CD-Rezensionen

Erfindungsreichtum auf Cembalo und Orgel - Tastenfreuden 7

Johann Sebastian Bachs Kompositionen für Clavier sind zeitlos überragend in ihrer Fantasie, Form, Kühnheit und Erfindung. Peter Waldner huldigt ihnen seit vielen Jahren und hat nun in seinem differenzierten, einfühlsamen Spiel den "Zweyten Theil der ClavierÜbung", der das Italienische Konzert und die Französische Ouverture auf dem Cembalo umfasst, auf CD eingespielt. Waldner ergänzte - gleichermassen versiert - den "Zweyten Theil der ClavierÜbung" mit Johann Sebastian Bachs Praeludium und Fuga in G-Dur BWV 541 und seinen Partite diverse sopra "Sey gegrüsset, Jesu gütig" BWV 768 an der Orgel der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf in Innsbruck.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Bemüht, gekonnt, einfach schön

Barocke Schönheit aus dem Musikmuseum

Franz Gratls CD-Reihe musikmuseum (Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum) ist um drei hörenswerte Veröffentlichungen reicher. Von Schönheit und Charme erfüllt ist die Musik des Francesco Antonio Bonporti (1672–1749), mit der hier bekannt gemacht wird. Der aus Trient stammende Komponist hatte in Innsbruck und Rom studiert und betrieb, wie Gratl im Booklet ausführt, „das Komponieren als ,Dilettant‘, aber mit internationalem Erfolg.“ Die auf der CD (Nr. 19) versammelten Motetten op. 3 sind die einzigen geistlichen Werke Bonportis und hier durch zwei Triosonaten ergänzt. Melanie Hirschs bezauberndes Soprantimbre und ihre Stilsicherheit lassen die Musik erblühen, ebenso das um Peter Waldner am Orgelpositiv gescharte Ensemble vita & anima. Ein Juwel.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Frische ClavierFrüchte

Qualitätvolle Tiroler CD-Einspielungen mit glanzvoller religiöser Renaissancemusik und barocken Köstlichkeiten.

Der Franziskanerpater Ingenuin Molitor (um 1610–1669) war ein großartiger Tiroler Orgelvirtuose und Komponist mit überregionalem Ruf, der sich einerseits der auch in der Musik geforderten franziskanischen Bescheidenheit unterwarf, die üppige Besetzungen und Verzierungen ausklammerte, andererseits aber das Figuralverbot doch umging. 1668 veröffentlichte er in dem Innsbrucker Verlag Michael Wagner 19 geistliche Gesänge (Motetten) und sechs Instrumentalcanzonen. Eine Auswahl daraus erschien nun als CD Nr. 15 im musikmuseum, besetzt mit zwei Sopranen, Bariton, zwei Violinen, Gambe, Theorbe und Orgelpositiv. Prachtvolle und doch zarte Musik auf der Höhe ihrer Zeit, die den noch jungen monodischen Stil berückend auslebt und innig im geistlichen Zusammenhang der Texte aufgehen lässt. Maria Erlachers klarer, lichter Sopran, der einen Jubelton gewinnen kann, Gerlinde Sämanns Wohlklang und Markus Flaigs profunder Bariton im Verein mit den Ensembles vita & anima und la dolcezza sowie Peter Waldners Orgelspiel machen diese Welt­ersteinspielung zur Kostbarkeit.

Mit Werkkenntnis und Phantasie widmete sich Waldner auch einem barocken Programm (CD im Eigenverlag Tastenfreuden), das die einmanualige Pirchner-Orgel der Innsbrucker Landhauskapelle präsentiert. Sie wurde 2010 erbaut, der historische obere Teil des Gehäuses stammt von der ehemaligen Orgel der Pfarre Kirchberg. Das Instrument ist individuell und abwechslungsreich gestaltet, zur Demonstration wählte Waldner der Disposition entsprechend Musik um 1700. Die Werke von Bach, Muffat, Fux, Pachelbel, Kuhnau und vielen anderen interpretiert er teils festlich, teils lyrisch, aber auch originell bis heiter.

