zu ersehnter Zugabe: Jeremiah Clarkes „Trumpet voluntary“ als Bonbon hinaus in die verschneite Nacht.
Reinhard Müller - Südkurier
Dem Thema "Nacht und Träume" im Liedschaffen Franz Schuberts und Robert Schumanns widmeten sich am Mittwoch Abend im Innsbrucker Canisianum der Tenor Daniel Johannsen und Peter Waldner am Hammerflügel.
Es war ein fabelhaft schöner Liederabend in der Reihe „Innsbrucker Abendmusik“!Der in Wien ausgebildete Tenor Daniel Johannsen, begleitet von Peter Waldner am Hammerflügel, faszinierte von Beginn an. Seine Stimme ist weich und wendig, unglaublich nuanciert im Piano und dann auch bestechend dramatisch.Das Programm war anspruchsvoll und tiefgründig. Schubert-Lieder wie "Nacht und Träume", "Die Sterne", "Der Wanderer an den Mond", "Frühlingstraum" und Schumann-Lieder wie "Schöne Fremde", "Lotosblume", "Ich hab im Traum geweinet" behandeln Kernthemen der Romantik: Nacht, Liebe, Traum, Sehnsucht, und immer wieder Sehnsucht.Johannsen mit äußerst ausbalancierter Gestaltung, auch als Rezitator von Schubert- und Schumann-Prosa, ließ keine Wünsche offen, und desgleichen der zu Hochform auflaufende Peter Waldner, der künstlerische Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“. Beeindruckend, welche Klangnuancen, ob als Begleiter oder solistisch, er dem historischen Instrument zu entlocken wusste.
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
Daniel Johannsen und Peter Waldner träumten mit Schubert und Schumann.
Wer sich unter dem Motto "Nacht und Träume" auf Spurensuche im Liedschaffen Franz Schuberts und Robert Schumanns begibt, wird überreich fündig, wandelt er doch durch Zentralbegriffe der Romantik.
Mit Schuberts "Nacht und Träume", einer schwebenden Hymne an die Stille, zu eröffnen, ist mutig, bedeutet doch Schubert immer die Stunde der Wahrheit, und hier ganz besonders.
Tenor Daniel Johannsen ist ein wunderbarer Liedsänger, der es in der Abendmusik-Reihe im Canisianum mit seiner Sensibilität und Gedankenkraft schaffte, die Traumstimmung in den zahlreichen Schattierungen der Liedauswahl fortzuspinnen. Jedes Lied eine Kostbarkeit. Johannsens subtile, empfindungsreiche Klang- und Vokalformung ging über in seine Rezitation von Schubert- und Schumann-Texten.
Peter Waldner entlockte dem Hammerflügel in den pianistischen Passagen sowie mit Solostücken der beiden Komponisten zarteste Valeurs und beredte Klangmalerei.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner hat mir einmal in einem Gespräch verraten, dass es ihm in der Konzertreihe nicht um seine Person ginge. Genau das merkt man der Konzertreihe "Innsbrucker Abendmusik" an, deren künstlerischer Leiter er ist. Entscheidender als seine Person ist das Konzept und die unbedingte Grundhaltung zu künstlerischem, musikalischem und konzeptionellem Niveau. In der Spielzeit 2014/2015 ist der konzeptionelle Rahmen mit dem Motto „Im Reich der Träume und der Fantasie“ gesetzt. Im Konzertabend am 26. November mit Peter Waldner selbst am Hammerklavier und Daniel Johannsen als Tenor wurde dieser eindrucksvoll ausgefüllt.
Es besteht kein Zweifel. Mit der "Innsbrucker Abendmusik" haben Peter Waldner und sein Umfeld eine Konzertreihe geschaffen, die das Publikum erst hervorgebracht hat, welches das Fachwissen und die Aufmerksamkeit aufbringt, sich dieser Art von Musik auf diesem spielerischen Niveau auszusetzen und dieses auch zu schätzen. Perlen vor die Säue zu streuen ist eine Metapher, die hier nicht zutrifft. Ich gehe davon aus, dass so gut wie alle gestern anwesenden Menschen mehr von Alter Musik und Musik generell verstehen als ich es tue. Das eröffnet einen riesigen Möglichkeitsraum, um mit Erwartungshaltungen zu spielen und kreativ umzugehen.
Die „Innsbrucker Abendmusik“ ist bekannt dafür, Grenzen und Erwartungshaltungen dezent aber nachhaltig zu verschieben, ohne auf einfache Provokation zu setzen. Das Bild, das ich von einem Liederabend mit Franz Schubert und Robert Schumann im Kopf hatte, lässt sich in dieser Hinsicht leicht beschreiben: Steif, akademisch, leblos. Wie soll auch Liedern, die so oft gespielt wurden, immer wieder neues Leben eingehaucht werden? Wie sollen sie im Hier und Jetzt berühren, wenn sie doch in den Zwängen der richtigen Interpretation und der achtsamen und demütigen Interpretation gefangen sind?
Ich teile mit Peter Waldner vor allem auch einen Zugang: Das Publikum für eine Konzertreihe, die keine Zugeständnisse an den Massengeschmack macht und auf absolute Qualität setzt, muss erst geschaffen werden. Es ist eine mühsame Arbeit, die nur nachhaltig und kontinuierlich funktioniert. Konstanten sind die Grundregeln, vor allem wenn es um die künstlerische Klasse der Interpreten geht, die alleinig zählt.

Einer der “Stars” des Abends: Das Hammerklavier.
Eine Konzertreihe lässt sich nicht mit großen Namen machen, wenn sie diese künstlerische Klasse zum Teil nicht erfüllen können. Ebenso wenig wie das Ego des künstlerischen Leiters wichtig ist, sind es auch die großen und übergroßen Namen mancher Superstars in diesem Bereich nicht. Vielmehr zählt, ob sie aufgrund ihrer Klasse in den hohen Erwartungsrahmen dieser Konzertreihe passen. Kein Ego-Trip von einzelnen Musikern, sondern eben die perfekte Erfüllung eines Anspruches, eines Rahmens und eines Konzeptes, das sich in dieser Saison auf avancierte Weise mit dem Thema Nacht und Träume beschäftigt.
Peter Waldner und Daniel Johannsen: Ein perfektes Duo, das berührt.
Peter Waldner hat in dieser Hinsicht mit dem Tenor Daniel Johannsen abermals ein geschicktes Händchen für passende und musikalisch hochkarätige Musiker bewiesen. Eindrucksvoll wie der Sänger in sich versunken, aufs äußerste angespannt und konzentriert vor der ersten Note auf der Bühne steht, um dann mit seiner glasklaren Intonation und seiner zutiefst berührenden Stimme zu begeistern. Er wirkt dabei so, als würde er den Blick im ersten Lied in sein Inneres richten, weniger aufs Publikum. Er scheint in den Noten zu leben, im Lied, in der Intention der Komponisten Franz Schubert und Robert Schumann. Er wird dabei aber nicht zum Erfüllungsgehilfen einer kühlen, sachlich richtigen Interpretation dieser zum Teil schon sehr oft gehörten Lieder, sondern er interpretiert sie auf seine Weise: Wenig pathetisch, klar und doch unglaublich berührend.

Berührte und begeisterte das Publikum: Der Tenor Daniel Johannsen.
Es wirkt so, als würde er diese Lieder, welche vielleicht über die Zeit ein wenig Staub angesetzt haben, wieder entstauben. Wie diese Lieder, Emotionen und Texte im Hier und Jetzt auf feinfühlige, respektvolle und doch individuelle Art interpretiert und vergegenwärtigt werden, lässt mich staunen. Berührt mich. Rührt mich zum Beispiel bei „Ich hab´ im Traum geweinet“ fast zu Tränen und lässt mich wenige Augenblicke zuvor glückstrahlend an den noch weit entfernten Frühling denken.
Peter Waldner, virtuos und doch zurückhaltend auf dem Hammerklavier, wird dabei zum "Gehilfen", um der Stimme von Daniel Johannsen Geltung zu verleihen, sie zur Entfaltung kommen zu lassen. Er spielt sich niemals in den Vordergrund, sondern behandelt seinen Gast so, wie es ihm angesichts seiner künstlerischen Klasse gebührt: Zuvorkommend, wertschätzend. Auch hier wird die Haltung von Waldner belegt, dass es nicht um ihn geht, sondern um die Qualität der Konzertreihe.
In Summe ergab das einen beglückenden Konzertabend, nach dem ich beschwingt und todtraurig von den Liedern von Schubert und Schuhmann meinen Weg vom Canisianum hinauf nach Hötting zu Fuß ging. Textzeilen, Melodien und die wunderbaren, meist unerwartet leisen aber umso nachdrücklicheren Akkorde des Hammerklaviers noch im Ohr. Ein nahezu perfekter Konzertabend!
Markus Stegmayr - Alpen Feuilleton
Innsbruck - Mit der Orgelfantasie "Komm, heiliger Geist, Herre Gott" und zwei herrlichen geistlichen Dialog-Kantaten Johann Sebastian Bachs, Antonio Vivaldis Sinfonia "Al santo sepolcro", Tomaso Albinonis Oboenkonzert op. 9 Nr. 2 und dem Orgelkonzert in B-Dur HWV 306 von Georg Friedrich Händel ist am Sonntag die Konzertreihe für Alte Musik "Innsbrucker Abendmusik" in der Pfarrkirche St. Nikolaus eröffnet worden. Das solistisch besetzte Streicherensemble "Il Gardellino" unter der Leitung des fabelhaften Barockoboisten Marcel Ponseele und Peter Waldner am Orgelpositiv, dem Bach muntere konzertierende Aufgaben schenkt, erfüllte wie die Solisten Caroline Weynants und Lieven Termont die Kantaten mit transparenter Wärme, Fröhlichkeit und Zuwendung.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Schmalkalden - Große Freude, den "TASTENFREUDEN um 1600" zu lauschen, hatten die zahlreichen Liebhaber der Renaissance-Orgel der Schlosskirche in der Wilhelmsburg am letzten Sonntag.
Peter Waldner, Organist und Cembalist aus Innsbruck, ist versiert auf historischen Tasteninstrumenten und hat die ältesten Orgeln Europas selbst gespielt - selbstverständlich auch die "organo di legno" von 1580 in der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofkirche. Seine Begeisterung über die Orgel (1587) der Schmalkalder Schlosskirche von Daniel Meyer aus Göttingen klang im gesamten Konzert mit – feinsinnig, variantenreich.
Zur musikalischen Reise durch Europa gab Peter Waldner interessante Erläuterungen - gut zum Eintauchen in die lebensfrohe Zeit der Renaissance. Damals trennte man kirchliche und weltliche Musik nicht so streng wie heute. Viele tänzerische Elemente in den Stücken zeugen von der Lebensfreude dieser Zeit.
In Sammlungen wie The Dublin Virginal Manuscript, The Mulliner Book oder The Fitzwilliam Virginal Book und vielen anderen in ganz Europa sind die frühen Kompositionen überliefert. Mehrere dieser Sammlungen wurden angelegt, da das Virginal-Spiel für Mädchen und Frauen der "besseren Gesellschaft" zum guten Ton gehörte.
Von England ging die Reise nach Polen mit mehreren beschwingten Stücken aus der Tabulatur des Jan de Lublin.
Nächste Reisestation war England. Als der Organist und Komponist Thomas Morley in London wirkte, blühte unter Elisabeth I. die Kunst. Sie selbst spielte natürlich auch Virginal… William Byrd war Hofkomponist bei Elisabeth I. und so bedeutend, dass er als Katholik eine solch wichtige Stellung am protestantischen Hof haben durfte. Seine gross angelegte Fantasia brachte Waldner auf fantastische Weise zu Gehör.
Dann ging es ins ewige Reise- und Musikland Italien. Aus den Tabulature di Castell´Arquato (um 1550) erklangen drei originelle Stücke mit deutlich unterschiedlichem Charakter: Gazollo, La moretta (Das braune Mädchen) und Caza la vegia milanese (Die Alte aus Mailand). Aus einer Sammlung aus Napoli stammt Antonio Valentes Lo ballo dell´intorcia con sette mutanze. Die verschiedenen Variationen waren so sinnlich und belebt gespielt, dass man sich sehr gut die Tänzer im Riesensaal des Schlosses vorstellen konnte.
In Süddeutschland wirkten die Brüder Hassler. Hans Leo Hassler war nicht nur ein bedeutender Musiker am Hof, sondern auch Diplomat der Handelsdynastie der Fugger. Aus seinem Lustgarten Neuer Teutscher Gesäng spielte Waldner eine intavolierte Version des Liedes Wer liebt aus treuem Herzen aus den berühmten Turiner Tabulaturen. Jacob Hassler war ebenfalls ein bedeutender Musiker. Seine Fantasia noni toni ist ein einzigartiges Beispiel für die süddeutsche Art zu komponieren und zu musizieren, von Waldner sehr einfühlsam, leicht und lebendig gespielt, mit dem darüber schwebenden Gesang der Vögel.
Nun ein kurzes Verweilen in Antwerpen: Mehrere Stücke aus dem Clavierbuch der Susanne van Soldt waren zu hören, unter anderem auch ein sehr lebhaftes Miniaturstück über die bereits damals bekannte und beliebte Melodie Willem von Nassau mit dem Titel Wilhelmus: Eine kleine Hommage an den Bauherrn des Schlosses Wilhelmsburg.
Der bedeutendste niederländische Komponist um 1600 Jan Pieterszoon Sweelinck, von seinen Zeitgenossen auch Orpheus von Amsterdam genannt, komponierte den Ballo del Granduca – vom Innsbrucker Organisten grandios musiziert.
Den Abschluss des 162. Konzertes auf der Renaissance-Orgel bildete Heinrich Scheidemanns Englische Mascarata in g - ein fröhlicher Maskentanz.
Mit tosendem Applaus bedankten sich die Konzertbesucher für ein meisterlich musiziertes Konzert, und Peter Waldner wiederum dankte mit zwei Zugaben.
Helgard Rutte
Erfolg für Peter Waldner beim Internationalen Orgelsommer Mittenwald
Peter Waldner, Leiter der Konzertreihe für Alte Musik "Innsbrucker Abendmusik", engagiert sich seit Jahrzehnten, Kompositionen der Renaissance und des Barock authentisch zu spielen. Auch wenn er bei den "Innsbrucker Festwochen der Alten Musik" selten zum Zug kommt, feiert er international schöne Erfolge. Erst jüngst beim Internationalen Orgelsommer Mittenwald.
"Da entdeckte man so unendlich viele Feinheiten in Phrasierung und Akzentuierung der Themen. Hier wurden Noten von Waldner nicht nur gelernt, sondern gründlich erarbeitet." schwärmt der Kritiker des Münchner Merkur Klaus-Bernd Heer über das Eröffnungskonzert von Peter Waldner vor wenigen Tagen. Und der Kritiker weiter: "Waldner setzte mit seiner Artikulation und Spielfreude sowie der Kunst des Registrierens Maßstäbe und interpretierte Bach unabhängig vom Zeitgeist und mit einer Tiefe, die den genialen Orgelwerken Bachs gerecht wird. Staunen und Durchatmen beim begeisterten Publikum." Vielleicht kann auch das Tiroler Publikum bald über den Künstler staunen.
Moni Brüggeler - Kronenzeitung
Peter Waldner eröffnet mit einem perfekten Konzert den Mittenwalder Orgelsommer.
Peter Waldner verfolgt ein Ziel: Kompositionen der Renaissance, des Barock und späterer Epochen authentisch zu spielen. "Nur so kann Alte Musik frei von überladenem Pathos wiedergegeben werden." Getreu diesem Motto eröffnete der Südtiroler Organist und Cembalist den vom heimischen Kirchenmusiker Andreas Frey organisierten Mittenwalder Orgelsommer in der Pfarrkirche.
Waldner begann sein klug aufgebautes Programm mit Orgelmusik der Spätrenaissance. Mit den "Variations on Romanesca" überzeugte der Interpret durch eine differenzierte Herangehensweise, und in den Stücken der Engländer William Byrd und Thomas Morley gefiel das geschlossene Klangbild. Da entdeckte man so unendlich viele Feinheiten in Phrasierung und Akzentuierung der Themen. Hier wurden Noten von Waldner nicht nur gelernt, sondern gründlich erarbeitet. Die Werke der Brüder Hans Leo und Jacob Hassler markieren schliesslich den Übergang von der Orgelmusik der Renaissance zu barocken Modellen. Waldners schnörkelloses, ruhiges und immer erfrischend leichtes Spiel liess die polyphonen Strukturen dieser Spätrenaissance-Werke auf transparente Weise deutlich werden. Nicht zuletzt flossen dabei die enormen Kenntnisse des Südtirolers bezüglich historischer Aufführungspraxis mit ein. Dazu sorgten die vorbildliche Akustik der Pfarrkirche und die Tonschönheit des Edskes-Chorpositivs für einen ausgezeichneten Klang.
Johann Sebastian Bachs Passacaglia in c-moll BWV 582 bildete den Abschluss und zugleich auch den Höhepunkt von Waldners Programm. Dieses "unfassbare" Werk Bachs wird durch das Thema im Pedal eröffnet. Es folgen 20 Variationen und anschliessend eine Fuge. Wie üblich in der deutschen Orgelliteratur vor 1750 fehlen auch hier Angaben über Dynamik und Registrierung. Das heisst: Der Interpret ist gefordert. Einfach runter donnern ist nicht gefragt, sondern eine dem Stück adäquate Registrierung und Klangfarbe. Waldner setzte mit seiner Artikulation und Spielfreude sowie der Kunst des Registrierens Maßstäbe und interpretierte Bach unabhängig vom Zeitgeist und mit einer Tiefe, die den genialen Orgelwerken Bachs gerecht wird. Staunen und Durchatmen beim begeisterten Publikum.
Klaus-Bernd Heer - Münchner Merkur - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt
Wenn der Vogel aus der Orgel pfeift.
Musik zu machen ist therapeutische Arbeit und Teil der Seelsorge. Davon ist der Organist und Cembalist Peter Waldner überzeugt. Seit mehr als 25 Jahren lässt er die Orgel der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck erklingen.
Hat sich ein Vogel in die Kirche verirrt? Die Zuhörer trauen ihren Ohren nicht: Die Vogelstimme, die sie zuvor bei der ornitologischen Führung im Innsbrucker Hofgarten gehört haben, ist jetzt wieder zu hören; auch diesmal kommt sie von oben, aber nicht aus den Bäumen, sondern aus den Pfeifen der Orgel auf der Empore.