Ebenfalls bei Waldners Tastenfreuden erschien eine erbauliche CD, die sprachliche und musikalische Virtuosität und Heiterkeit zur Kurzweil anbietet. Waldner wählte den satirischen Roman „Der musikalische Quacksalber“ von Johann Kuhnau (1660–1722) und die wunderbare Schauspielerin Katharina Brenner zur Rezitation daraus und setzte sich selbst ans Cembalo, um dazwischen Werke des universell tätigen Juristen, Musikers und Schriftstellers geistvoll zum Besten zu geben. Die leichtfüßige Musik stammt aus Kuhnaus Sammlungen „ClavierÜbungen“ und „Frische ClavierFrüchte“. Delikat!

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Hineingehört: "Die Orgel der Landhauskapelle in Innsbruck" - Tastenfreuden 5

Neue CD von Peter Waldner mit Orgelmusik des 17. & 18. Jahrhunderts.

Die CD-Einspielung mit Orgelmusik des 17. & 18. Jahrhunderts von Peter Waldner ist ein musikalisches Juwel, weil er auf der beeindruckenden Orgel der Landhauskapelle in Innsbruck einen wundervollen Querschnitt durch das barocke Orgelrepertoire mit musikalischer Dichte und spielerischer Schönheit, mit ausweitender und gleichzeitig nobel zurückgenommener Registrierung spielt. Neben der obligaten Kontemplation berührt die spirituelle Intimität, die sich in der phänomenalen Chaconne von Georg Muffat von 1690 mit beruhigender Dichte ausweitet. Neben Johann Joseph Fux, wo die höchsten Registertöne zierlich ins Tutti überleiten, und den feierlichen Variationen über den Choral "Werde munter, mein Gemüte" von Johann Pachelbel klingt Johann Kuhnaus Sonata in B-Dur einfältig wie beim langsamen Austreten aus dem Gotteshaus. Aber dann dreht es sich weiter mit Johann Caspar Ferdinand Fischer in eine besinnliche Chaconne, ehe das immens schöne Versgebet von Johann Krieger aufleuchtet, und dann kommt ein logisch "Liebster Jesu, wir sind hier" von Johann Sebastian Bach. Schönes gibt es aus der "Clavier-Übung" von Johann Ludwig Krebs zu hören, bis eine etüdenhafte Fantasia um 1800 von Joseph Alois Holzmann das wirklich sinnliche Album beschließt.

C. F. Pichler - Dolomiten

Seltene Register ziehen

Die Renaissance-Orgeln in der Hofkirche, der Silbernen Kapelle und auf der Churburg in Südtirol sorgen für wunderbare Klangmomente.

Innsbruck – Drei wunderbaren, weltweit einzigartigen Orgeln aus dem 16. Jahrhundert sind neue CD-Veröffentlichungen gewidmet, die diese weitgehend original erhaltenen Kostbarkeiten aus Nord- und Südtirol dokumentieren: die Ebert-Orgel in der Innsbrucker Hofkirche, von dort aus erreichbar die hölzerne Orgel in der Silbernen Kapelle und die Baldachin-Orgel auf der Churburg bei Schluderns in Südtirol.

Im Falle der Ebert-Orgel geht es vor allem um die erstmalige Präsentation der „Klagenfurter Orgeltabulatur“ aus der Zeit um 1560. Sie ist die älteste bekannte Handschrift in Buchstabennotation mit Werken von Ludwig Senfl, Josquin Desprez, Pierre de la Rue, Jean Mouton und anderen frühen Meistern. Sie verstaubte jahrhundertelang in den Archiven, jetzt sind die kostbaren Werke von dem österreichischen Organisten Manfred Novak herausgegeben und auf zwei CDs eingespielt worden (MDG/Gramola). Als ideales Instrument dafür wählte er die mitteltönig gestimmte Ebert-Orgel von 1561.

Viele Werke dieser fragmentarisch erhaltenen Sammlung von Mess-Sätzen, Chansons, Motetten u. a. sind in keiner anderen Quelle überliefert, darunter „Preambulum“, das einzige Orgelwerk von Ludwig Senfl, der am Innsbrucker Hof Maximilians I. tätig war. Mit dem einzigartigen Klang der Ebert-Orgel bringt Novak die Stücke prachtvoll zur Geltung, mit seinen Registrierungen verleiht er ihnen Leben. Von großem Nutzen für den Hörer dieser Doppel-CD ist nicht nur Novaks Einführung und die Orgelpräsentation durch Kustos Reinhard Jaud im Booklet, sondern auch die klingende Vorführung der einzelnen Register.

Peter Waldner stellt erstmals auf CD die natürlich ebenfalls mitteltönig (auf reinen Terzen beruhend) gestimmte Renaissanceorgel aus der Zeit um 1580 in der Silbernen Kapelle der Innsbrucker Hofburg dar. Mit ihren hölzernen Pfeifen gehört sie einem spezifisch italienischen Orgeltypus an und ist das weltweit einzige erhaltene Instrument dieser Gattung. Ihr weicher, gedeckter Klang ist von individueller Schönheit, Waldner beschreibt u. a. „die Leichtigkeit und Beweglichkeit des wunderbaren Flötenregisters“ und „die Gänsehaut erzeugende, sinnliche Schwebung der 'voce umana', die fein differenzierte, funkelnde Farbpalette der verschiedenen ,Ripieno‘-Register“ und summiert: „Die Orgel ist von einzigartigem Klangreiz.“

Für ihre erste CD-Präsentation interpretiert Waldner einfühlsam und präzise ein abwechslungsreiches, zeitlich und regional abgestimmtes Programm (Werke von Frescobaldi, G. Gabrieli, Pasquini, Hassler u. v. a.), das in vielen Registerkombinationen das Instrument umfassend dokumentiert (musikmuseum/Tiroler Landesmuseum).

Die mitteltönige Baldachin-Orgel auf der Churburg, mit der der Südtiroler Organist und Cembalist von Kindheit an vertraut ist und der er 1997 ein erstes Tondokument widmete, präsentiert Waldner nun erneut: die CD erscheint als erste Veröffentlichung seines Labels „Tastenfreuden“ im Eigenverlag. Das ungeniert kraftvoll und farbenfroh tönende Werk Michael Strobls von 1559 wird von ihm mit geistlicher und weltlicher Orgelmusik aus Renaissance und Frühbarock gefüttert und im aufwändigen Booklet liebevoll dargestellt.

Drei Orgeln, nahezu original klingende Zeugnisse aus der Renaissance und reich verziert. Aus der optischen Fülle drei Details: an der Ebert-Orgel ist der psalmodierende König David kniend dargestellt; das italienische Werk schmücken zwei barbusige Seejungfrauen und die Baldachin-Orgel zwei Nachtigallen als Symbole der Liebe.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Bachs Lautenclavier

ORF CD 3020. 2007

J. S. Bach’s so-called lute works have been firm favourites among not only lutenists but classical guitarists for many decades now. Finally, thanks to harpsichordist and organist Peter Waldner, we are able to hear these works on the Lautenclavier or lute-harpsichord, the instrument for which they were originally conceived. Essentially a shortened version of a harpsichord, the Lautenclavier or Lautenwerk took its string proportions from the bass lute. Although two of these instruments were found in Bach’s house at the time of his death, not a single lute-harpsichord survives. American instrument maker Keith Hill has obligingly constructed one, based on the information contained in Jacob Adlung’s Musica Mechanica Organoedi (1768). Perhaps it was Bach’s penchant for the intimate sonority of instruments like the clavichord that moved him to want to imitate the sound of the lute; perhaps he wrote this music with a view that is should also be performed by lutenists. Whatever the reasons for their composition, the works Bach left for the lute-harpsichord rank among his very best for keyboard. Included in this live recital are the Prelude, Fugue and Allegro, BWV998 and the three suites BWV997, BWV995 and BWV1006a. Waldner plays these works with a real sense of fantasy and, in the dance movements, uninhibited vitality. The fugues especially are clearly articulated, without a hint of dryness. Hill’s instrument, though perhaps more brilliant and resonant than that of a lute, is nevertheless highly engaging and sufficiently different from that of a harpsichord. The CD is accompanied by a DVD featuring interviews and concert footage.