Vielfalt zeigen. Ein Orgelkonzert mit einer vogelkundlichen Führung zu kombinieren – eine ungewöhnliche Idee des Organisten Peter Waldner, mit der er die Vielfalt dieses Instruments aufzeigt. Seit Herbst 1988 ist der Experte für Alte Musik Organist der Innsbrucker Pfarre Mariahilf. Und ebenso lang sucht und findet er immer wieder auch unkonventionelle Wege, einem interessierten Publikum den reichen Schatz Alter Musik nahe zu bringen, vor allem als künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“, die sich auf stilgerechte und zeitgemässe Aufführung Alter Musik spezialisiert hat.
Heraus aus dem Alltag. Ob Händel, Bach, Vivaldi oder der kaum bekannte Tiroler Barock-Komponist Ingenuin Molitor - Musik holt heraus aus dem Alltag, betont Waldner: „Musik hat darüber hinaus einen bedeutenden therapeutischen Aspekt und ist auch eine Form der Seelsorge“. Nicht umsonst habe Johann Sebastian Bach auf die Titelblätter zahlreicher Kompositionen folgenden Satz geschrieben: „Dem höchsten Gott allein zu Ehren und zur Recreation des Gemüts". In einer Zeit der Reizüberflutung und ständigen Verfügbarkeit von Musik durch die modernen Massenmedien werde es einerseits immer schwieriger, die Menschen direkt anzusprechen; andererseits aber: „Die Sehnsucht nach dem Live-Erlebnis wesentlicher, wertvoller Musik und der damit sehr oft verbundenen spirituellen Erfahrung nimmt - proportional zur zunehmenden Entfremdung von Hörgewohnheiten, die auf unmittelbare Kommunikation von Mensch zu Mensch hin angelegt sind - wieder zu; die Menschen suchen - in Zeiten wie diesen - wieder stärker das Besondere und Individuelle“, ist Waldner überzeugt.
Walter Hölbling - Tiroler Sonntag
Wer war Giovanni Buonaventura Viviani?
Nach dem letzten Saisonkonzert der „Innsbrucker Abendmusik“ am Sonntagabend in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf gibt es eine musikalische Entdeckung mehr.
Viviani (1638–1692) war zunächst Geiger der fabelhaften Innsbrucker Hofmusik unter Erzherzog Ferdinand Karl, die damals Stars wie Antonio Cesti beschäftigte. Nach dem Tod des Erzherzogs 1662 zunächst wieder in Italien, kehrte er als Hofkapellmeister nach Innsbruck zurück, verließ aber die mittlerweile abgewirtschaftete Kapelle bald wieder in Richtung Italien, wo er, angestellt in Pistoia, zu den angesehensten Musikern seiner Zeit zählte. Umso erstaunlicher, dass seine „Salmi, Motetti e Litanie“ op. 5 (1688) bis heute weder neu aufgelegt noch je eingespielt wurden.
Franz Gratl, Musikkustos der Tiroler Landesmuseen, hat nun mit Studierenden des Innsbrucker Mozarteum-Lehrganges für Alte Musik die in Pistoia ausgegrabenen Stimmbücher spartiert und war - wie Peter Waldner, künstlerischer Leiter der „Innsbrucker Abendmusik“ - von der herausragenden Qualität dieser Motetten begeistert. Denn Viviani war ein Meister der Wortausdeutung und dramatischen Darstellung von Affekten. Gefühl für Form, Ausgewogenheit und raffinierte Eleganz zeichnen auch seine instrumentalen „Capricci armonici“ aus.
Vivianis Musik liegt beim Ensemble „vita & anima“ (Gottfried von der Goltz & Amandine Bernhardt - Violinen, Annekatrin Beller - Barockcello, Andreas Arend - Theorbe, Peter Waldner - Orgelpositiv) in besten Händen, auch im Hinblick auf die bevorstehende CD-Einspielung in der Reihe „musikmuseum“, denn das Ensemble musiziert inspiriert und präzise. Großartig auch die Sopranistinnen Maria Erlacher und Nele Gramß sowie Markus Flaig (Bassbariton). Sie setzen ihre durchwegs hochvirtuosen Partien mit einer Art von Bravour um, die internationale Klasse verrät.
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
Innsbruck - Alte und neue Musik für Barockensemble aus Tirol ergab am Dienstag im ORF-Landesstudio eine "Musik im Studio": Uraufführungen des Tiroler Komponisten Franz Baur standen barocke Werke mit Tirol-Bezug der Komponisten Georg Arnold, Bartolomeo de Selma y Salaverde, Ingenuin Molitor und Giovanni Antonio Pandolfi Mealli gegenüber. Das Pandolfis Consort Wien, im Ensemble die Innsbrucker Geigerin Ingrid Rohrmoser, und Peter Waldner am Cembalo sogen aus stilistischer Erfahrung und viel Klangsinn die bewegende Schönheit der frühen Musik. Franz Baurs Cembalokonzert "Phylopsy" tauchte als ganz leises Echo im gerafften ersten (Physis), sensitiven zweiten (Logos) und dritten Satz (Psyche) ernsthaft in die Bewegung und zart melancholische Klangwelt der historischen Instrumente ein.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Präsentierten das Programm der Abendmusik Innsbruck (v. li.): Eva Steinbacher, Peter Waldner, Therese Fiegl, Evi Schintlmeister. Foto: Hölbling
"Träum weiter" - so heißt es oft, wenn jemand für blauäugig oder naiv gehalten wird. Ganz anders die "Innsbrucker Abendmusik", eine Konzertreihe für Alte Musik: Sie lädt auch zum Träumen ein, meint damit aber eine tiefe Erfahrung, von der sich auch große Komponisten inspirieren liessen. Der Verein der Innsbrucker Abendmusik hat vor kurzem das Konzertprogramm für die kommende Saison 2014/15 vorgestellt. Insgesamt 12 Veranstaltungen stehen auf dem Programm.
Für das Programm verantwortlich zeichnet der künstlerische Leiter der Konzertreihe Peter Waldner, der auch als Organist der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck tätig ist. Er stellt die Konzerte seit einigen Jahren unter ein verbindendes Motto. In diesem Jahr entführt die Konzertreihe ins Reich der Träume und der Fantasie. "Kreativ tätige Menschen boten ihre nächtlichen Träume immer wieder Stoffe und Inhalte zu künstlerischer Bearbeitung", so Waldner. So sei etwa die berühmte Taufelstriller-Sonate von Giuseppe Tartini von einem Traum inspiriert.
Die Konzertreihe, die von Peter Waldner bereits 1988 ins Leben gerufen wurde und seit 2000 vom Verein "Alte Musik in Innsbruck-Mariahilf" getragen und sehr erfolgreich durchgeführt wird, geht mittlerweile in die 14. Saison. Obfrau Therese Fiegl kann dabei auf eine erfolgreiche laufende Saison blicken, der noch zwei Höhepunkte bevorstehen: Ein Konzertabend für drei Oboen und Fagott mit dem Ensemble Zefiro am 18. Mai im Canisianum in Innsbruck und ein Konzert mit geistlichen Motetten und Instrumentalwerken von Giovanni Buonaventura Viviani mit dem Ensemble vita & anima am 22. Juni in der Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck.
Die Innsbrucker Abendmusik ist bekannt dafür, heimische Talente zu fördern und ihnen im Rahmen der Konzertreihe die Möglichkeit zu bieten, ihr Können zu zeigen. "Die Förderung unseres Nachwuchses liegt uns sehr am Herzen", so Fiegl. In den Vorkonzerten, die einigen Konzerten vorangestellt werden, können heimische Nachwuchsmusiker immer wieder das Publikum beeindrucken.
Musik bekannter Komponisten und unbekannte Perlen aus Tirol: Das Programm der Konzertreihe ist auch in der kommenden Saison wieder breit gestreut. So finden sich Werke bekannter Komponisten wie Bach, Albinoni, Händel, Hassler, Orlando di Lasso oder Schubert ebenso wie barocke Werke von Georg Arnold und des Bozner Franziskanerpaters Ingenuin Molitor, deren Musik in Innsbruck gedruckt wurde. Diese Werke erklingen zum Teil zum ersten Mal wieder in neuerer Zeit in Innsbruck.
Aber nicht nur Konzerte stehen auf dem Programm: Auf Kinder wartet eine musikalische Führung auf den Spuren von Gullivers Reisen (9. November, Ferdinandeum Innsbruck). Peter Waldner begleitet auch wieder eine Orgelreise, die im Oktober zu historischen Orgeln in der Schweiz und im Elsass führt.
Walter Hölbling - Tiroler Sonntag
Die „Innsbrucker Abendmusik“ geht mit neuer Geschäftsführung in die Spielzeit 2014/15.
Dem italienischen Violinenvirtuosen Giuseppe Tartini (1692–1770) erschien einst im Traum der Leibhaftige, der ihm eine betörend schöne Melodie ins Ohr setzte. Die Legende will es, dass alle Versuche des Komponisten das so Gehörte tags darauf zu notieren, unbefriedigend blieben. Berühmt, ja stilbildend wurde Tartinis „Teufelstriller-Sonate“ trotzdem – auch, weil sie das bis heute vielverwendete Bild vom Teufelsgeiger auf den Weg brachte.
Für eine Konzertreihe, die sich das „Reich der Träume und der Fantasie“ als Thema der kommenden Spielzeit gewählt hat, führt an der „Teufelstriller-Sonate“ kein Weg vorbei: Am 16. Jänner 2015 werden sich die bulgarische Violinistin Plamena Nikitassova und Jörg-Andreas Bötticher (Cembalo) im Rahmen des vierten Abo-Konzertes der „Innsbrucker Abendmusik“ Tartini genauso widmen wie Werken der Barockkomponisten Johann Heinrich Schmelzer, Georg Muffat oder Johann Jakob Froberger.
Weit weniger teuflisch, sondern vielmehr um thematische Kontinuität bemüht, ist indessen der Auftakt der von Peter Waldner vor 27 Jahren ins Leben gerufenen Konzertreihe. Das Ensemble Il Gardellino um den belgischen Ausnahme-Oboisten Marcel Ponseele verspricht am 5. Oktober 2014 zwar einen „barocken Tagtraum“, im Zentrum der angekündigten Werke von Bach, Albioni und Händel steht aber nicht zuletzt jene Liebessehnsucht, die die „Abendmusik“ in der nun zu Ende gehenden Spielzeit zum Thema hatte.
Obwohl von dieser noch zwei Konzerte (am 18. Mai und am 22. Juni) ausstehen, sei bereits absehbar, dass man den Schnitt von 2500 Konzertbesuchern halten könne, erklärte Therese Fiegl, Obfrau des Vereins „Alte Musik in Innsbruck-Mariahilf“, bei der Programmpräsentation der 14. „Abendmusik“-Spielzeit am Donnerstag. Besonders zufrieden zeigte sich Fiegl darüber, dass beinahe die Hälfte (43 Prozent) des Jahresbudgets über Kartenverkauf und Mitgliedsbeiträge selbst erwirtschaftet wurde.
Nachdem die Konzertreihe im Vorjahr den etwas sperrigen Titel „AbendMusic-Lebensmusik“ abgelegt hat, soll in der kommenden Spielzeit auch eine zusätzliche Spielstätte etabliert werden: Am 20. Februar 2015 gastiert Marco Ambrosinis Ensemble Oni Wytars mit seinem Programm „Mediterraneum“ im neuen Veranstaltungszentrum Vierundeinzig.
Neu wird dann auch die Geschäftsführerin der Veranstaltungsreihe sein: Eva Steinbacher beendet nach 13 Jahren ihre Tätigkeit für die Innsbrucker Abendmusik. Ihre Nachfolgerin wird Evi Schintlmeister.
Weitere Details zum Programm: www.innsbrucker-abendmusik.at
Joachim Leitner - Tiroler Tageszeitung
Mit einem barocken Klangfest wurde am Sonntag Peter Waldners Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren ist er Organist an der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf und künstlerischer Leiter der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik", seit 2013 "Innsbrucker Abendmusik". Waldner war 22 Jahre alt, als er sein Amt in Mariahilf - auch als Kirchenchorleiter - antrat, noch mitten im Studium: Klavier, Orgel und Cembalo am Tiroler Landeskonservatorium, Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Innsbruck, dazu Meisterkurse und Aufbaustudien.
Der Vinschgauer ist ein Mann der Forschung, vor allem aber der Praxis. Historische Tasteninstrumente - Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier und Fortepiano - fachen seine Neugier an, treiben ihn in die Musikgeschichte. Waldner konzertiert im In- und Ausland.
"Vita & anima" nennt der Musiker sein Ensemble für Alte Musik, in das er nach Bedarf hervorragende Musiker beruft. Seine Konzertreihe mit primär Alter Musik unter wechselndem Motto war in ihrem Vierteljahrhundert Plattform Tiroler Talente und internationaler Könner.
Viele Aspekte verbanden sich nun in Waldners Festkonzert "Barock und sinnenfroh" mit den Zinkenisten Frithjof Smith und Gebhard David, deren altgoldenes, ungemein geschmeidiges und technisch sicheres Leuchten der Zinken die Intimität der Mariahilfer Kirche mit venezianischem Raumklang erfüllte. Dazu Kaspar Singers edles Barockcello, mit Waldner am Orgelpositiv ein lebhaftes Continuo und virtuos mit einer Sonata von Domenico Gabrielli. Waldner selbst umrahmte den Abend mit seinem Hausgott Johann Sebastian Bach: Voll Festesfreude Praeludium und Fuge in G-Dur BWV 541; rahmensprengend und ergreifend, von Waldner imponierend aufgebaut und durchmessen, die unfassbare Passacaglia in c-moll BWV 582.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Umjubelte Schubertiade im Innsbrucker Canisianum.
Franz Schuberts „schönsten Liebesliedern“ galt das Konzert der Reihe „Innsbrucker Abendmusik“, das am Sonntag Abend im Collegium Canisianum stattfand. Das Vokalensemble „The Sound and the Fury“ und Peter Waldner am Hammerflügel boten eine ansprechende Schubertiade.
Die Tradition der Schubertiaden geht auf den Komponisten selbst zurück und bezeichnet seine künstlerisch-geselligen Abende, an denen er im Freundeskreis seine neuesten Kompositionen ausprobierte. Auf dem Programm der Schubertiade im Canisianum standen ausgewählte Liebeslieder des Meisters, sowohl solistische als auch Männerquartette. Das Vokalensemble „The Fury and the Sound“, für seinen außerordentlich sensiblen und klangschönen Vortragsstil gerühmt, wurde seinem ausgezeichneten Ruf gerecht.
Mit Peter Waldner am Hammerflügel – einem Instrument des Oberndorfer Klavierbauers Robert A. Brown nach einer Vorlage aus der Zeit um 1815 –, hatte das Vokalensemble einen einfühlsamen, kompetenten Begleiter, der solistisch, insbesondere mit den acht Walzern in C-Dur (D. 779), auch die klanglichen Möglichkeiten des sechspedaligen Pianoforte auslotete.
Die Sänger, verstärkt durch die Mezzosopranistin Kristine Jaunalksne, die mit edler Stimme im „Gretchen am Spinnrade“ oder im „Ständchen“ auftrumpfte, überzeugten auch solistisch: der legendäre „King’s Singer“ Colin Mason als profunder, herzerwärmender Bass, Klaus Wenk als Tenor mit weichem Timbre und David Erler als gewandter Altus.
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
Am Freitag, den 13.12.2013 versammelten sich die Klavierschüler/innen des BORG Telfs vor der barocken Mariahilf Kirche, um gemeinsam mit Prof. Koch dem Musiker Peter Waldner einen Besuch abzustatten. Voller Interesse und Neugier betrachteten wir die speziell für Herrn Waldner angefertigten Tasteninstrumente in seiner Wohnung. Wir lernten ein französisches und italienisches Cembalo sowie das Lautenklavier genauer kennen, diese waren zu unserer Verwunderung äußerst aufwendig angefertigt und traumhaft schön verziert. Die Instrumente hatten einen besonderen und einzigartigen Klang. Wir bekamen je ein Stück vorgespielt, das den Klang des jeweiligen Instrumentes gut zur Geltung brachte. In einem anderen Raum befanden sich ein Virginal und ein Clavichord. Der Klang des Virginals war leicht, angenehm und das Instrument an sich sehr fragil gestaltet. Das Clavichord, das älteste Tasteninstrument, überraschte uns durch die geringe Lautstärke. Es war eines der Lieblingsinstrumente J.S. Bachs, da nur beim Clavichord der Ton modellierbar war, solange man die Taste drückte. Sogar ein Vibrato war hier möglich. Nach eigenen Versuchen, auf diesen Instrumenten zu spielen, war die Zeit leider schon um.
Wir sind sehr dankbar, diese Instrumente kennen gelernt haben zu dürfen und einen neuen Einblick in die Welt der alten Tasteninstrumente gewonnen zu haben.
Klaviergruppe 8B - Borg Telfs
Der aus Südtirol stammende und in Tirol wirkende Organist Peter Waldner präsentierte in der prachtvollen Stiftskirche von Baumgartenberg im Rahmen der donauFESTWOCHEN im strudengau ein höchst ansprechendes Programm mit deutscher und österreichischer Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Wahl der Komponisten und Stücke traf er speziell für die Orgel des "Machlanddomes", erbaut 1662 von Johann Georg Freundt, überbaut um 1780 von Lorenz F. Richter: Johann Kuhnau, Johann Krieger, Johann Caspar Kerll, Georg Muffat, Franz Xaver Murschhauser, Johann Joseph Fux, Georg Böhm, Johann Caspar Ferdinand Fischer und Hieronymus Florentinus Quehl. Diese große Bandbreite ließ die Orgel in unterschiedlichsten Klangfarben ertönen, vom mächtigen finalen – die Himmelsstufen emporeilenden – Gotteslob des Abends, zwei Variationen über den Choral "Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" von Quehl, über die beglückend fröhliche Suite "Urania" von Fischer, bis hin zur kunstvollen Klangarchitektur der "Sonata VII primi toni" von Fux. Großartig, wie hier das Presto gleich einem kraftvoll sprudelnden Wasserlauf stürmte, um schließlich mächtig verlangsamend zu münden. Waldner begeisterte mit höchst ausgewogenem Orgelspiel, stets ohne Effekthascherei im Dienste des Komponisten, und großem Einfühlungsvermögen für den Charakter des Stückes. Er zauberte wunderbare Stimmungen, wie das beinahe schwebend einher eilende Klangbild am Anfang von Kriegers Choralbearbeitung über "In dich hab ich gehoffet, Herr" und begeisterte mit tänzerischen Passagen, so zum Beispiel in der "Ciaconna" aus Muffats "Apparatus musico-organisticus", die nach dem erschreckenden klangmalerischen Schlachtengemälde von Kerlls "Battaglia" wieder in friedliche Gefilde führte. Schön, doch von norddeutscher Kühle geprägt, erklangen Böhms sieben Partiten über den Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten". Wie Waldner in seiner ausführlichen Konzerteinleitung hinwies, war Böhm in Lüneburg einer der Lehrer Johann Sebastian Bachs. Diese wichtigen und informativen Einleitungen heben die Konzerte über reinen akustischen Musikgenuss hinaus und können gar nicht oft genug gelobt werden! Wie übrigens auch die an diesem Abend besonders stimmungsvolle Beleuchtung des so verschwenderisch geschmückten Kirchenschiffs mit gedämpftem elektrischen Licht und vielen Kerzen. Das um 1690 geschnitzte, dunkelbraun barocküppige Chorgestühl mit wucherndem Akanthusrankenwerk, prachtvollen Wangen und Fruchtgehängen, gehört für mich zu den faszinierendsten Kunstwerken der Region. Zurück zu Waldners kunstvollem Spiel, das bei Murschhausers Variationen über die Aria "Dein große Lieb, oh Jesulein" beeindruckend vorführte, wie ein kompositorisch der leichteren Muse zugeeignetes, fröhlich ins Ohr gehendes, Stück plötzlich seinen Charakter ändern kann und in festlich weihevolle Abschlussklänge mündet. Der begeisterte Beifall des Publikums war dem sympathischen Künstler gewiss, der an diesem Abend nur eine sehr kleine Facette seiner enormen Vielfalt auf historischen Tasteninstrumenten vorführen konnte. Die schöne Nacht im weiten Machland klang harmonisch bei exquisiten steirischen und niederösterreichischen Weinen und den sie begleitenden, anregenden Gesprächen aus. Vielleicht sollte ich noch darauf hinweisen, dass an dieser Stelle die Zisterzienser beinahe 650 Jahre – inmitten eines fruchtbaren Obstgartens – lebten und wirkten.