William Yeoman - Goldberg Early Music Magazine

Mozart auf dem Clavichord

Wohlig dehnen sich die Saiten

Spieler eines Tastenininstruments sind vom Gegenstand ihrer Arbeit entfremdet. Bläst etwa ein Posaunist direkt in die Posaune, so muss sich der Tastenlöwe einer „Prothese“ bedienen. Zwischen dem elfenbeinbelegten Klötzchen, das er drückt, und dem Klangerzeuger (sei es Pfeife, sei es Saite) liegt allerhand Mechanik. Besonders ins Gewicht fällt das bei der Orgel, wo die Finger ein Gestänge in Bewegung setzen, das unter der Kirchendecke etwas zum Klingen bringt. Etwas besser ist es beim Klavier: Der Spieler bleibt Herr des Verfahrens, zumindest bis das Hämmerchen die Saite trifft; dann schnellt der Klöppel von allein zurück – regelrecht entkoppelt wird der Interpret. Und wer Cembalo spielt, kennt das wohlige Gefühl, wie sich eine Saite unter dem Druck der Finger dehnt, bis der Kiel sie zupft und erregt. Auch hier aber heißt es Abschied nehmen, wenn der Ton erklungen ist. Einzig das Clavichord darf unter den Tasteninstrumenten beanspruchen, den Musiker und seine Musik aufs engste miteinander zu verbandeln. Der Clavichordspieler bewegt Wippen, an deren Ende metallene Tangenten sitzen. Sie berühren die Saiten, deren Länge sie zugleich bestimmen. Während der Ton noch klingt, kann ein fingerfertiger Musikus die Tasten derart liebkosen, dass das hauchdünne Metall den Klang zu einem sanften Vibrato verführt. Ob man kräftig zulangt oder nicht, der Anschlag verändert Lautstärke und Sound; es säuselt, zirpt, schwebt, rumpelt, krakeelt nach Belieben, stets im Bereich zwischen sehr leise und noch nicht laut. Dies Instrument taugt deshalb für Konzertsäle nicht. So ist also in Vergessenheit geraten, welch bedeutende Rolle das Clavichord noch spielte bis zum Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Bach besaß eines dieser leicht zu transportierenden Übungsinstrumente, auch Mozart hatte eins: „Zauberflöte“ und „Titus“, auch noch sein Requiem soll er am Clavichord komponiert haben. Christopher Hogwood brachte im vorigen Jahr eine Platte heraus, auf der er einige selten gehörte Mozart-Stücke auf verschiedenen Clavichorden erklingen ließ. „The Secret Mozart“ hieß das Album: ein Stück Enthüllungsinterpretentum mithin. Geheim ist hier nichts, entgegnet nun Peter Waldner: Fast jedes Klavierstück Mozarts könne man auf dem verkannten Instrument gut zur Geltung bringen. Waldner tritt den Beweis an mit einer erstaunlichen CD: „Wolfgang Amadeus Mozart Sonaten und Variationen“ (Extraplatte 663, im Vertrieb von Sunny Moon) enthält die drei Sonaten KV 10, 311, 545 und die Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“. Wie Waldner in der a-Moll-Sonate die akkordische Begleitung des singenden Themas dynamisch in Bewegung hält, im D-Dur-Werk weit entfernte Klänge nebeneinanderstellt und das Rondo mit solchem Vorwitz gestaltet, dass die Töne nach einem zu schnappen scheinen, wie er aus manchen Basstönen mit beherztem Zugriff Schlagzeug-Statements macht und in der Moll-Variation von „Ah, vous dirai-je“ die Kantilene leidenschaftlich zum Vibrieren bringt – man muss es gehört haben. Wie dieser Spieler ins Instrument hineingreift, so schallt es auch heraus: Direktmusik vom Feinsten.

Michael Gassmann - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wunderbare Klanglesung aus dem Orgel-Büchlein