Hörtipp: Mit einer CD über die Baldachin-Orgel der Churburg, erbaut von Michael Strobl aus Ammergau, ehrt Peter Waldner eines der ältesten und besterhaltenen Instrumente dieser Art aus dem Jahr 1559, bis heute im Besitz der Familie Trapp. Quasi als musikalischer Archäologe taucht er in die faszinierende Klangfarbenvielfalt des einzigartigen Instrumentes ein und präsentiert eine Programmfolge aus Renaissance und Frühbarock, unter anderen mit Werken von H. Buchner, J. Weck, W. Byrd, G. Farnaby, J. P. Sweelinck, S. Scheidt, H. Scheidemann, A. Valente, H. L. Hassler, P. Bruna und anonymen Komponisten, welche die großartige Vielfalt der Registerkombinationen in herzhafter Frische präsentiert. Einzigartig, das die CD begleitende Booklet von liebevoller wissenschaftlicher Genauigkeit und Ausführlichkeit. Ein absolutes Muss für jeden Orgelliebhaber! Eigenverlag - Peter Waldner, 2011, Tastenfreuden 1.
Hörtipp: Seit langem ist Peter Waldner künstlerischer Leiter der Konzertreihe "AbendMusic Lebensmusik" des Vereins "Alte Musik in Innsbruck-Mariahilf" mit 12 Konzerten pro Saison: Homepage des Veranstalters. Insgesamt fanden bereits weit über hundert Konzerte statt. Die Doppel-CD AbendMusic Lebensmusik bietet einen Querschnitt aus vielen vergangenen Konzerten und macht jeden Musikliebhaber äußerst neugierig auf diese langjährige Konzertreihe. Zu den Programmen gehören aber nicht nur Konzerte, sondern auch mit Kulinarik und Kunstgenuss angereicherte Orgelreisen und -wanderungen nach Italien, Nord- und Südtirol. Auf den CDs finden sich attraktive Werke von deutschen und italienischen Komponisten, darunter einige von J.S. Bach, Buxtehude, Scheidt und Becker, sowie Corelli, Pergolesi, Salieri, Cavalli und Merula. Zu den namhaften Solisten zählen unter vielen anderen Maria Erlacher, Monika Mauch, Gottfried von der Goltz, Daniel Sepec, Peter Waldner, Maria Cristina Kiehr, Linde Brunmayr-Tutz, Roberto Sensi und Ulrike Hofbauer. Über 150 Minuten wunderbarer Barockmusik!
Franz Szabo - Kritisches Journal der Alten Musik
Innsbruck – Auch Alte Musik muss bisweilen mit der Zeit gehen. Na ja, eigentlich ist es nicht die Musik selbst, die sich zeitgemäßen Erwartungshaltungen unterwirft, sondern deren Anbieter. Die Innsbrucker Konzertreihe „AbendMusicLebensmusik“, die sich seit über einem Jahrzehnt der Pflege und Präsentation Alter Musik verschrieben hat, firmiert ab der kommenden Spielzeit, die am 29. September im Bernardisaal von Stift Stams mit Peter Waldners Programm für Virginal und Lautenpolygonal „John, come kiss me now“ beginnt, unter „Innsbrucker Abendmusik“. Der neue Name sei griffiger und eingängiger, sagt Therese Fiegl. Die Unternehmerin ist die neue Obfrau des Vereins „Alte Musik in Innsbruck-Mariahilf“, der die „Abendmusik“-Konzerte veranstaltet. Zudem soll dadurch die thematische Verwandschaft zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik unterstrichen werden. „Unsere Konzertreihe pflegt den Boden, den die Festwochen in den Sommermonaten aufbereiten, während des ganzen Jahres. Dieses verwandtschaftliche Verhältnis soll unser neuer Name unterstreichen“, so Fiegl. Dass diese Verwandtschaft sich zukünftig auch in Kooperationen niederschlagen könnte, will Fiegl nicht ausschließen. In diese Richtung gehende Gespräche habe es aber bislang noch keine gegeben.
Thematisch steht die kommende, traditionell von Peter Waldner kuratierte Spielzeit ganz im Zeichen der Liebe. Das Spektrum reicht dabei von schlichten „love songs“, die in unterschiedlichen Kontexten und volksmusikalischen Traditionen entstanden sind, bis zu sakralen Werken. So spannt Waldner einen weiten Bogen: von englischen „consort songs“ des Elisabethanischen Zeitalters (24. November) über Schuberts Liebeslieder (9. März 2014) bis zu geistlichen Motetten Giovanni Buonaventura Vivianis (22. Juni 2014).
Joachim Leitner - Tiroler Tageszeitung
Innsbruck – Der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Wolfgang Meighörner, ist stolz auf die umfangreichen Noten- und Instrumentenbestände der von ihm geführten Häuser. Die Musikaliensammlung im Ferdinandeum löse aber trotzdem ein Gefühl der Bedrückung in ihm aus, sagt er. „Es erinnert an einen Sarkophag, die Instrumente sind hinter Glas. Hier wird musikalisches Erbe bewahrt und ausgestellt. Aber um die Inhalte wirklich vermitteln zu können, müssen Instrumente zum Klingen gebracht werden“, so Meighörner. Deshalb bringen die Landesmuseen unter dem Label „musikmuseum“ seit 2009 ausgewählte Werke aus ihrer Sammlung in Form von Konzerten auf die Bühne und als CD-Mitschnitte auf den Markt.
Am Montag wurden die „musikmuseum“-Ausgaben Nummer 14 und 15 im Ferdinandeum präsentiert. „Gerade an diesen zwei Veröffentlichungen lässt sich die Spannweite der CD-Reihe beispielhaft zeigen“, erklärt Franz Gratl, Kustos der Musiksammlung der Landesmuseen. Während die erste CD den zu Unrecht vergessenen Tiroler Barockkomponisten Ingenuin Molitor (um 1619–1669) würdigt und dessen geistliche Motetten in Erinnerung ruft, präsentiert die zweite Aufnahme das Oratorium „Genesis“ des zeitgenössischen Tiroler Komponisten Franz Baur.
Baurs Werk wurde bei seiner Welturaufführung im Herbst 2011 in der Kirche Maria am Gestade in Innsbruck aufgezeichnet. Zu hören sind Chor und Orchester der Akademie St. Balsius unter der Leitung von Karlheinz Schiessl. Die Solistenrollen singen die Sopranistin Susanne Langbein, Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters, und der Tiroler Bassbariton Andreas Mattersberger.
Die Kompositionen des Bozner Franziskanerpaters Ingenuin Molitor, eines zu seinen Lebzeiten weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannten Organisten, entstanden im Frühjahr 2012 in der Kirche des Innsbrucker Priesterseminars. Zu hören sind das Tiroler Ensemble für Alte Musik vita & anima sowie das Instrumentalensemble la dolcezza. Die musikalische Leitung hatte Peter Waldner inne.
Joachim Leitner - Tiroler Tageszeitung
Schuberts Vertonungen von Texten griechisch-mythologischen Inhalts standen im Zentrum des gelungenen Liederabends, den Bassbariton Markus Flaig und Peter Waldner am Hammerflügel in der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" gestalteten.
Schuberts Lieder wie "Die Götter Griechenlands", "Ganymed" oder "Der zürnenden Diana" liegen außerhalb des üblichen Konzertrepertoires.
Umso verdienstvoller war es, zehn dieser Lieder nach Texten von Goethe, Schiller und dem Schubert-Freund Johann Baptist Mayrhofer in den Mittelpunkt zu stellen, denn abgesehen von der Musik sind auch die Inhalte spannend: Da stellt Zeus dem schönen trojanischen Königssohn Ganymed nach, beobachtet der Jäger Actaeon unerlaubterweise die schöne Diana im Bad, und Orest erleidet Höllenqualen, weil er seine grausame Mutter Klytemnästra in den Hades beförderte. Der deutsche Bassbaritonsänger Markus Flaig kann diese Geschichten großartig "erzählen", auswendig, was allein schon in Anbetracht der langen Texte eine große Leistung ist, und musikalisch bestechend, mit feiner, bruchloser, in allen Lagen aber stets voluminöser Stimme. Peter Waldner begleitete ihn auf einem neuen Hammerflügel aus der Werkstatt des genialen historischen Klavierbauers Robert Brown, einem Nachbau von 1815. Kongenial auf den Sänger eingehend musizierte er akzentuiert, inspirierend und die klangfarblichen Modulationen des mit Zusatzpedalen ausgestatteten Instruments souverän nützend.
Zur Mitte des Konzerts hielt der Tiroler Musikwissenschaftler Franz Gratl einen brillianten Kurzvortrag zum Thema "Mythologie in Schuberts Liedschaffen".
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
Innsbruck – Rund 50 Volksschulkinder sitzen mit großen Augen im Schneidersitz am Boden vor einer Bühne. Aufmerksam lauschen sie den Erzählungen von Verena Wolf, gehüllt in ein wallendes Kleid, und dem Spinettspiel von Peter Waldner, der mit einer selbstgebastelten Krone auf dem Kopf vor seinem kleinen historischen Tasteninstrument sitzt. Ein „Neues Märchen mit Alter Musik“ wird den Schülern der Volksschule Allerheiligen im Zuge der Initiative zur Kulturvermittlung der Tiroler Kulturservicestelle (TKS) präsentiert.
Seit nunmehr 38 Jahren vermittelt die TKS Kulturschaffende geradewegs in Tirols Klassenzimmer, um jungen Tirolern vom Volksschulalter bis zur Maturaklasse den direkten Kontakt zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.
Denise Daum - Tiroler Tageszeitung
Innsbruck – Peter Waldners Herz schlägt für historische, sogenannte Alte Musik: die "spannende, lebendige und kreative Vermittlung" dieser ist das oberste Ziel des künstlerischen Leiters der Innsbrucker Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik", die sich in der kommenden Saison der Themenkreise "Mythen - Märchen - Religion" annimmt.
Das Publikum darf sich dabei auf neun klangvolle Abo-Konzerte, vier außergewöhnliche Orgelmomente und eine bedacht gestaltete Schiene für den interessierten Nachwuchs freuen.
Zu Saisonbeginn gibt es dabei ein Wiederhören mit dem Vorarlberger Barockorchester "Concerto Stella Matutina", das sich unter der bewährten Leitung des italienischen Barockoboisten Alfredo Bernardini unter anderem Händels "Feuerwerksmusik" und Purcells "Fairy Queen" widmet. Im Dezember sind erstmals der Tenor Hans Jörg Mammel und die französische Geigerin Amandine Beyer mit dem Ensemble "Les Cornets noirs" bei der Konzertreihe zu Gast, um das Publikum mit barocker Weihnachtsmusik zu beglücken. Mit schaurigen Liedern und Balladen von den Britischen Inseln verschafft sich das "Quadriga Consort" Gehör, dessen Konzert unter dem Motto "Mystery & Crime" steht, während Miriam Andersen mit Musik der Wikinger aufwartet und Peter Waldner sich auf eine spannende Spurensuche nach Themen und Motiven der griechischen Mythologie im hochbarocken Cembalorepertoire begibt. Der Lautenist und Barockgitarrist Rolf Lislevand lässt selten zu hörende Musik aus Frankreich und Tirol für sein Instrumentarium erblühen. Bassbariton Markus Flaig stellt zusammen mit Peter Waldner, der ihn am Hammerflügel begleitet, in einem Liederabend den mythologischen Schubert vor, während das römische Spezialisten-Ensemble "Arte musica" unter dem Motto "Mars & Venus" die affektreiche Welt der kunstvollen Madrigale Claudio Monteverdis erschließt. Die deutsche Sopranistin Melanie Hirsch präsentiert schließlich gemeinsam mit dem Ensemble "vita & anima" Motetten und Triosonaten des "gentiluomo di Trento" Francesco Antonio Bonporti.
Zwei Vorkonzerte mit jungen Tiroler MusikerInnen werden ebenso wie die beliebten Konzerteinführungen wiederum angeboten.
Für die jungen Zuhörer wird der "Froschkönig" als musikalisches Marionettenspiel aufbereitet, weiters steht ein Märchenwettbewerb für Schüler auf dem Programm.
Erweitert wird das Programm, bei dem eng mit den Tiroler Landesmuseen und dem Archäologischen Museum der Uni Innsbruck zusammengearbeitet wird, durch zwei Orgelkonzerte und zwei vielversprechende Orgelreisen, die ins Friaul und nach Füssen führen.
Detaillierte Infos zum Programm finden Sie unter www.lebensmusik.at.
Christiane Fasching - Tiroler Tageszeitung
Mit eindrucksvollen Werken des Franziskanerpaters Ingenuin Molitor (um 1610–1669) bezauberten das Tiroler Ensemble „vita & anima“ und das deutsche Ensemble „la dolcezza“ am Donnerstag Abend in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in einem Konzert der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik".
In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte der Ferdinandeums-Musikkustos Franz Gratl die Besonderheiten der Musik der Franziskaner, die als "Fratres Minores" zunächst auf Purismus setzten und im 16. Jahrhundert nur den unbegleiteten Choral zuließen. Doch die prachtvolle, lebensfrohe Kirchenmusik des Südens eroberte schließlich nach und nach auch die Tiroler Franziskanerresidenzen, und einer, der den modernen Geist „hineinschwindelte“, war Pater Ingenuin Molitor, Organist im Franziskanerkloster Bozen. Seine Motettensammlung „Fasciculus musicalis“ (Musikalisches Bündel) ist beispielhaft für die „geringstimmige“ Kirchenmusik.
Zwei Geigen, zwei bis drei Sänger und eine Bassgruppe (im Konzert großartig besetzt mit Peter Waldner, Orgelpositiv, Andreas Arend, Theorbe, und Arno Jochem, Violone) umschwärmen einander mit süßen stimmlichen Verzierungen in hinreißender Mehrstimmigkeit zum Gotteslob. Die Ensembles „vita & anima“ und „la dolcezza“ ergänzten einander perfekt, doch auch die Stimmen des dynamischen Bassbaritons Markus Flaig und der verinnerlicht und doch bewegt singenden Sopranistinnen Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann trugen zum Erfolg des Konzerts bei. Bewundernswert auch die Präzision der Barockgeigerinnen Veronika Skuplik und Maite Larburu.
Thomas Nußbaumer - Kronenzeitung
In der Tiroler Franziskanerprovinz wirkten zahlreiche ausgezeichnete Organisten: Einer der namhaftesten des 17. Jahrhunderts war Pater Ingenuin Molitor, der an der Franziskanerkirche in Bozen tätig war.
Im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" erklangen nun erstmals in heutiger Zeit zehn Motetten aus Pater Molitors bemerkenswerter Sammlung "Fasciculus musicalis" aus dem Jahre 1668. Molitor zeigt sich darin keineswegs als Vertreter des franziskanischen Armutsideals, sondern als zeitgemässer Komponist, der reiche melodische Auszierung und intensive musikalische Textausdeutung kultivierte.
Prunkvoll reich war auch die solistische Besetzung: Mit den beiden Sopranistinnen Ulrike Hofbauer und Gerlinde Sämann sowie dem Bassbariton Markus Flaig waren drei ganz außerordentliche international erfolgreiche Musiker zu hören. Das Instrumentalensemble "la dolcezza" rund um die Barockgeigerin Veronika Skuplik wurde von Peter Waldner am Orgelpositiv verstärkt und begleitete das Sängerensemble energisch, brilliant und beredt. Bestens passte der durchaus weltliche Zugriff der Instrumentalisten zu den psalmartigen lateinischen Texten, die Ulrike Hofbauer und Markus Flaig mit Schwung, Freude und übereinstimmendem Atem sinnlich ausdeuteten.
Höhepunkt, sowohl kompositorisch als auch interpretatorisch, war die Solo-Motette "O anima", in der Gerlinde Sämann mit nuancenreicher Tongebung und einer fast bestürzenden Innerlichkeit berührend schlicht franziskanische Bescheidenheit erklingen liess.
Drei originelle Instrumental-Canzonen von Ingenuin Molitor, Johann Stadlmayr und Bernardin Wolk rundeten das Programm ab.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Innsbruck – Kinder und Alte Musik, geht das zusammen?
Die Tiroler Pädagogin und Psychologin Verena Wolf und der bekannte Südtiroler Cembalist, Organist und Musikwissenschafter Peter Waldner sind davon überzeugt.
Wolf, die schon mehrere Kinderbücher verfasst hat, in denen sie schwerpunktmäßig historische Themen kindgerecht aufarbeitet, hat eine bezaubernde Geschichte über eine kleine Prinzessin geschrieben, der es mit Hilfe der Musik gelingt, einen bösen Drachen in ein sanftmütiges Wesen zu verwandeln. „Die große Freude der kleinen Prinzessin“ (Studia Universitätsverlag), so lautet der Titel des Kinderbuchs, dessen liebevoll-charmante Zeichnungen auch von der Autorin stammen. Auf der mitgelieferten CD wird die Geschichte vom Schauspieler Wolfgang Hundegger spannend erzählt und mit Musik aus der Spätrenaissance und dem Frühbarock, gespielt von Peter Waldner (Spinett) und Wolf (Traversflöte), zum Hörgenuss. Die meisten Stücke sind im „Fitzwilliam Virginal Book“, einem berühmten Sammelband mit vorwiegend englischer Tastenmusik um 1600, überliefert. Es ist aber nicht nur ein Buch über die Liebe zur Alten Musik – die Prinzessin spielt sich mit ihrem Spinett in alle Herzen –, sondern auch über Freundschaft und darüber, dass sich mit einer Portion Phantasie immer eine Lösung finden lässt. Und was sagt die vierjährige Testleserin und Testhörerin zu dem Projekt?
Als die ersten Töne der Alten Musik ertönen, springt sie auf und sagt: „Komm, lass uns tanzen.“ Mission erfüllt. Obwohl ihr die Musik offensichtlich gefällt und sie die Geschichte packend findet, das Buch will sie wieder und wieder vorgelesen bekommen, dauert ihr die einstündige Hörversion jedoch zu lange. Tipp: Hörbuch häppchenweise verabreichen.
Alexandra Plank - Tiroler Tageszeitung
Was ist denn ein Spinett?
Die kleine Prinzessin ist jedenfalls ganz verrückt nach dem alten Musikinstrument. Es gibt auch ganz besondere Klänge von sich.
Am 4. Mai waren wir bei dem Familienkonzert „Die kleine Prinzessin und die Zauberkraft der Musik“: Verena Wolf trägt ein mittelalterliches Kleid und erzählt uns die Geschichte von der kleinen Prinzessin; Peter Waldner spielt das Lieblingsinstrument der Prinzessin: er begleitet die Geschichte auf dem Spinett. Das Spinett ist ein altes Tasteninstrument. Es wird gespielt wie ein Klavier, ist aber viel kleiner und leichter.
Die Prinzessin lernt einige Tiere in ihrem Reich kennen, unter anderem einen Igel und einen Frosch. Die Tiere begleiten sie und sind überzeugt, dass ihre Musik magisch sein muss. Wenn man die Klänge des Spinetts hört, ist man nämlich fröhlich und will gar nicht mehr aufhören zu hüpfen und zu tanzen.
Das alte Musikinstrument hilft der Prinzessin und ihren Freunden sogar auf ihrer Reise. Sie werden nämlich immer wieder vor Probleme gestellt. Die frühbarocken Musikstücke helfen ihnen aber, die Hindernisse zu überwinden.
Bei diesem Konzert können Kinder Alte Musik einmal anders kennenlernen. Die Musik ist in der Geschichte eingebunden und verbindet die Handlung.
Das Buch zum Stück von Verena Wolf und Peter Waldner empfiehlt sich zum Vorlesen für kleine Kinder.
Sofia - Toni Times der Tiroler Tageszeitung
Broschürenpräsentation des Orgelprogrammes in Innsbruck
26.03.2012 (AA) Gemeinsam mit den Konzertveranstaltern präsentierte Kulturstadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser am 26. März den Programmfolder „Orgelstadt Innsbruck 2012“. Unter den anwesenden Gästen waren: Prof. Hans Erhardt (Igls), Domorganist Prof. Reinhard Jaud, Stiftsorganist Kurt Estermann (Wilten), Mag. Peter Waldner (Mariahilf), Kulturamtsleiter Horst Burmann und Mag.a Natalie Pedevilla (Amt für Kultur). „Die Orgel, als Königin der Instrumente, stellt ein wertvolles Kulturgut dar. Gerade aus diesem Grund ist es mir eine besondere Freude, dass die Eleganz und Schönheit der Orgelmusik jahresdurchgängig neben Messfeiern auch im Rahmen spezieller Konzertreihen genossen werden kann“, so Kulturstadträtin Patrizia Moser: „Der Orgelfolder 2012 ist der perfekte Leitfaden zu diesen musikalischen Hochgenüssen.“
Jährlich gibt das Kulturamt der Stadt Innsbruck eine umfangreiche und übersichtliche Broschüre zu den Orgelkonzerten heraus, um einen besseren Überblick über die zahlreichen Konzerte zu liefern. Das diesjährige Orgelprogramm beinhaltet 55 Konzerte, welche die kulturelle Bedeutung Innsbrucks als Orgelstadt hervorheben. Ihr Können an den kostbaren, historischen Orgeln werden sowohl Innsbrucks professionelle Organisten als auch internationale Gastorganisten unter Beweis stellen. Dabei werden sie Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelsohn-Bartholdy zum Besten geben.
Der Programmfolder erscheint heuer erstmals dreisprachig (Deutsch, Englisch, Italienisch), um auch internationalen Gästen eine gute Orientierung bieten zu können. Neben einer übersichtlichen Liste aller Spiel- und Konzerttermine enthält die Broschüre wissenswerte Informationen zu den Orgeln und Kirchen. So können sich Interessierte beispielsweise über die Herz-Orgel in der Stiftskirche Wilten informieren, die mit ihrem hohen Originalbestand zu den Schätzen der ältesten Orgeln in Tirol gehört.
Veranstaltungsorte der größtenteils kostenlosen Veranstaltungen werden auch heuer wieder der Dom St. Jakob, die Hofkirche, die Stiftskirche Wilten, die Basilika Wilten, die Pfarrkirche Mariahilf, die Georgskapelle - Altes Landhaus sowie die Pfarrkirche Igls sein.
Die kostenlose Broschüre „Orgelstadt Innsbruck“ ist ab sofort im Kulturamt der Stadt Innsbruck sowie bei den Veranstaltern erhältlich. Auf der Homepage der Stadt Innsbruck innsbruck.gv.at ist der musikalische Programmfolder online abrufbar.
Peter Waldner begeisterte mit berührendem Schubert
Einen großartigen Schubert-Abend gab der Südtiroler Pianist Peter Waldner am Dienstag Abend im Innsbrucker Canisianum in einem Konzert der Reihe „AbendMusic-Lebensmusik“. Das Besondere: Man hörte Klaviermusik von Franz Schubert auf einem Hammerflügel wie neu und entschlackt. „Dem Himmel nahe – Claviermusik aus Schuberts letzten Lebensjahren“ lautete das Motto des Konzerts, das auf den Tag genau an Schuberts 215. Geburtstag stattfand.
Und Peter Waldner konnte mit herzergreifenden Meisterwerken, ja geradezu „Ohrwürmern“ aufwarten: mit Schuberts Impromptus Nr. 1 (c-moll) und Nr. 2 (Es-Dur), mit acht „Valses sentimentales“, einem „Grazer Galopp“ und der herrlichen, episch breiten Klaviersonate in B-Dur (D. 960), Schuberts letzter Klaviersonate. Sehnsuchtsmusik!
Waldner, an sich ja meist auf Cembalo, Virginal oder Orgel zu hören, spielte auf der Kopie eines Wiener Hammerflügels von Jacob Bertsche (um 1815) aus der Werkstatt des renommierten Klavierbaumeisters Robert A. Brown, also auf einem Instrument, das Schuberts Klangwelt sehr, sehr nahe kommt. Und welch schöne Klangwelt! Verhältnismäßig dünn und fein die Bässe, keine Überlagerungen gefinkelter Mittelstimmen durch „dicken“ Nachhall, keine opulente Dynamik, sondern schlanker, transparenter, filigraner Hammerklavierklang.
Dazu präsentierte sich Waldner in einer Hochform, die das Publikum im ausverkauften Saal des Canisianums zu schätzen wusste.
Bei ihm klingt Schubert unprätentiös, ehrlich, musikantisch, weil er auf agogische Effekthascherei verzichtet, und - in der Summe - sehr berührend.
Ein großer musikalischer Abend!
Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung
Innsbruck - Peter Waldner feierte den 215. Geburtstag von Franz Schubert am 31. Jänner 2012 mit einem Solo-Abend am Hammerflügel, der im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" in der Aula des Canisianums stattfand.
Er kontrastierte leichte, tänzerische Gebrauchsmusik Schuberts mit gewichtigen Werken: zwei der Impromptus D. 899 sowie der berückenden letzten Klaviersonate D. 960.
Der Klavierbauer Robert A. Brown stellte einen fantastischen Nachbau eines Hammerflügels der Wiener Klavierbauschule von Jacob Bertsche (um 1815) zur Verfügung. Waldner ließ so mit wunderschönem, einzigartigem Klavierklang nach einem Modell der Lebzeit Schuberts aufhorchen, und erreichte große dynamische Abstufungen auch ohne Einsatz der sechs Pedale, mit denen er zudem raffinierte Färbungen erzielte.
Fern von trübsinnigem Weltschmerz interpretierte er die Musik in ungezwungener Frische. Vor allem in den Impromptues ließ er immer wieder mit starken agogischen Schwankungen aufhorchen, welche die Musik ins romantische Licht rückten.
Den Kopfsatz der Klaviersonate nahm Waldner vergleichsweise rasch, wodurch er den Rahmen zu den letzten beiden Sätzen spannte. Im Scherzo ließ er mit dem Pedal des Janitscharen- und Fagottzugs sogar knallige "alla turca" - Stimmung aufkommen.
Mit immer wieder überraschenden Impulsen und Phrasierungen, Übergängen ausnehmender Detailgestaltungen sowie dem Mut, beim Tempo den Klanggegebenheiten des Flügels stattzugeben, hielt er jeden Satz in sich zusammen.
Ein würdiges Geburtstagskonzert.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Hier einige schriftliche Rückmeldungen:
Hervorragend! Man konnte den Geist Schuberts spüren; der Flügel: eine Klangfarbenpracht! Besonders die Sonate grosse Klasse! Danke für den grossartigen Abend!
In Deinem Schubert-Abend am Dienstag lag ein Zauber, der mich sehr berührt hat und lange nachklingt. Wie in einem wirklichen Märchen! Herzlichen Dank!
Ganz herzlichen Dank für das schöne Konzert; Du hast wunderbar gespielt. Ein Geschenk!
Danke für den wunderschönen Abend!
Vielen Dank für die wunderschöne Musik von Schubert!
Mit seiner 2009 kreierten CD-Reihe „musikmuseum“ wagt Franz Gratl, Musikkustos am Tiroler Landesmuseum, den Sprung in den ganz großen Medienteich. Für die mittlerweile neunteilige CD-Reihe ist das Heidelberger Label Note 1 als Vertrieb gewonnen worden.
Gratl, der am Donnerstag im Ferdinandeum seine neuesten Produktionen und Pläne vorstellte, präsentiert in der Konzert- und CD-Reihe Tiroler oder in Tirol wirkende Komponisten aus Renaissance und Barock bis zur Gegenwart und verpflichtet dafür vorrangig Tiroler Interpreten. Eine Partnerschaft besteht mit Karlheinz Siessls Orchester der "Akademie St. Blasius" und Peter Waldners Ensemble für Alte Musik "vita & anima"; aber auch Gerhard Sammers Kammerorchester " InnStrumenti" fand auf der Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten seiner schon vor sechs Jahren aufgenommenen Kompositionen von Haimo Wisser Aufnahme in der CD-Reihe "musikmuseum"...
Soeben erschien Nr. 9 mit 33 romantisch verzauberten Liedern von Josef Pembaur – eine Entdeckung! Aufgestockt wird "musikmuseum" noch in diesem Herbst mit sakraler Bläsermusik und dem ersten Klangdokument der Renaissanceorgel in der Silbernen Kapelle, eingespielt vom Tiroler Organisten, Cembalisten und Spezialisten für Alte Musik Peter Waldner.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Ich habe genug vita & anima, Markus Flaig - Bass, Marcel Ponseele - Barockoboe, Peter Waldner - Orgelpositiv, Gottfried von der Goltz - Konzertmeister
16. Oktober 2011
Das Motto des zweiten Konzertabends der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" lautete - nach J.S. Bachs Kantate BWV 82 - "Ich habe genug".
Dass das Publikum in der vollbesetzten Stiftskirche Wilten davon und auch von der Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" BWV 56 sowie von Alessandro Marcellos Oboenkonzert d-moll nicht genug kriegen konnte, lag an den erstklassigen Interpreten.
Mit dem deutschen Bassisten Markus Flaig fand sich eine Stimme, die so wunderbar voll in den Tiefen und bei Bedarf so sanft und weich wie ein Flügelschlag in den Höhen Bachs Glaubensbekenntnis über eine konfessionell gebundene Verkündigung hinaus zum prickelnd ergreifenden Erlebnis werden ließ. Den belgischen Barockoboisten Marcel Ponseele an seiner Seite, auf jede Nuance des Gesanges reagierend, verwöhnten Flaig und Ponseele das Publikum mit innigstem Wohlklang. Intuitive Zweisamkeit wie man sie nur selten erleben darf.
Mit dem Oboenkonzert d-moll von Alessandro Marcello, einem wahren Hit des Barock, ist an und für sich leicht glänzen, zu süffig und charmant legen sich die Melodien ins Ohr. Aber was Ponseele mit Empfindsamkeit in das Werk legte, verursachte kollektives Schwelgen in der Stiftskirche. Tonbildung, Artikulation, Phrasierung, verzierungstechnische Ausdeutung, schöner, intensiver kann man das Werk wohl kaum erleben.
Nicht unwesentlichen Anteil an der sinntiefen wie emotional so dichten Realisierung der Stücke hatte das solistisch besetzte Ensemble mit dem beim Freiburger Barockorchester als künstlerischer Leiter tätigen Gottfried von der Goltz als Konzertmeister und Peter Waldner am Orgelpositiv.
Dem Namen des Ensembles "vita & anima" wurde man in jeder Beziehung gerecht. Man hatte nicht genug!
Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung
"AbendMusic–Lebensmusik" 2011/12 mit Konzerten, Oper, Vorträgen & Film
"Sorgfältig programmierte Aufführungen im Originalklang, in authentischer Art und Weise und unter Berücksichtigung der Kenntnisse historischer Aufführungspraxis lebendig vermittelt“, ist das Credo von Peter Waldner, dem künstlerischen Leiter der Innsbrucker Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“. Das Programm der Saison 2011/12 stellte er unter das Motto „Himmel & Erde“.
Einen Gutteil der Konzerte gestaltet Waldner selbst, solistisch oder mit Partnern. Angesetzt hat er dafür Barockmusik aus Deutschland, Italien, Frankreich und Südtirol (Ingenuin Molitor) und einen Schubert-Abend. Eingeladen sind die Ensembles "I Sonatori de la Gioiosa Marca", "Zefiro Torna", "Ars Choralis Coeln" und "Ars Antiqua Austria".
Die "Lautten Compagney Berlin" wird Händels Oper „Rinaldo“ konzertant aufführen. Vorkonzerte binden Barockmusik-Schüler ein, es gibt auch wieder ein Kinderkonzert. Zu den Konzerten kommen die Orgelwanderungen und Orgel:momente (www.lebensmusik.at).
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Zwischen »Himmel und Erde« liegen die musikalischen Genüsse bei Abendmusic – Lebensmusik 2011/12. Die Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik hat sich dafür internationale Virtuosen und heimische Könner eingeladen.
Sakrale und weltliche Musik gibt es bei den zwölf Konzerten und zwei Orgelwanderungen zu hören, die der Cembalist, Organist und künstlerische Leiter von »Abendmusic – Lebensmusik« Peter Waldner für die Saison 2011/12 zusammengestellt hat – gerade so, wie auch der Mensch mit Erde und Himmel verbunden ist. Den Anfang macht gleich Peter Waldner selbst, der mit dem Cellisten Marco Dalsass Barockmusik aus Deutschland und Italien spielt (18.09.2011), und auch noch in weitern Konzerten (Dem Himmel nahe, 31.1.2012 und L'Ange et le diable, zusammen mit Martin Bauer am 11.03.2012) wird Waldner zu hören sein. Ein »Stammgast« bei Abendmusic - Lebensmusik ist das Ensemble vita & anima, das mit wechselnden Mitgliedern stets die besten heimischen Kräfte versammelt, diesmal zu hören am 16. Oktober 2011 mit Musik von Johann Sebastian Bach und Alessandro Marcello und am 10. Mai 2012 mit Geistlichen Motetten von Ingenium Molitor. Nicht nur der französische, auch der italienische Engel und Teufel sind zu Gast, wenn die Sonatori de la Gioiosa Marca am 7. November 2011 gemeinsam mit dem Violinisten Giuliano Carmignola auftreten. Dem Göttlichen auf der Erde widmet sich hingegen das Ensemble Zefiro Torna im Weihnachtskonzert am 29. Dezember 2012.
Von der "Ars Choralis Köln" werden die Besucher ins Paradies und in die Hölle entführt (21.04.2012), während Daniel Sepec und Freunde am 10. Juni 2012 »Bibers Himmelslust« und Gunar Letzbor und Ars Antiqua Austria am Tag darauf »Bibers Erdenfreuden« in Erinnerung rufen – beide selbstverständlich mit Musik von Heinrich Ignaz Franz Biber.
Hinzuweisen ist auch noch auf das Kinderprogramm "Die kleine Prinzessin und die Zauberkraft der Musik", erzählt und illustriert von Verena Wolf, die auch die Traversflöte spielt, und begleitet am Spinett von Peter Waldner.
Mit dem "Erlkönig" durch das Nachtkonzert in Jennelt
Das Nachtkonzert des "Krummhörner Orgelfrühlings" fällt immer etwas aus dem Rahmen - auch dieses Mal, als Sopranistin Gudrun Sidonie Otto und Organist Peter Waldner ein - ja was eigentlich - zelebrierten? War das ein Konzert für Orgel und Gesang oder ein Konzert mit szenischer Lesung? Auf jeden Fall verwoben sich Musik und Literatur zu einer höchst reizvollen Einheit, die mit Liedern und Arien überwiegend des 18. Jahrhunderts gestaltet wurde. Das war eine wirklich reizvolle Idee, die die Wirkung eines guten Hörspiels hatte...
Waldner zauberte auf der kleinen Constabel-Orgel von 1738 die angenehmste Stimmung und erzeugte eine enorme klangliche Vielfalt auf dem einmanualigen Werk. Das Publikum wusste den nächtlichen Leckerbissen sehr wohl zu würdigen: Viel Applaus für Gudrun Sidonie Otto und Peter Waldner.
Ina Wagner - Emder Zeitung
Im nächtlichen Jennelt beleuchteten Gudrun Sidonie Otto (Sopran) und Peter Waldner (Orgel) Johann Wolfgang von Goethes Ballade vom "Erlkönig" aus neuen und zum Teil provokanten Sichtwinkeln. Einblicke in tiefe Abgründe von Angst, Verlangen und Verführung wurden szenisch verdeutlicht und in Liedern, Arien sowie freien Orgelstücken temperamentvoll dargestellt. Analytisches Musiktheater zu später Stunde - diesen Abend wird man nicht so schnell vergessen.
Barbara Fischer - Ostfriesen-Zeitung
10. Krummhörner Orgelfrühling beendet
Die Nähe des Publikums zu den Künstlern, die ungezwungenen Gespräche üben eine enorme Zugkraft aus. Ebenso die klangliche Vielfalt, die diese vom 15. Jahrhundert an gebauten Orgeln offenbaren. Oder die spannende Gewichtung zwischen Meistern aus Renaissance und Barock, den romantischen Neuerern und den Zeitgenossen. Zudem natürlich der Auftrieb der hochrangigen Interpreten von Gustav Leonhardt aus Amsterdam über Zsigmond Szathmáry aus Freiburg bis zu Peter Waldner aus Innsbruck.
Horst Hollmann - Nordwest Zeitung
"Vita & anima" nennt Cembalist Peter Waldner seine Ensembles, wobei er wechselnde Musiker im Rahmen der Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik "Abendmusic - Lebensmusik" um sich schart.
Diesmal trafen drei namhafte Musiker der Alten Musik-Szene mit Waldner aufeinander, die zuvor noch nicht gemeinsam gearbeitet hatten: die Barockgeiger François Fernandez und Daniel Sepec sowie Vittorio Ghielmi an der Viola da gamba; sie wurden am Freitag im Canisianum dem Namen des Ensembles durch lebendiges und beseeltes Musizieren besonders gerecht. Das war umso erfreulicher, als die Herausforderung ausgefallen hoch war: neben Musik von Biber, Schmelzer, Rosenmüller, Muffat, Buxtehude und Goldberg standen auch Werke der Wiener und Innsbrucker Hofkapellmeister Antonio Bertali und Giovanni Buonaventura Viviani auf dem Programm, welche die Musiker zuvor noch nicht kannten. Zudem spielten Sepec und Fernandez nicht auf ihren gewohnten eigenen Instrumenten, sondern auf zwei historischen Violinen von Jacob Stainer aus dem Besitz des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum.
Die Musiker fanden vorzüglich zusammen, indem jeder seine eigenen Stärken einbrachte: Sepec setzte mit betont körperlichem Spiel Impulse und sorgte für hohe Intensität. Fernandez fügte Feinheit, Farben und dynamische Abstufungen hinzu. Ghielmi sorgte für Tiefe im Ausdruck. Waldner wirkte hellhörig und beschwingt.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Für das Abendprogramm konnte das Ensemble „Oni Wytars“ für ein Konzert gewonnen werden. Das Ensemble präsentierte gemeinsam mit dem Organisten Peter Waldner „Musik am spanischen Hofe zu Neapel“ aus dem 16. Jahrhundert unter dem Titel „Mare & Terra“. Durchwegs sehr mitreißend interpretiert; das Publikum war begeistert und der anhaltende Applaus wurde mit mehreren Zugaben belohnt.
Dorit Wocher - Erta-News
Dramatik im Kleinen
Der deutsche Bariton Thomas E. Bauer und der Tiroler Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner konzertierten in Innsbruck mit Liedern und Balladen von Franz Schubert und Carl Loewe zum Thema "Wasser".
Thomas E. Bauer zeigte auf sympathische Art seinen hellen, angenehmen Bariton, scheinbar bruchlos durch die Register. Selten textdeutlich bis ins hauchende Pianissimo schaffte er es, die Balladen packend zu schildern und die agierenden Gestalten überzeugend zu charakterisieren. Auch in den Liedern reicherte er die Worte durch Farbschattierungen mit Bedeutungsnuancen an und zeigte gerade hierin eine besondere Begabung, selten ungekünstelt Ausdruck hervorrufen zu können.
Peter Waldner debutierte als Liedbegleiter. Mit den charakteristischen Farbmöglichkeiten des originalen Hammerflügels von Conrad Graf (Wien, um 1830) aus der kleinen, aber feinen Tasteninstrumentensammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum malte er erfreulich vielseitig und förderte insbesondere in den spannungsgeladenen Balladen die Dramatik.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner spielt in der Aureliuskirche Hirsau an Virginal und Orgel
Nicht gerade häufig hat man das Glück - und dies selbst bei Festivals, die sich auf Alte Musik spezialisiert haben - im Rahmen eines Konzerts den Klängen eines Virginals lauschen zu können. In der Aureliuskirche in Hirsau war nun die seltene Gelegenheit hierfür gegeben, und man konnte noch dazuhin ein äußerst klangschönes und dabei sehr fülliges und basskräftiges Instrument dieser Bauart kennenlernen.
Im Unterschied zum Cembalo und zum Spinett handelt es sich beim Virginal um eine rechteckige Kistenform. Die Tastatur liegt an der Breitseite, die wie beim Cembalo mit Kielen angerissenen Saiten sind hier längs angeordnet. Gebaut wurden diese Instrumente im 16. und 17. Jahrhundert und da vornehmlich in England und in den Niederlanden. Vor allem in England war das Virginal als Hausinstrument weit verbreitet, es diente dort der musikalischen Unterweisung und überhaupt dem Musizieren der kunstsinnigen Damen, daher der vom Lateinischen abgeleitete Name (Virgo = Jungfrau).
Eine ganze Gruppe englischer Komponisten des Elisabethanischen Zeitalters bezeichnet man heute dank ihres Schaffens für dieses Tasteninstrument als „Virginalisten“. Dazu zählen etwa John Bull, Giles Farnaby und eine Vielzahl von anonymen Meistern, aber auch hinsichtlich seines Anteils an Tastenmusik etwa William Byrd. Und natürlich lässt sich auf dem Virginal auch die Musik eines Jan Pieterszoon Sweelinck und die seiner Schüler Samuel Scheidt und Heinrich Scheidemann spielen. Sie alle waren Teil des Programms des Cembalisten und Organisten Peter Waldner, der damit zum Teil auch die Rohlf-Orgel der Aureliuskirche heranzog.
Um mit der Orgelmusik zu beginnen: In der „Echo-Fantasie“ Sweelincks war Peter Waldners klangliche Ausrichtung mit den beiden sehr stark voneinander getrennten Manualen vielleicht doch ein wenig zu kontrastreich geraten, und die volumenreiche Klangfülle der Scheidemann-Intavolierung des „Benedicam Domino omni tempore“ von Praetorius hätte man gewiss auch noch ein wenig zurücknehmen können, ohne dem Ausdrucksanspruch Abbruch zu tun. Im Eingangsstück des Konzerts, Sweelincks „Ballo del Granduca“ gefiel aber das festliche Gepräge und die Wahl von Peter Waldners unterschiedlichen Registermischungen für dieses intradenartige Stück.
In den Werken für das Virginal überzeugte der Interpret mit einer sehr differenzierten Herangehensweise. In der ersten Dreiergruppe mit Stücken William Byrds etwa gefiel der hier aufgebaute Spannungsbogen, der seinen Ausgang nahm von einem betont runden und geschlossenen Klangbild ("Monsieurs Alman"), der dann an rhythmischem Profil gewann ("Callino Casturamae") und der in der "Fantasia" eine Fülle von verschiedenen Satzmustern vom streng imitatorischen Stil bis hin zu frei schweifenden Passagen, für sich genommen eigentlich allesamt Trennendes, organisch zusammenzuführen vermochte. Prägnant und konturiert zugeschnitten zeigten sich auch der "Brabanschen ronden dans" eines anonymen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert sowie John Bulls Stück mit dem etwas sperrigen Titel "A Gigge. Doctor Bull’s my selfe", ebenso aber auch die "Dalling Alman" eines anderen Anonymus.
Peter Waldner fand für alle diese Werke immer den rechten Zugang, seien es gegebenenfalls eine angemessene Wärme und Geschmeidigkeit, oder bei tänzerischer Textur der artikulatorische Elan, oder in den Choral- und den Liedvariationen die Deutlichkeit und die Transparenz des Liedursprungs.
Thomas Bopp - Schwarzwälder Bote
Peter Waldner konzertiert in Calw-Hirsau.
Eine doppelte Premiere bietet der nächste Abend der Konzertreihe Sankt Aurelius in Hirsau am Sonntag, den 24. Oktober 2010.
Der Innsbrucker Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner gibt dabei sein Hirsauer Debüt.
Im Mittelpunkt seines Konzerts wird das einem breiten Publikum wohl eher unbekannte Virginal stehen. Dieses wie Cembalo und Spinett aus der Familie der Kielklaviere stammende Tasteninstrument wurde im 16. Jahrhundert vor allem in den Niederlanden und im 17. Jahrhundert auch in England gebaut. Es war dort zur Zeit des Barock das am weitesten verbreitete Tasteninstrument.
Entsprechend der zeitlichen und räumlichen Verbreitung und Bedeutung dieses Instruments stellt Peter Waldner Werke der englischen Komponisten William Byrd, John Bull und Giles Farnaby vor, die allesamt vom Ende des 16. bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts wirkten.
Wegen ihrer fast ausschließlichen Konzentration auf dieses Instrument sowie der von ihnen dafür entwickelten speziellen Satz- und Spieltechniken werden diese drei Komponisten in der Musikwissenschaft als "Virginalisten" bezeichnet. Daneben erklingen Werke des Amsterdamer Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck und seiner Schüler, darunter die beiden Norddeutschen Heinrich Scheidemann und Samuel Scheidt.
Als Kontrast und zur Auflockerung des Konzertabends wird Waldner einzelne Werke der genannten Komponisten auch auf der Rohlf-Orgel der Aureliuskirche interpretieren, so dass der ganze Reichtum an Klangfarben und Interpretationsmöglichkeiten dieser Kompositionen hörbar wird.
Unterlegt und ergänzt wird das Ganze durch fachkundige, aber auch unterhaltsame Erläuterungen des Künstlers, der bei so berühmten Lehrern wie Gustav Leonhardt, William Christie, Jean-Claude Zehnder und Nikolaus Harnoncourt studierte und zu den herausragenden Interpreten der Gegenwart auf den historischen Tasteninstrumenten gehört.
Neben seiner Solistentätigkeit ist Waldner außerdem ein gefragter Lehrer und Kursleiter. Auch in der Praxis der Kirchenmusik verfügt der Solist über eine reiche Erfahrung. Schließlich obliegt ihm die Planung und künstlerische Leitung der internationalen Konzertreihe für Alte Musik "Abendmusic – Lebensmusic" in Innsbruck, einer der bedeutendsten Reihen für Werke in historisch-informierter Aufführungspraxis in Europa.
Peter Michael Schlang - Schwarzwälder Bote
Mit einem Festabend begeht der Verein „Alte Musik in Innsbruck – Mariahilf“ sein zehnjähriges Bestehen.
Der Organist und Cembalist Peter Waldner ist mit "vita & anima", Leib und Seele, der Alten Musik verfallen.
Angefangen hat alles mehr als ein Jahrzehnt früher mit Konzerten, die Peter Waldner unter dem Titel „AbendMusic – Lebensmusik“ veranstaltete. Was nun heute in der Innsbrucker Landschaftlichen Pfarre Mariahilf mit einem Konzert, danach im Pfarrsaal und insgesamt mit einer Doppel-CD gefeiert wird, ist die Institutionalisierung der Konzertreihe vor zehn Jahren durch die Gründung des Vereins „Alte Musik in Innsbruck – Mariahilf“.
Von den Innsbrucker Festwochen kam scharfer Gegenwind, aber Peter Waldner und seine Obfrau Wilfriede Hribar hatten die wichtigste Subventionshürde bei Land Tirol und Stadt Innsbruck geschafft, um der Alten Musik übers Jahr ein qualitatives Kontinuum zu geben.
Die erste starke Saison 2001/02 mit dem Eröffnungskonzert des großen Gustav Leonhardt sowie Hopkinson Smith, Rolf Lislevand, den Hilliards und Accordone bestätigte das Konzept, Waldners Auftritte mit solchen prominenter Gäste abzuwechseln. Eine Hundertschaft an Konzerten hat seit damals in vielen Fällen bezaubert.
Waldners Musizierstil ist beredt und farbig, erfüllt von virtuoser Energie und lyrischem Empfinden. Das spiegelt sich auch im Namen seines Ensembles "vita & anima", das er je nach Bedarf besetzt. Da finden sich heimische und internationale Musiker von Rang.
Bach ist und bleibt ein Schwerpunkt; eine Orgelreihe entstand, es gibt Orgelwanderungen und Kulturfahrten, Sonderprojekte wie die Vogelführung im Hofgarten, Kinderprogramme und in dieser Saison mit "Das Wasser" in dritter Folge ein Jahresmotto.
Heuer ist Waldner in fünf von den zwölf Konzerten vertreten, bestreitet zwei Sonderkonzerte und zwei Orgelfahrten (www.lebensmusik.at). Knapp 200 Abonnenten und viele weitere Getreue stützen die Reihe und ihren Erfolg.
Die Jubiläums-CD ist mit Live-Mitschnitten aus Konzerten ausschließlich Peter Waldners Ensemble "vita & anima" gewidmet. Da finden sich unter vielen anderen fabelhafte Wegbegleiter wie die Barockgeiger Daniel Sepec, Francois Fernandez und Ursula Wykypiel, Bassist Walter Rumer und Traversflötistin Linde Brunmayr-Tutz. Vokal- und Instrumentalmusik von Bach, Buxtehude, Scheidt, Cavalli, Corelli, Pergolesi und - wie üblich - weniger bekannten Meistern belegen das Niveau.
Im Booklet wird zwölf Seiten lang gejubelt: Waldner freut sich darüber, „unermüdlich und kontinuierlich“ Musik vom Mittelalter bis zur Romantik zu erschließen, Abonnenten gratulieren, und dem Vorstand des Vereins wird schliesslich für 10 Jahre Einsatz und Engagement gedankt.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Sabato 25 settembre alle 20,45 il XXII Festival Organistico Internazionale "Città di Treviso e della Marca trevigiana" riaccende l'organo più antico della città di Treviso, realizzato da Pietro Nacchini nel 1750 nella chiesa di S.Croce per il recital dell'organista austriaco Peter Waldner. La chiesa/auditorium nell'ex complesso ospedaliero di S.Maria dei Battuti riecheggerà di suoni e ritmi risalenti a quella che il programma definisce "L'epoca d'oro del madrigale", ossia della forma poetica-musicale che a partire dalla seconda metà del XVI secolo espresse, nei suoi vari stili, i più raffinati ideali del rinascimento musicale.
Waldner proporrà composizioni del Cinque-Seicento che rielaborano brani vocali a forme che sebbene siano nate guardando al modello vocale si propongono con autonomia strutturale e stilistica in un linguaggio decisamente strumentale, ma anche composizioni che derivano da forme di danza e altre che nascono già nella ricerca di ciò che la tastiera può suggerire. In programma brevi e luminose pagine di numerosi autori quali Annibale Padovano, Andrea Antico da Montona, M.A.Cavazzoni da Bologna, Anonimo XVI sec., Antonio Valente, Vincenzo Pellegrini, Costanzo Antegnat, Giovanni Gabrieli, Andrea Cima, Carolus Luython, Hans Leo Hassler, Giovanni Picchi, Girolamo Frescobaldi, Tarquinio Merula, Michelangelo Rossi, Giovanni Salvatore, Bernardo Pasquini, Bernardo Storace.
Peter Waldner, versatile artista dalla vasta discografia, si occupa sia di strumenti a tastiera piuttosto rari quali il virginale, il clavicordo o il clavicembalo liuto, sia di organi antichi del quale è un riconosciuto culture e "specialista". Da anni la parte più importante del suo impegno artistico riguarda la musica del Rinascimento, Barocco e del primo Classico. Per il meriti acquisiti nell'interpretazione della Musica Antica ha ottenuto il premio Jacob-Stanier del Land Tirolo.
Bellunodolomiti.it
In der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofkirche ließ Organist Peter Waldner die hölzernen Pfeifen der kostbaren, aus langjährigem Dornröschenschlaf erweckten altitalienischen Renaissanceorgel mit einem auf das Instrument perfekt zugeschnittenen Programm ihren unverwechselbaren Klang entfalten.
Jutta Höpfel - ÖMZ (Österreichische Musikzeitschrift)
Im vorletzten Konzert der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik spielte Peter Waldner in der Hofkirche mediterrane Orgelmusik.
Die Hofkirche birgt neben der berühmten Ebert-Orgel noch eine weitere Rarität aus der Zeit der Renaissance: ein „organo di legno“ in der Silbernen Kapelle. Nach altitalienischer Art um etwa 1580 erbaut, bestehen fast alle Pfeifen aus Zypressenholz. Der schlanke, silbrige Klang passt ideal zum silbernen Marienaltar.
Waldner stellte für sein Konzert einen Streifzug durch die Orgelmusik der Renaissance und des Frühbarock aus Italien, Spanien und Süddeutschland zusammen. Abwechslungsreich erklangen Übertragungen von Vokalmusik oder musikalische Schlachtengemälde sowie Musik der Gattungen Toccata, Capriccio, Ricercar oder Fuge, vermengt mit vielen mechanischen Geräuschen. Namen bekannter Komponisten wie Frescobaldi, Gabrieli oder Pasquini mischten sich mit 17 weniger geläufigen Namen von Antegnati über Hassler bis Ximenez. Dramaturgisch geschickt verstärkte Waldner den Eindruck der Kompositionen gewagter Harmonien noch dadurch, dass er ihnen musikalisch anspruchslosere Werke voranstellte.
Waldners fließendes Spiel war getragen von feinen, leuchtenden und strahlenden Klängen. Die einzelnen Linien der Renaissancepolyphonie waren trotz weicher Konturen deutlich nachzuvollziehen. Harmonische Verläufe der Barockwerke erklangen durch geschickte Phrasierung sinnfällig. Die Enden forcierte er oft, indem er den Impuls änderte, mit eiligen Generalpausen überraschte, starke Ritardandi zelebrierte und dabei die Lautstärke bis fast ins Pathetische steigerte.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Nach Renovierungsabschluss der Silbernen Kapelle in der Hofburg ist in einem Festwochenkonzert die italienische Renaissanceorgel wieder zu hören.
Die Silberne Kapelle in der Innsbrucker Hofkirche beherbergt eine der bedeutendsten italienischen Renaissance-Orgeln: Ein „organo di legno“, eines jener seltenen Instrumente, die nahezu ausschließlich aus Holzpfeifen bestehen.
Die kostbare italienische Renaissanceorgel in der Silbernen Kapelle genießt weltweite Hochachtung.
Der weiche, runde, singende, charakteristische Klang der Orgel ist Samstagabend unter dem Motto „Tastensilber“ im letzten Konzert der heurigen Festwochen nach langer Zeit wieder zu hören. Peter Waldner hat ein ausgesuchtes Programm mit Musik alter Meister wie Frescobaldi, Giovanni Gabrieli, Merula, Pasquini, Ximenez, Hassler u. a. auf das kostbare Werk zugeschnitten.
Die kleine, überwiegend aus Zypressenholz gefertigte Orgel wurde um 1580 von einem anonymen italienischen Meister erbaut und dürfte später von Anna Katharina Gonzaga, der aus Mantua stammenden zweiten Gemahlin Erzherzog Ferdinands II. nach Philippine Welser, nach Innsbruck gebracht worden sein. Das Werk mit dem reich dekorierten Schrankgehäuse ist einst wohl in Konzerten und zu Repräsentationszwecken erklungen; es ist ein weltliches Instrument, worauf nicht zuletzt die beiden dekorativen barbusigen Meerjungfrauen hinweisen.
Peter Waldner, Spezialist für frühe Tasteninstrumente, der demnächst auf der Orgel der Silbernen Kapelle auch eine CD einspielen wird, schwärmt vom „frischen, charakteristischen Klang“ und den wunderbaren Registerkombinationen, mahnt aber auch: „Die Orgel ist extrem heikel zu spielen. Die Traktur des Instruments ist leichtgängig wie die eines Cembalos, verlangt einen äusserst präzisen Anschlag und eine hohe Beweglichkeit der Finger."
Die Orgel steht bereit und will singen.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Schluderns – Mit einem Konzert auf der Baldachin-Orgel der Churburg hat am 15. Juli die Europäische Orgelakademie 2010 begonnen, zu der der neue Schutzherr der Akademie, Johannes Graf Trapp, zahlreiche Besucher begrüßen konnte.
Peter Waldner aus Mals, einer der wenigen Orgelspieler, die der Graf an das alte, aus der Renaissance stammende Instrument heran lässt, erklärte Aufbau und Funktionsweise dieses ehrwürdigen Instruments, das er dann mit Musik aus der Renaissance und des Frühbarocks zum Klingen brachte. Die alte Musik im Zusammenspiel mit dem Ambiente der Churburg schuf eine zauberhafte Stimmung im Jakobszimmer des Renaissanceschlosses.
Der Vinschger
Das Ambiente einmalig, das Instrument ebenso: im Jacobszimmer der Churburg in Schluderns wurde am Donnerstagabend die Europäische Orgelakademie 2010 eröffnet.
An der berühmten Baldachin-Orgel, die Michael Strobl aus Ammergau für den damaligen Schlossherrn Jacob Trapp erbaute und im Jahr 1559 fertigstellte, spielte Peter Waldner unter anderem Werke von Sweelinck, Scheidt, Scheidemann, Byrd, Farnaby und begeisterte die Zuhörer mit seinem Spiel. Die "Alte Musik" im Zusammenspiel mit dem mittelalterlichen Ambiente der Churburg schuf eine zauberhafte Stimmung.
Michael Fink - Dolomiten
Konzert in der Franziskanerkirche Bozen
In der Musik des Innsbrucker Hofkapellmeisters Johann Stadlmayr (1575-1648), des Benediktinerpaters Leopold von Plawenn (1630-1682), der während des 30-jährigen Krieges mehrere Monate im Kloster Marienberg verbrachte, und des Bozner Franziskaners Ingenuin Molitor (um 1610-1669) zeigte sich einerseits die Anbindung an den weltläufigen musikalischen "Mainstream", andererseits jedoch auch ein Rückzug in eine vertraute, geordnete, innere Welt, die von altbiblischen oder mythologischen Figuren bevölkert wird, in der alles seine Ordnung hat.
Molitors Canzonen für zwei Violinen & basso continuo, Stadlmayrs und Plawenns Motetten sind liturgische Musik hoher Qualität und zeugen von einer zuweilen fast naiv anmutenden Erzählfreude, wie man sie auch in der Malerei dieser Zeit findet.
Mit dem Instrumentalensemble "la dolcezza" unter der Leitung von Peter Waldner und mit den einfühlsamen Solisten Sabine Neumann, Satoshi Mitsukoshi und vor allem Peter Kooij hat das Festival geistlicher Musik ideale Interpreten engagiert. Mit ihrer sauberen und kompetenten Interpretation gelang es den Künstlern, die Zeit anzuhalten und drei vergessene, für Tirol aber sehr bedeutende Kapitel im "Buch" der Musikgeschichte wieder aufzuschlagen: Stadlmayr, Plawenn und Molitor.
Als der Stundenschlag der Uhr des grossen Saals hörbar die Gegenwart anzeigte, verließ ein zufriedenes Publikum den Kirchenraum, um den Musikern weitere Aufnahmen für eine demnächst erscheinende CD, auf die man sich freuen kann, zu ermöglichen.
Anton von Walther - Dolomiten
Unter dem Titel "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" stellte Peter Waldner in Zusammenarbeit mit der Musikabteilung des Landesmuseums Ferdinandeum die beiden Barockkomponisten Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor vor. Als Musiker lud er das Instrumentalensemble "la dolcezza" sowie mit Sabine Neumann, Satoshi Mitsukoshi und Peter Kooij renommierte Gesangssolisten ein.
Stadlmayr war einst eine Berühmtheit in Europa. Seine marianischen Antiphonen wirkten aber eher einfach, vielleicht weil es sich um Gebrauchsmusik am Beginn der konzertierenden Kirchenmusik im Barock handelt. Die geistlichen Motetten des um eine Generation jüngeren Innsbruckers Leopold von Plawenn wirkten im Vergleich deutlich anspruchsvoller. Aufgelockert wurden die Motetten durch Instrumentalcanzonen von Ingenuin Molitor, einem schwäbischen Franziskanerpater in Bozen.
Die Musiker setzen sich, getragen vom schwungvollen Orgelspiel Peter Waldners, mitreissend für die Musik ein. Besondere Triebkraft ging vom ungewöhnlich präsent spielenden Gambisten Arno Jochem aus, von Andreas Arend an der Theorbe gut unterstützt. Die beiden Geigerinnen Judith Steenbrink und Maite Larburu spielten mit der leicht ruppigen, beredten Artikulation üblicher historisch informierter Aufführungspraxis. Mezzosopranistin Sabine Neumann zeigte feine Ausdrucksnuancen in dunklem Timbre. Der Tenor Satoshi Mitsukoshi berührte durch deutliche Artikulation und beste dynamische Abstufungen. Peter Kooij, berühmt für seinen schlanken, wendigen Bass und durchdachte Interpretationen, wurde seinem Ruf gerecht.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Mit Werken von Pater Ingenuin Molitor (um 1610-1669) und Pater Leopold von Plawenn (um 1630-1682) beendete "AbendMusic-Lebensmusik" in der Wallfahrtskirche Absam eine erfolgreiche Konzertsaison.
Molitors Canzonen für Streicher und Basso continuo sind von reicher Ornamentik und lebhaften Violindialogen geprägt. Plawenn schuf mit seinen Motetten dramatische, packende religiöse Bekenntnismusik. Das Instrumentalensemble "la dolcezza", fantasievoll von Peter Waldner am Orgelpositiv geleitet, vermochte die Musik vital und lebensfroh umzusetzen.
Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung
„Alte Musik für junge Ohren“, hieß es am Freitag bei der Jeunesse-Veranstaltung Piccolo im Hyposaal in Innsbruck. Vier Theaterflöhe von der Jugendgruppe des Tiroler Landestheaters erzählen den Kindern im Publikum, dass die Alte Musik wie unter einer Eisdecke verborgen liegt. Der Organist und Cembalist Peter Waldner gesellt sich dazu und bringt auch gleich eine Reiseleiterin mit. Gemeinsam wird man den Städten London, Antwerpen, Paris, Leipzig und Salzburg einen Besuch abstatten und die Alte Musik unter die Lupe nehmen. Verena Wolf als spritzige Stadtführerin fordert denn auch gleich alle Kinder auf, die holprige Kutschenfahrt mit Trampeln zu begleiten.
Peter Waldner hat das Kinderprojekt im Rahmen der Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“ gemeinsam mit Verena Wolf entwickelt. Die Idee zu dieser munteren Konzert- und Unterrichtsstunde ist hübsch. Alte Musik gibt Waldner an diesem Nachmittag mit Klavierstücken des 16. bis 18. Jahrhunderts weiter, die für Kinder und u.a. von dem Wunderkind Mozart geschrieben worden sind. Natürlich kommen dabei ausschließlich die historischen Tasteninstrumente Cembalo, Virginal und Clavichord zum Einsatz. Unkompliziert wird das Zupfen und Anschlagen der Metallsaiten auch gleich anhand eines Gummibandes erklärt. Zwischen den einzelnen Stationen erfahren die Zuhörer noch einiges, z.B. über Englands Königin Elizabeth I., die ganz ausgezeichnet auf dem Virginal spielen konnte, oder warum das Clavichord so schrecklich leise ist.
Die Kostproben umfassen Stücke von Giles Farnaby, Francois Couperin, der in der Prunkzeit von Versailles am Hof von Ludwig XIV. unterrichtete, aber auch Stücke aus dem Susanne-van-Soldt-Klavierbuch und von Johann Sebastian Bach. Bei letzterem dürfen sich die Erwachsenen an ihre Kindertage und Pezi erinnern. Die Theaterflöhe musizieren mit. Abschließend ziehen Kompositionen und Geschichte des kindlichen Mozart nochmals Klein wie Groß in ihren Bann.
Sabine Strobl - Tiroler Tageszeitung
Das diesjährige Kinderprojekt der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik" begleitet ins barocke Europa.
Vergangenes Jahr stand das Puppenspiel "Der blaue Kurfürst" auf dem Programm der Reihe "AbendMusic-Lebensmusik". Heuer wird in Zusammenarbeit mit "Jeunesse" ein lang gehegtes Kinderprojekt von Peter Waldner verwirklicht. Der Cembalist und Verena Wolf erarbeiteten unter dem Titel "Alte Musik für junge Ohren" ein Programm für Menschen ab sechs Jahren.
Das Stück, eine musikalische Zeitreise, führt durch das barocke Europa. Die Kutsche hält in den Städten London, Antwerpen, Versailles, Leipzig und Salzburg an. Vier Mitglieder der "Theaterflöhe" vom Tiroler Landestheater begleiten den Musiker und die Reiseleiterin und wollen so manches wissen; über die damalige Zeit, ihre Komponisten und die alten Tasteninstrumente etwa, erklärt Peter Waldner das Konzept. Gesucht und gefunden wird Claviermusik für Kinder oder von Kindern. Da ist Salzburg und Wolfgang Amadeus Mozart nicht weit, der bereits mit fünf Jahren sein erstes Stück komponiert hat. Mit Cembalo, Virginal und Clavichord im Gepäck hält die Truppe auch in London und macht Bekanntschaft mit den "Toys", Kinderstücken von Giles Farnaby. Francois Couperin, der die königlichen Kinder unterrichtete, trifft man in Versailles. In Antwerpen schaut man in das Clavierbuch der zwölfjährigen Susanne van Soldt, der Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Ein anderes Clavierbüchlein liegt in Leipzig bereit, dieses hat Johann Sebastian Bach für seinen neunjährigen Sohn Wilhelm Friedemann geschrieben.
Wie Peter Waldner sagt, wird die Kinderschiene von "AbendMusic-Lebensmusik" weiterentwickelt. Nächstes Jahr stehen historische Blasinstrumente im Mittelpunkt. Waldner beschreibt das junge Publikum als "spontan und lebendig" und nicht immer leicht zu gewinnen. Was der Kenner Alter Musik nicht mag, ist Schnellkost: "Das Kinderprogramm muss ein gewisses Niveau haben." Schliesslich sollen Kinder wie Erwachsene eine bleibende Erinnerung mitnehmen.
Sabine Strobl - Tiroler Tageszeitung
Neues Kinderprojekt von Peter Waldner & Verena Wolf
Peter Waldner ist ein Pionier der Alten Musik. Mit seiner Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" hat er in den vergangenen Jahren das Konzertleben Innsbrucks geprägt. Mit "Alte Musik für junge Ohren" setzt er zusammen mit der Kindergartenpädagogin Verena Wolf seine Pionierarbeit jetzt fort. Im Bereich der Alten Musik ist für Kinder bis dato gar nichts angeboten worden. Peter Waldner, international renommierter Musiker und Spezialist für Alte Musik, will dem jetzt Abhilfe schaffen.
Das Konzertprojekt "Alte Musik für junge Ohren" stellt ausschliesslich Musik vor, die für Kinder oder von Kindern komponiert wurde.
"Es wird für die Kinder eine spannende Reise in die Vergangenheit und führt sie quer durch das barocke Europa", sagt Waldner. Und dass Alte Musik den "jungen Ohren" Spaß macht, hat man bei den Probenarbeiten beobachten können.
Moni Brüggeler - Kronenzeitung
"Wie dieser Spieler ins Instrument hineingreift, so schallt es auch heraus: Direktmusik vom Feinsten", schwärmt Michael Gassmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Spieler ist Peter Waldner. Schon sehr früh zeigte sich das musikalische Talent des gebürtigen Südtirolers wie auch seine Liebe zur Alten Musik. Eltern und Lehrer waren die ersten Wegbereiter seiner Karriere. Eine Karriere, die Peter Waldner als Studenten in die Hochburgen der Alten Musik führte. Heute ist Innsbruck sein Zuhause: da arbeitet er als Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf, als Lehrer am Konservatorium und Mozarteum, als Musiker, der Konzerte in ganz Europa gibt und international vielbeachtete CDs aufnimmt. Da programmiert er seine Reihe "AbendMusic-Lebensmusik", die längst zu den hochwertigsten Programmpunkten im Tiroler Kulturleben gehört.
Moni Brüggeler - Kronenzeitung
Wenn Orgelpfeifen tirilieren
"Der Vogel, der im Flug die Schwerkraft überwindet und so dem Himmel und dem Transzendenten nahe kommt, ist ein uraltes Symbol für die menschliche Seele und ihre Bewegtheit; in der Theologie steht er für das Gotteslob in der Musik. Die Nachtigall speziell hat Liebessymbolik. Die Beziehungen sind sehr umfangreich", erläutert Peter Waldner. "Ich habe mich auf die Suche nach Vogelstimmen im Bereich der historischen Tastenmusik gemacht. Es ist spannend, wie die Komponisten mit dem Material umgehen, viele polyphon, Daquin dagegen viel spielerischer. Die Musik setzt die Vorstellungskraft frei."
Der Triller des Hänflings, der Ruf des Kuckucks, die Rouladen der Nachtigall, das Volkslied der Wachtel, von der Henne die Repetition und ein wenig die Hysterie dieses Federviehs: Anlass biologischer Betrachtung und durch die Jahrhunderte hindurch Anregung für Komponisten. Peter Waldner hat von Vögeln und Geflügel inspirierte Musik berühmter Meister aus der Barockzeit zusammengetragen und unter dem Motto "Die göttlichen Sänger" an der Orgel der Pfarrkirche Mariahilf eindrucksvoll vorgetragen. Frühmorgens hatten sich 70 Interessenten im Hofgarten eingefunden, um unter kundiger Führung dem Gesang der Vögel zu lauschen. Und auch sie haben gut hingehört, die Herren Frescobaldi, Kerll, Poglietti, Couperin, Rameau, Daquin und etwas später auch Haydn. Vernahmen den Ruf der Natur und spielten sich mit den Themen. Ihre Imitationen der Vogelstimmen waren im Konzert durch originale Einspielungen gut auszumachen, aber auch durch Waldners Formulierungs- und Registrierungskünste. Mit vier Werken Johann Sebastian Bachs erweiterte Waldner den imitatorischen Bereich in einen assoziativen: mit dem Flug, Fest, Gebet und Freudentanz der Vögel. Seine ebenso kunstvollen wie leidenschaftlichen Bach-Bekenntnisse haben mehr als die Phantasie angeregt: Bach lässt alles weit zurück.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Mit kriegerischer Musik der Renaissance und des Frühbarock begeisterten das Bläserensemble "Les Sacqueboutiers de Toulouse" und der Organist Peter Waldner ihr Publikum in der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf. Das Programm war in der Tat denkwürdig: lauter musikalische Schlachtengemälde von Komponisten wie Flecha, Janequin, Kerll, Ximenez, Scheidt und Banchieri mit Titeln wie "La Guerra", "Battaglia" und "Batalla". Was einst zur Verherrlichung siegreicher Herrscher bestimmt war, klingt heute harmonisch, anregend und rhythmisch akzentuiert - besonders dann, wenn mit den "Sacqueboutiers de Toulouse" und dem AbendMusik-Chef Peter Waldner fünf Musiker am Werk sind, die auf Zink, Schalmei, Pommer, Posaune, Dulcian und Orgel sprudelnde, fein abgestimmte und transparente Klangfarbengeflechte schaffen. Das Martialische, transformiert in federnde Rhythmik, wirkte überrraschend mild, wohltuend, subtil und stimmig im Einklang mit den Glockenschlägen, die vom Kirchturm kamen. Ein schöner Abend!
Thomas Nussbaumer - Kronenzeitung
Was die heroische Musik um 1600 von Kriegsgetümmel, Befehlen, Signalen, Nationalliedern, aber vor allem von Siegen zu berichten wusste
Mit den stets vozüglichen "Sacqueboutiers de Toulouse" bot Peter Waldner unter dem Motto "Battaglia, allarmi, battaglia" in der Pfarrkirche Mariahilf Schlachtenmusik aus der Übergangszeit der Renaissance zum Barock. Zink, Schalmei, Pommer, Posaune, Dulcian und Orgel klangen von Kerll und Scheidt bis Gabrieli und Banchieri, von Janequins "Bataille" bis zu den spanischen Organisten prachtvoll, im Falle des Herrn Arauxo auch martialisch, und doch siegte die Musik über die Schlacht.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Start der "AbendMusic" im Innsbrucker Canisianum
Nicht weniger als neun verschiedene Tasteninstrumente aus der Werkstatt des Innsbruckers Herbert Kuen waren die "Stars" des ersten Herbstkonzerts der beliebten Reihe Alter Musik, die in dieser Saison unter dem Motto "Der Mensch und die Natur" steht. Mitglieder von "vita & anima" brachten das Holz zum Klingen. Der Instrumentenbauer selbst war neben dem bewährten Peter Waldner und der virtuosen Martina Schobersberger auch als berufener Interpret an den Vorbildern nachgebauten Tasteninstrumenten aktiv.
Zu hören bekam das interessierte Publikum in der vollen Aula des Canisianums Barock- und Renaissancemusik, die massgeschneidert zu den neun Instrumenten passte.
Viel Applaus für einen aussergewöhnlichen Abend!
Jutta Höpfel - Kronenzeitung
Er kommt immer wieder gerne über den Brenner: der in Innsbruck arbeitende und aus dem Vinschgau stammende Cembalist und Organist Peter Waldner. Diesmal nahm er auch Freunde mit: Geiger, die er durch seine internationale Musiziertätigkeit kennengelernt hatte; eine Continuogruppe, die sich bewusst war, welche Aufgabe sie als musikalisches Fundament zu leisten hat... Peter Waldner zeigt seine Virtuosität und vor allem sein makelloses Spiel bei Händels Orgelkonzert in B-Dur, op. 7 Nr. 1, ein eher selten gespieltes Werk, das auf dem Orgelpositiv wunderbar klang. Das Metrum schlägt in pulsierender, aber nicht starrer Regelmässigkeit. Die Freiheit agogischer Gestaltung ordnet sich diesem ordnenden Prinzip unter. Und dazwischen wird verziert, mit Lust musikalisch fabuliert, mit lebendiger Erzähl-Freude präsentiert. Lächelnde Gesichter bei den Musikern wie beim Publikum. Ja, es macht Freude zu spielen und zuzuhören.
Urban Stillhard - Dolomiten
"Vita & anima" nennt Peter Waldner die Ensembles, mit denen er die Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" zu immer neuen Erfolgen führt. Welche Anziehungskraft Kammermusik von Johann Sebastian Bach besitzt, zeigte der Publikumsansturm Sonntag Abend auf das ausverkaufte Canisianum. Diesmal musizierte Waldner am klangschönen Cembalo gemeinsam mit zwei französischen Barockspezialisten: Marc Hantai, Traversflöte, und Francois Fernandez, Barockvioline. Die Herren präsentierten sich solo, im Duo und Trio, in jedem Fall beeindruckend und allen gewählten Formen, ob Sonaten, Partiten oder der Solo-Toccata, meisterlich gerecht werdend. In der e-moll-Solo-Toccata wusste Waldner das Cembalo farbenreich und zumal in der Fuge stets transparent zu behandeln. Prachtvoll potenzierten sich diese Vorzüge im Zusammenspiel, um in der Triosonate G-Dur zu gipfeln. Zu Ehren der französischen Gäste durfte das heftig applaudierende Publikum als Zugabe noch zwei animiert gespielte Trios von Jean-Philippe Rameau und Bach geniessen.
Jutta Höpfel - Kronenzeitung
L´impeccabile Waldner
Un grande strumento, un ottimo organista, un folto pubblico, la cornice sempre emozionante della chiesa di Santa Maria del Carmine, volutamente più avvolta d´ombre che di luci, per una serata meditativa. Diciamo subito che Peter Waldner - studioso di quel periodo musicale - ha esibito una tecnica impeccabile, facendo ben "sentire" le cascate di note che ricamavano sul cantabile giocato con la mano sinistra, a sua volta, poi, chiamata a inseguire con pari "affano". Applausi insistiti, bis obbligati...
Egidio Bonomi - Giornale di Brescia
Interpret Peter Waldner betont Gegensätze, indem er beispielsweise in den Toccaten leidenschaftlich zupackt, die Tempi variiert und den Hörer immer wieder mit Verspieltheit und Temperament überrrascht. Andererseits hält er in den Fugen straff am Metrum fest, achtet auf klare Konturen, als sei über den Übermut jäh die Vernunft hereingebrochen. Die barocke Ornamentik stellt da kein Hindernis dar, so spontan und leicht, wie sie erklingt. Anschaulich wird die Darbietung durch Waldners erklärende Worte vor den einzelnen Programmpunkten. Als Musikwissenschaftler interessieren ihn die Weke nicht nur von der praktischen Seite her. Im Verlangen nach Authentizität verlässt er sich beim Musizieren auf die handgeschriebenen Noten. Waldner zeigt die Lebensfreude unverblümt, im Gespür für Tempi, in der Flexibilität zwischen einem schlichten Menuett und einem galant-impulsiven Allegro con brio oder in der Ausnutzung der klanglichen Möglichkeiten auf dem mit zwei Manualen versehenen flämischen Cembalo. Unterstützt durch Waldners souveränen Vortrag, wird das Instrument unter anderem von der virtuosen Seite gezeigt.
Markus Jakob Laimer - Dolomiten
Mit Musik von Byrd bis Händel huldigte die Konzertreihe "AbendMusic - Lebensmusik" der Musica Britannica... Das Ensemble "vita & anima", von Peter Waldner gegründet, demonstrierte, dass auch Tiroler Spezialisten für Alte Musik den internationalen Vergleich keineswegs zu scheuen brauchen. Wie wohl sich Waldner auf seiner Truhenorgel fühlte, zeigte er mit lachendem, Purzelbäume schlagendem Herzen an Solostücken von Henry Purcell...
Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner, den unermüdlichen Missionar des Originaltons, kennt man seit langem, und immer wird das Vertrauen auf seine Kunstfertigkeit auf alten Tastomobilen belohnt. Verzierungskunst, Verführungskunst. Bruder Leichtsinn hält Hof. Wem so viel an Wissen und Können scheinbar spielerisch zu Diensten steht, hat es wohl leicht.Peter Waldner spielt Bachs Französische Suite in G-Dur BWV 816, schier endlos in sieben Sätzen, und doch voll Kurzweil. Die agogischen Freiheiten machen die Musik lebendig, die Verzierungen stehlen dem Metrum die Bedeutung, in der Gigue lacht das Cembalo.
Linde Dietz Lippisch - Dolomiten
Fedele Fenarolis "Stabat mater" erklang im Rahmen der Konzertreihe "AbendMusic-Lebensmusik" erstmals in Innsbruck. Das "Piccolo Concerto Wien" unter der Leitung von Roberto Sensi, die Sängerinnen Emanuela Galli (Sopran), Britta Schwarz (Alt) und Peter Waldner an der Orgel zeigten höchstes Einfühlungsvermögen. Bewegende polyphone Strukturen auf Basis ausdrucksstarker, eng an der Textaussage orientierter Motive verlangten vokal wie instrumental alle Konzentration und intensive Auseinandersetzung. Beides war den Akteuren anzumerken. Inspiriert hingebungsvoll und mit fein geschärftem Klangbewusstsein ging man ans Werk. Dem dicht verwobenen Stimmengeflecht von Vokal- und Instrumentallinien rang man faszinierende Ausdrucksmomente ab. Die ungemein klangfarbliche Nähe der beiden Stimmen verdeutlichte, wie tief sie und die Instrumentalisten in das Werk hineingehorcht hatten.
Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung
Mozart-Abend mit Brigitte Fassbaender & Peter Waldner
Wenn Peter Waldner auf dem nachgebauten Clavichord Variationen und Sonaten von Mozart spielt und Kammersängerin Brigitte Fassbaender den Briefwechsel der "Mozarts" aus der tragischen Pariser Zeit vorträgt, erleben wir das elende Gefühl der Trauer, weil das Fragen nach dem Tod eines geliebten Menschen in ein obsoletes Warum abgleitet und mit keinem Trost heimfindet. Der Tod seiner Mutter Anna Maria am 3. Juli 1778 in Paris war für Mozart ein Schockerlebnis... Das ewige Kind findet seinen geschützten Rahmen aber wieder als genialer Komponist, und den spielt Peter Waldner mit sublimer Differenziertheit, während Brigitte Fassbaender mit der klugen Dramaturgie der musikalischen Unterbrechung den Briefwechsel vorträgt. Ein Trosterlebnis von subtilem Einheitscharakter im Grenzbereich des Sinnlichen... Waldner kann mit wundervollen Schattierungen als herrliches Presto auf dem Clavichord die Hoffnung spielen.
C. F. Pichler - Dolomiten
Mit einem meisterlichen Kammerkonzert gedachte das Ensemble "vita & anima" des 300. Todestages von Dieterich Buxtehude. Peter Waldner am Cembalo versammelte dafür zwei namhafte Künstler Deutschlands um sich: den Geiger Daniel Sepec sowie die Gambistin Friederike Heumann. Waldner spielte gewohnt souverän den Generalbass und trumpfte im zentralen Orgelwerk auf. Obwohl Heumann eher getragen, Waldner fortschreitend und Sepec hingegen weiterfliessend musizierten, fanden doch alle drei durch die gleich grosse Spielfreude und übereinstimmende Intensität zu einem wunderbaren Zusammenspiel. Im Laufe des Abends wurden die Musiker immer freier, und so wurde der Abend zu einem fulminanten Plädoyer für diese faszinierend abwechslungsreiche Musik.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Der Malser Künstler Peter Waldner freut sich immer wieder, wenn er in seinem Heimatort Mals vor heimischem Publikum auftritt. In seinem letzten Konzert erfüllte er die karolingische St. Benedikt-Kirche mit den wunderbaren Klängen Bachscher Musik auf dem Lautenclavier.
Sibille Tschenett - Gemeindeblatt Mals
Der junge Südtiroler Peter Waldner ist ein Meister seines Fachs und hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit historischen Instrumenten auseinandergesetzt. In Johann Pachelbels "Partita" sowie in Johann Caspar Ferdinand Fischers "Chaconne" und Suite "Thalia" (1738) bewies Peter Waldner, daß er imstande ist, auch auf einem kleinen Orgelwerk wie der Prozessionsorgel von Lajen aus dem Jahre 1721 große Musik zu interpretieren und dabei eine ganz eigene Atmosphäre zu verbreiten.
Ferruccio delle Cave - Dolomiten
Ob Innenschau oder Theatralik: Peter Waldner erweckt Tasteninstrumente. Der Tiroler verwandelt alle historischen Instrumente vom Regal, dem Clavichord und der Orgel bis hin zum Cembalo und zum Hammerklavier in gegenwärtige, so gar nicht verstaubte, Tonquellen. Auch die altehrwürdige Baldachin-Orgel auf der Churburg hat Waldner original und auf CD zu sprühendem Leben erweckt. Die Begabung des Tirolers spricht sich international herum. "Lebensmusic" steht als Motto und Programm des Musikers über einer CD mit Cembalowerken aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Aus vertrackten Tempowechseln lässt Waldner leuchtend und funkelnd die Oberstimme aus John Bulls "Walsingham" hervorsteigen, dissonante Reibungen in William Byrds "Fantasia" werden in Heiterkeit aufgelöst. In den Variationen über den Choral "Wie schön leucht´uns der Morgenstern" eines anonymen Komponisten taucht Waldner das Klanglicht in sanfte Brechungen, bis sich das repetierende Thema wie ein Sternenregen über dem Hörer ergiesst. Bis ihn Triller wie von Vögeln in Bernardo Storaces "Ciaccona" in die irdische Natur zurückholen. Auch die altehrwürdige Baldachin-Orgel auf der Churburg hat Waldner original und auf CD zu sprühendem Leben erweckt.
Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung
Waldner gelang eine perfekte Übereinstimmung der akustischen Eigenschaften der Gumpp-Kiche mit den Möglichkeiten, die das volle Werk der herrlichen Pirchner-Orgel bietet. In Praeludium und Fuga BWV 564 war die Dynamik so ausgewogen, daß man vermeinte, das Klangereignis schwebe aus der Kuppel herab. Vor allem hervorzuheben ist Waldners rhythmisches Gespür, das eine brillante Technik bedingt. Waldner gestaltet auch die oft vertrackten Figurationen glasklar, daß jeder Ton nachvollziehbar ist, ohne jedes "Verschmieren", überwältigend.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Dann löste Peter Waldner am Cembalo das Versprechen ein, dass Bachs "Kunst der Fuge" durch ihr blosses Erklingen auch rein sinnlich erfahrbar sein kann. In einem tief konzentrierten Spiel verlieh Peter Waldner den affekthaltigen Teilen des Werks kontrastreiche Sinnlichkeit, so etwa dem 6. Kontrapunkt im französischen Stil. Noch beeindruckender war, wie Waldner trotz seiner Aufmerksamkeit für kleinste Details mit ruhigem Atem die Fugenlandschaft durchwanderte und dadurch den wuchtigen Gesamtbauplan von Bachs "Kunst der Fuge" zu Gehör und Bewußtsein brachte.
Andreas Pfeifer - Dolomiten
Mit Metamorphosen des Weihnachtschorals "Wie schön leucht´uns der Morgenstern" führte Peter Waldner in der Innsbrucker Pfarrkirche Mariahilf durch 300 Jahre des Orgelchorals. Mehrfach eröffneten sich dabei - dank des überaus feinsinnigen und stets auf Durchhörbarkeit hin angelegten Orgelspiels von Peter Waldner - aparte musikalische Kontraste. Epochenübergreifende Zusammenhänge hörbar zu machen, gelang dem Organisten mit der zeitgenössischen Choralpartita von Bert Matter, in der er klangfarbliche Muster wirkungsvoll hervortreten ließ und die Strenge des tradierten Formenkanons in ein spannungsvolles Wechselspiel mit minimalistisch anmutenden Figuren brachte. Peter Waldner schöpfte bei seiner Reise durch die Musikgeschichte stilvoll das Klangpotential der Orgel mit wohldosierten Nuancen aus.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Depuis toujours, Peter Waldner se passionne pour la recherche sur l´interprétation de la musique ancienne et s´intéresse vivement aux instruments historiques: "J´ai un grand amour pour les instruments historiques car au Tyrol nous avons une grande tradition de l´orgue ancien. Il y en a un certain nombre dans la région du Sud-Tyrol oú je suis né. J´ai pu jouer et enregistrer sur l´orgue de Churburg qui date de 1559. Il n´est pas facile á jouer mais c´est incroyable comme il est vivant! Ou encore, par exemple, sur l´orgue de l´abbaye de Stams qui date de 1757 et n´a jamais subli de modifications. De toute manière, c´est toujours á l´organiste de s´adapter á l´instrument." Peter Waldner et Bach l´universel: Musicologue passionné d´authenticité historique, le jeune organiste autrichien Peter Waldner, titulaire de la Mariahilf et professeur au conservatoire d´Innsbruck, est invité pour un unique récital Bach sur l´orgue Sévère de Saint-Paul de Rezé. Une autre révélation du Printemps des Arts et des Amis de l´orgue.
Edouard Reis Carona - Ouest-France
Peter Waldner, ein junger Südtiroler, zeigte sein Können am Cembalo mit der Französischen Suite in Es-Dur BWV 815 von Johann Sebastian Bach. Bei Waldner, der eine profunde Ausbildung an Cembalo, Orgel und Klavier vorzuweisen hat, war vor allem die technische Perfektion, mit der er Bach spielte, zu bewundern. Sein ruhiges, von jeglicher Allüre freies Spiel wurde für den Hörer zu einem starken Erlebnis.
Claudia Schiffkorn - Tiroler Tageszeitung
Fantasievoll ist auch die Cembalomusik Dieterich Buxtehudes mit ihrem Laufwerk und ihren fugierten Abschnitten. Der Cembalist Peter Waldner verstand es, jeden Überraschungsmoment auszukosten und die ihm angemessene Sinnhaftigkeit zu verleihen.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Musik von Johann Sebastian & Carl Philipp Emanuel Bach
Noch einmal vereinte Peter Waldner virtuose Passagen, spannungsgeladene Pausen und ausgezeichnete Registerwahl zu grossartiger Musik.
Thomas Zeiler - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner widmete sich in der Pfarrkirche von Mariahilf nicht nur Kuhnaus "ClavierFrüchten", sondern auch den Orgel- und Clavichordfrüchten Bachs und einiger Zeitgenossen, die Bachs Werdegang nicht unwesentlich beeinflussten. Abgesehen von einer elegant vorgetragenen, in sanften Farben registrierten Ciaccona Dieterich Buxtehudes und der fugenlos verfugten Fuge BWV 578 Johann Sebastian Bachs an der Orgel spielte der junge Südtiroler mehr als eine Stunde am Clavichord, dem leisesten und sanftesten aller Tasteninstrumente. Waldners beseeltes und überzeugendes Spiel und die Art, wie er aus "ClavierFrüchten", die man schon um 1700 genossen hatte, frische Musik machte, rechtfertigten das Motto, unter dem das Konzert stand: "Vom Duft der Seele". Waldners Spiel ist faszinierend und originell. Ein lebhafter, fruchtbarer Beitrag zum Verständnis der Seele des Clavichords.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Fesselnde Aufführung von Bachs "Kunst der Fuge" mit Peter Waldner
Peter Waldner beschritt diesen Weg mit empfindsamer, beherrschter, aber nie romantisierender Leidenschaftlichkeit. Er verstand es, den langen Spannungsbogen bis zur abschliessenden Doppelfuge fesselnd nachzuzeichnen und zugleich eine Vielzahl motivischer Feinarbeit mit Gespür für das Originelle nachzuvollziehen. Zum ausserordentlichen Können des Gustav Leonhardt - Schülers kommen seine ausgesprochen solide handwerkliche Fertigkeit und seine rhythmische Festigkeit. Waldners Spiel blieb auch in den bewegten Passagen durch die Plastizität der Themeneinsätze transparent. Er entlockte dem Instrument ein differenziertes Klangspektrum und demonstrierte eindrucksvoll, dass die Qualitäten der "Kunst der Fuge" nicht nur im musikalisch-mathematischen Bereich, sondern auch auf der rein sinnlichen Ebene liegen.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Als werbenden Tänzer erlebte man den Südtiroler Pianisten Peter Waldner am Gröberschen Hammerflügel des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Er gestaltete den ständig von einer ostinaten Bassfigur durchwerkten Fandango des frommen Padre Antonio Soler zu einer lebensechten, feurigen Liebeserklärung. Bereits zuvor hatte er ein wenig schwärmerisch und melodieverliebt bei Mozarts Rondo in a-moll in die Tasten des heller klingenden Walterschen Flügels gegriffen, wobei besonders seine feine Anschlagskultur auf dem Hammerklavier auffiel.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Dank Peter Waldners feinfühligem und gleichzeitig intensivem Spiel konnte man sich in die fast schon verklungene Welt des Clavichords versenken. Von Ton zu Ton kam mehr Klangvielfalt auf, irgendwann schwang ein vergangener Tanztrommel-Rhythmus mit.
Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung
Der Südtiroler Organist Peter Waldner liess die ersten Variationen von Johann Sebastian Bachs Partita "Sey gegrüsset, Jesu gütig" in abgedämpften Klangfarben und kontemplativ im Hintergrund verklingen, steigerte die Dynamik unter gleichzeitiger Wahl stärkerer Registerfarben, bis der Choral wieder fest im Raum stand... Zu jedem der Bachschen Choralvorspiele liess sich Waldner etwas Besonderes einfallen, es entstanden stimmungsvolle und expressive Bilder.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Her Majesty´s Virginalist Peter Waldner
In der Haller Burg Hasegg trug Peter Waldner eine lebfrische, ornamentverblümte Auswahl aus dem "Fitzwilliam Virginal Book" vor. Der Südtiroler Cembalist, Organist und Pianist avanciert selbst zu "Her Majesty´s Virginalist". Die vorgetragenen Stücke boten ihm viele Möglichkeiten, sein Können zu zeigen. So führt Byrd in "The Bells" alle Glocken Londons kunstvoll zusammen... Lapidar anmutende Tanzthemen werden mit Lauffiguren und Verzierungen umspielt und variiert. Es rasselt, rauscht und trillert unablässig. Waldner, mit rhythmischem Gefühl und Transparenz im Liniengewirr, macht dem Konzertmotto alle Ehre.
Thomas Nussbaumer - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner spielt Werke des 18. und 19. Jahrhunderts
Der Konzertbesucher erlebte an diesem Abend nicht nur eine besonders ehrliche, weil nicht effektheischende Musik, sondern dank eines durchaus sorgfältig gestalteten Programms eine Lektion in Sachen Entwicklung der Orgelmusik im 18. und 19. Jahrhundert.
Barbara Fuchs - Dolomiten
In eine Welt leiser und leisester Klänge führte das Clavichord-Konzert mit Peter Waldner in Landeck. Die Grundlage für den reizvollen Gesamteindruck des aussergewöhnlichen Konzerts bildeten die überaus bewegliche Fingertechnik Peter Waldners sowie sein im Studium und auf vielen Meisterkursen verfeinerter musikalischer Instinkt. "Musica dolorum medicina", diese Inschrift im seltenen Instrument, stand auch programmatisch für den gesamten Abend. Die Werke Johann Sebastian Bachs spielte Waldner mit Hingabe, technisch sicher und in der Differenzierung der Sätze das Publikum überzeugend.
Hans Pichler - Tiroler Tageszeitung
Organist Peter Waldner entschlackte das Heiligtum von allen romantischen Übersteigerungen und subjektiven Gefühlen, er stellte Bachs Passacaglia in c-moll BWV 582 in den musikgeschichtlichen Kontext. Also nichts von heilig, stattdessen steuernde Ratio und dezente Farbigkeit. Glanz und Grösse war dem Schluss vorbehalten. Bachs grossartige Toccata in C-Dur BWV 564 gelang dem geschickten Handwerker Waldner makellos, ebenso die interessant phrasierte und bis ins letzte Detail durchgearbeitete Fuge.
Isolde Dankelmaier - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner zählt heute zu den renommiertesten Spezialisten im Bereich der historischen Aufführungspraxis. Ohne Bescheidenheit: europaweit. Nach dem Grund befragt, warum sich Menschen des 21. Jahrhunderts mit Musik aus längst vergangenen Zeiten beschäftigen, warum dieser "Boom" der Alten Musik, antwortet Waldner: "Die künstlerische und handwerkliche Qualität damals war enorm, ebenso unglaublich faszinierend ist das Menschen-, Lebens- und Weltbild, das dahintersteckt." Angesteckt von dieser Faszination, beschäftigt sich Waldner nunmehr seit Jahrzehnten intensiv mit den musikalischen Meisterwerken des Barock... Rückblickend bezeichnet Waldner seine Lehrjahre im Ausland als wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit und als ein Hinausschauen über den eigenen Tellerrand. Viele Impulse hat er erhalten, aber "das Wichtigste, das ich gelernt habe, war, dass man als Musiker das Ureigenste selber entwickeln muss." Diesen Ratschlag von Gustav Leonhardt befolgt Waldner heute noch und gibt ihn auch seinen Schülern weiter: es ist wichtig, das Eigene zu entwickeln und nicht in eine "Art des Kopierens" zu verfallen.
Michael Fink - Dolomiten
"vita & anima" mit Francois Couperins "Lecons de Ténèbres"
Ulrike Hofbauer und Raphaele Kennedy musizierten diese sinnenfreudige Klang-Kunst mit Johanna Valencia an der Gambe und Peter Waldner am neuen Orgelpositiv der Kirche... Im Orgel-Solo-Stück von Louis Marchand spielte Waldner genauso gewohnt souverän, wie er begleitete.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner meisterte Johann Sebastian Bach komplexestes und rätselhaftestes Werk, die "Kunst der Fuge", am Cembalo
Peter Waldner gelang es, kompetent das, was vom Hörer nicht bewusst wahrgenommen werden kann, durch die Gestaltung musikalischer Parameter hörbar zu machen und zu kompensieren. Es gelang ihm auf der Basis seines hervorragenden spieltechnischen Könnens und Einfühlungsvermögens, dem Zuhörer primär nicht schulmässig belehrend gegenüberzutreten, sondern Lust am Hören zu vermitteln.
Rainer Gstrein - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner ist seit Jahren ein profunder Bach-Interpret... Was sagt uns Bach in der heutigen Zeit? Eine ganze Menge, vielleicht mehr denn je. Wie unerforschbar tiefgründig sein Werk aber ist, können nur Musiker wie Peter Waldner bekunden, die sich auf das Intensivste mit dem Altmeister der Klaviermusik auseinandersetzen.
Helga Vill - Haller Lokalanzeiger
Peter Waldner spielte Cembalomusik des französischen Barock
Waldner stellte die zum Teil sehr humorvollen Szenen abwechslungsreich dar. Er machte die polyphonen Linien in ruhigem Fluss der Musik deutlich. Reich an plastischer Klangfülle und mit überraschend viel dynamischen Unterschieden und klanglichen Effekten sorgte er für Kurzweile.
Armin Berger - Tiroler Tageszeitung
Im Rahmen des dreitägigen Bach-Festivals der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik spielte Peter Waldner auf dem Cembalo Bachs "Goldberg-Variationen" im Riesensaal der Hofburg. Er stellte zwei grundlegende musikalische Aspekte für seine Interpretation in den Vordergrund: die Kantabilität des Spiels und die Deutlichkeit der Stimmführung. Beides setzte er mit Nachdruck um, bot exzellent verfeinertes Linienspiel, das hinsichtlich der Transparenz der kanonischen Partien keinerlei Wünsche offen liess. Die melodische Polyphonie der langsamen Sätze breitete er mit hochmusikalischem Feingespür aus, brachte das Cembalo zum Singen, indem er mit wohldosierter Freiheit dem Klang Zeit zur Entfaltung einräumte. Den etüdenhaften Sätzen begegnete er mit Virtuosität und Spielwitz, überzog humorvoll Tempi in Passagen, um danach agogisch zu verzögern. Stets blieb der Interpret dabei souverän im Rahmen, stand über den Dingen. Bewundernswert die energisch disziplinierte und gleichzeitig überschäumende Spielweise, die Unabhängigkeit der Hände, mit denen er auf beiden Manualen brillant agierte, und die markante Schärfe, die er den fugierten Sätzen angedeihen liess.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner über Bach und die italienische Musik
Organist und Cembalist Peter Waldner gelang ein stimmiger Nachvollzug jener musikalischen Reisen, die Bach etwa zu Antonio Vivaldi führten. Transparenz in der Stimmführung, brillantes Spiel, phantasievolles Durchmessen der polyphon konzipierten Abschnitte war gefordert, und Waldner trug es überzeugend sicher vor. Mit nicht weniger Tiefenschärfe stattete er seine Interpretationen der Bachschen Transkriptionen von Werken Benedetto Marcellos und Tomaso Albinonis aus. Waldner zeigte sich temperamentvoll mit viel Lust zum motorischen Zugriff in den kompakten "vollgriffigen" Passagen und nicht weniger beeindruckend in den gesanglichen Läufen voller Ausdruck und Gefühlsgehalt.
Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner musizierte Johann Sebastian Bachs Fantasia über "Valet will ich dir geben" mit graduell abgestuftem Kolorit kantabel und homogen. In Bachs "Toccata, Adagio & Fuga" in C-Dur entfaltete er virtuos das von Manual zu Pedal wandernde Figurenwerk, bot klanglich ausgefeilten Ziergesang im langsamen Teil und bändigte die lebhaft sich gebärdende Fuge in einer subtil formulierten klanglichen Reminiszenz.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
1995 hat Peter Waldner Bachs gesamtes "Wohltemperiertes Clavier" im Haller Stadtsaal gespielt: einmal zweieinhalb, das zweite Mal fast drei Stunden Musik. Er hat diese riesigen Zusammenfassungen der Klaviermusik Bachs an zwei Abenden dargestellt. Eine kaum vorstellbare Konzentration psychischer, physischer und geistiger Kraft, vorzeigbar in jedem Musikzentrum der Welt! Peter Waldner hat die ganze Fülle der kosmischen Ordnung dieser Musik und die ganze Vielfalt der Bachschen Klangrede für ein grosses Publikum (!) reflektiert. Der Weg durch alle Tonarten war ein Abenteuer, gewagt mit dem vollen Risiko eines jungen Menschen, der zu Grossem berufen ist. Geistig Schaffende brauchen am Beginn ihrer Karriere öffentliche Anerkennung und Zuwendung. Junge Tiroler, die von Innsbruck, der "Weltstadt der Alten Musik", aus Leistungen in eine grössere Welt vermitteln wollen, brauchen Rezensionen wie das tägliche Brot. Mein Lorbeerkranz geht an Peter Waldner mit Respekt.
Dr. Othmar Costa - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner spielte in Mariahilf Bachs "OrgelBüchlein"
Waldners durchwegs von grosser Disziplin und sensibler Bedachtnahme getragene Interpretation lässt auf eine intensive und gewiss auch verinnerlichte Auseinandersetzung mit Bachs "OrgelBüchlein" schliessen. Ob in den prunkvoll triumphierenden Chorälen oder den eher schlichten, kontemplativen und lyrischen Vorspielen: immer zeichnet sich sein Spiel durch hohe Ausdruckskraft und Anschaulichkeit aus, wobei der spannungsvolle Kontrast der führenden Sopranmelodie im Kontext figurierender Gegenstimmen mit bemerkenswerter Klarheit und spieltechnischer Sorgfalt verwirklicht wird. Eine auch auf die satztechnische Architektur fein abgestimmte Auswahl exquisiter Register ergibt ein abgerundetes, wohlgeordnetes und in sich stimmiges Klangbild, in dem auch der hintergründige Symbolgehalt erfahrbar bleibt.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner spielt Bachs "Französische Suiten" in Hall
Auffallend war an Waldners Spiels der einheitliche und gleichmässige Stil. Dies bedeutet nicht, dass ein Stück wie das andere klang. Nur vermochte der Interpret mit einer solchen Gleichmässigkeit zu musizieren, dass die einzelnen Suiten, aber auch ihre Abfolge, als Einheit hervortraten. Peter Waldner bereitet sich auf jede Aufführung minutiös vor. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Werke Bachs nicht nur spielen zu können, sondern sie auch zu verstehen, sie zu durchdringen, bevor er sie aufführt. Das kann Monate an Vorbereitung beanspruchen. Dementsprechend niveauvoll ist der Vortrag. Auch im Detail der einzelnen Suiten vermochte Waldner zu faszinieren. Frappierend die Tempowahl der einzelnen Sätze, die grosses technisches Können erfordert. Zurück blieb der Eindruck, nicht einen Abend mit Peter Waldner, sondern mit Johann Sebastian Bach verbracht zu haben.
Helga Vill - Haller Lokalanzeiger
Peter Waldner spielte am Cembalo im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg Werke aus verschiedenen Schaffensperioden Johann Sebastian Bachs. Er brachte die affekthafte Tonsprache, die zwischen musikalischem Übermut und tiefempfundener Klage wechselt, in wohldosierter Manier zum Erklingen, empfindsam ausgefeilt die ariosen langsamen Abschnitte. Scheinbar mühelos gelingt es ihm auch, in den schwierigeren Passagen Motive nachdrücklich zu betonen. Bei all dem überschreitet er nie die Grenze hin zur Übertreibung, sondern stellt die effektvollen, tonmalerischen Episoden in den Dienst einer kontrastreichen, farbigen Interpretation. Natürlich entfaltet er mitunter auf dem Kielflügel auch einmal ein virtuoses Rauschen, im nächsten Moment aber nimmt er es wieder nuanciert zurück und widmet sich mit "claviristischer" Sorgfalt den ornamentreichen Zutaten der Tanzsätze, deren sprühendes Laufwerk und rhythmisch federnde Passagen er mit überlegener Spielfertigkeit aus der Klaviatur zaubert. Kantabel und edel lässt er das Cembalo singen. Mustergültig realisiert er durch wohlabgestimmte Wechsel zwischen erster und zweiter Klaviatur eine konzertante Dynamik, führt er einen feinsinnigen Dialog zwischen Tutti und Solo eines freilich nur virtuellen Orchesters.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Der Cembalist und Organist Peter Waldner unterzog sich der schwierigen Aufgabe, Bachs "Kunst der Fuge" in einem Block vorzustellen. Dem Künstler gelang es, der Intensität des Ausdrucks Form und Körper zu verleihen, wobei er in abgewogener Folge die höchst kunstvolle Konstruktion des Bachschen Tonsatzes in seinem dichten Geflecht von Melodie, Chromatik und Synkopen überzeugend herauszuspielen wusste. Waldner beschränkte sich nicht nur auf die klare Stimmführung, sondern gab zugleich die durch die Struktur typisierten Empfindungsgehalte wieder und wurde sowohl dem Affekt dieser Musik als auch deren künstlerischer Aussage gerecht.
Ferruccio delle Cave - Dolomiten
Peter Waldner entlockte dem Virginal John Dowlands melancholische "Pavana lacrimae", Peter Philipps´ "Pavana & Gagliarda dolorosa" und eine intavolierte Motette von Alessandro Striggio: vierhundertjährige, delikate Figurationskunst mit der dezenten Expressivität sensibler Verinnerlichung.
Jutta Höpfel - Tiroler Tageszeitung
Waldners geschlossener und stimmiger Vortrag der Bachschen Fantasien war geprägt von ruhigen Tempi und klar gezeichneten melodischen Linien, eine verinnerlichte Schau bar aller Effekte, eine auf das Wesen der Klangrede reduzierte Interpretation.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Die Ensembles "Prihsna" und "La Venexiana" standen unter der Leitung von Peter Waldner, der auch das Continuospiel an der Orgel besorgte. Mit grosser Präzision und hoher Musikalität wurde hier gestaltet. Begeisterter Applaus.
Barbara Fuchs - Dolomiten
Tiroler Erstaufführung von Johann Kuhnaus "Biblischen Historien in sechs Sonaten"
Die Sonaten, laut Originaldruck "auff dem Claviere zu spielen", trug Waldner teils auf der Orgel, teils am Clavichord und am Cembalo vor. Einmal mehr zeigte er dabei auf, dass er zu den versiertesten jungen Organisten und Cembalisten von heute zählt. Sein Spiel zeugt von erstaunlicher Virtuosität und grossem Einfühlungsvermögen vor allem in Affekte, die in der Musik dieser Zeit eine so grosse Rolle spielen.
Rainer Gstrein - Tiroler Tageszeitung
Fast wie zu Bachs Zeiten: Bei Kerzenlicht spielte Peter Waldner den ersten Band des "Wohltemperierten Claviers". Dieses Tastenkompendium der menschlichen Gefühle erschliesst sich erst bei entsprechender Ausdrucksstärke, von der Peter Waldner genügend ausspielte. Im stilvollen Umfeld zog Waldner die Zuhörer mit 150 Minuten Musik in den Bann. Spielfreudig stürzt er sich in die heiteren, munteren Präludien, lange besinnt er sich vor den leidvollen Stücken, um sie dann um so inniger vorzutragen. Waldner scheut auch Verzögerungen oder Beschleunigungen nicht, um besondere Emotionen zu betonen, er hält auch sein Temperament nicht zurück, wenn sich die wohltemperierten Töne zu Ausbrüchen des Frohsinns oder der Verzweiflung verdichten. Dabei aber immer gut dosiert in der Dynamik, transparent im Klang und exakt in der Artikulation: Peter Waldner - ein wohltemperiertes Temperament.
Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung
Mit Böhms und Pachelbels Orgelpartiten über "Freu dich sehr, o meine Seele" führte Waldner eine beeindruckende Reichhaltigkeit von Registerkombinationen vor. Souverän entfaltete er in wechselnden Klangspektren die in verschiedenen Lagen präzise exponierten, mitunter reich kolorierten Choralzeilen. Bachs "Piece d´orgue" brachte er mit fulminanter Eindringlichkeit zu Gehör.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Benefizkonzert für rumänische Straßenkinder
Stimmungsvoll eröffnete Waldner dieses Weihnachtskonzert mit Bert Matters Partita über "Wie schön leuchtet der Morgenstern", in der er das bekannte Thema mit exquisiten Registerkombinationen in originellen Klangfarbenvarianten erblühen liess.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner liess die pulsierend intonierten Stimmen und Gegenstimmen der klangprächtig vorgetragenen Orgelwerke Johann Sebastian Bachs in kontrastreichen und farbigen Registrierungen erklingen.
Günter Mössmer - Tiroler Tageszeitung
Kleine Lehrstunde in Instrumentenkunde: Peter Waldner am Lautenclavier
Der Organist und Spezialist für historische Tasteninstrumente Peter Waldner vermittelte dem Publikum einen stimmungsvollen Eindruck von der Eleganz und dem klanglichen Reiz dieses Instruments. Dank Waldners differenzierter Charakterisierung der kontrastreichen Sätze wurden vor allem die vorgetragenen Suiten zum besonderen Erlebnis. Vor allem die schnellen Sätze gestaltete er mit musikantischer Virtuosität. Phrasenenden beeindruckten durch das Klangvolumen des Bassregisters. Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete reichlich Applaus.
Barbara Fuchs - Dolomiten
Gelukkig wist Waldner zich binnen de grenzen van het betamelijke te houden. Hij kreeg van mij tenminste steeds meer wardering. Nog weer eens ´n interpreet die een andere kijk op Bach heeft, die voortreffelijk uitdraagt en daarme adepten wint, zij het mogelijk soms pas bij nader inzien.
Frans Klomp - Brabants Dagblad Nederlands
Mit der Harfenistin Elisabeth Zeller, Peter Waldner am Cembalo und Dorian Keilhack am Klavier hatte Stefan Blunier in Frank Martins "Petite Symphonie Concertante" sich erstklassig integrierende Solisten.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Das ist, an zwei Klavieren, eine Redseligkeit und ein Singen, ein Miteinander, Gegeneinander und Verschränken, ein Zuhören und Einwerfen, Zurufen und Andeuten, Antworten und Schweigen, ein Aufeinanderzukommen und Auseinandergehen!
Peter Waldner hatte drei "Lieder ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy wahrhaft bewegend gespielt, bevor sich die Partner in Mendelssohns Duett op. 92 zu lyrischer Anmut und energischer Virtuosität fanden.
Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung
Peter Waldner ist ein begnadeter Organist und Cembalist - ein Musiker aus Passion und von Beruf. Der Mann ist so vielbeschäftigt und gefragt wie talentiert.
Veronika Smekal - Die Tirolerin
Pozzetto, entstanden nach einem Orgelkonzert von Peter Waldner am 8. Dezember 2007 in Governolo (I)
There is life up there.
Above the kapellmeister´s head, the organ pipes gleam arrayed like ranks of armed cherubim.
Between silver sides I get glimpses of wooden machinery the colour of cinnamon and, at times, a flutter so tiny, tiny.
Below, in a pool of lamplight, the Austrian plays away, coaxing spills of molten gold from under the baroque canopy to climb up, up to fill the dome in the finale.
And standing up to applause, he points to the organ like musicians do for one another.
For one another.
He knows too: there is life up there.
Chiara Prezzavento