Eine der bedeutendsten Musiksammlungen des christlichen Kulturkreises, J.S. Bachs Orgel-Büchlein, führt Peter Waldner heute in Innsbruck auf. Seine berührende CD-Aufnahme liegt bereits vor... Vor allem Waldners differenziertes, ausdrucksstarkes, präzises Orgelspiel unterstreicht die liturgische Bedeutung von Bachs Orgel-Büchlein. Waldner stellt mit einfühlsamen Phrasierungen verblüffte Fragen über die himmlischen Zeichen und göttlichen Erscheinungen, er gibt mit seinem klaren Spiel in leuchtenden und strahlenden Registrierungen herzhafte Antworten. Er versinkt in behutsamem Anschlag in Trauer, findet passende Trostworte, lässt hoffnungsfroh die lichteren Harmonien aufkeimen und mit leisem Jubel innere Freude fliessen. Waldner sinnt nach und gibt den kompositorischen Verläufen inhaltlichen Sinn. Man hört ein musikalisches Staunen vor dem Wunderbaren. Waldner berührt auch das Unerklärliche, er sorgt für Spannung, wenn er unaufgelöste Akkorde deutlich absetzt und in der Stille der Pausen wirken lässt. Stilistisch befindet sich der Südtiroler Organist auf der Höhe gewissenhafter Bach-Pflege, geschult auch am Wissen von Lehrern wie Gustav Leonhardt oder Kees van Houten. Man hat Vertrauen in Waldners Spiel und damit in die Botschaft der Musik. Waldner folgt der Tradition, gottesdienstliche Orgelverrichtungen mit Präludien und konzertanten Stücken anzureichern. Perlend fliesst der breite Strom von Bachs Musik in Waldners Spiel, verinnerlicht ist das Lyrische.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

Pasticciopreis Oktober 2004 - Peter Waldners Porträt der Rittener Orgeln

Der monatlich in Ö1 verliehene CD-Preis geht im Oktober an den Organisten und Cembalisten Peter Waldner. Der Südtiroler hat den sakralen Konzertsälen und Orgeln des Ritten, einer Gegend bei Bozen, ein zweiteiliges CD-Porträt gewidmet.

Der Ritten in Südtirol, eine Gegend bei Bozen, kann mit unzähligen Konzertsälen aufwarten - in den verschiedensten Größen und selbst an den entlegensten Orten der ländlichen Einschicht: denn über dreißig Kirchen und Kapellen der Region wurden im Lauf der Jahrhunderte mit Orgeln ausgestattet.

Seit der Brenner die Überquerung der Alpen ohne größeren Aufwand ermöglicht und so eine Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa schuf, gewann der Ritten an Bedeutung. Schon um 1200 wurde dort eine Verpflegungsstation für Reisende eingerichtet, die später in eine Kommende, eine Niederlassung des Deutschen Ordens, umgewandelt wurde.

Acht Portraits

Der Südtiroler Organist und Cembalist Peter Waldner hat acht der sakralen Konzertsäle am Ritten und ihren Orgeln nun ein zweiteiliges CD-Porträt gewidmet.

Waldner spezialisierte sich auf die Interpretation an historischen Instrumenten und studierte bei internationalen Größen der Originalklangpraxis wie u. a. Gustav Leonhardt (Amsterdam) oder William Christie (Paris).

Für die beiden aktuellen CDs "Orgellandschaft Ritten" I & II - erschienen auf dem kleinen Wiener Label "Extraplatte" - machte sich Peter Waldner auf die Suche nach den interessantesten Orgeln der Gegend und der geeigneten Literatur dazu.

Seine Idee war es, Musik aus der Entstehungszeit der Instrumente zu präsentieren, dabei aber auch unbekannten Stücken zu einer Öffentlichkeit zu verhelfen. Faszinierend zu hören ist - auch für ungeübte OrgelmusikhörerInnen -, über welch selbstständige Charaktere die einzelnen Orgeln verfügen. Das Material, die Technik und natürlich der spezifische Raum geben dem Klang der Instrumente ihre unverwechselbare Aura.

Waldner legte Wert darauf, unterschiedliche Orgelbaukulturen vorzustellen: so sind neben der Süddeutschen auch die Nordtiroler sowie eine zeitgenössische Orgelbauweise vertreten. Von dem Außerferner Ignaz Franz Wörle (1719-1778), der sich in Bozen niederließ, stammen die Instrumente in den Kirchen Maria Himmelfahrt in Oberbozen und St. Peter in Siffian. Der Südtiroler Franz Reinisch (1801-1888) gilt als Orgelbauer der Kirchen Maria Saal (Lengmoos), St. Verena in Rotwand (Lengstein) und St. Peter (Wangen).

In den ausführlichen CD-Booklets werden die verwendeten Orgeln auch im Detail vorgestellt, inklusive einer Auflistung der Disposition, also der verfügbaren Register. Die Geschichte der Orgeln verrät viel über die Geschichte von Land und Leuten; etwa, dass im Ersten Weltkrieg ein Großteil der metallenen Prospektpfeifen als kriegswichtiges Material abgegeben werden musste.

Peter Waldner setzte sich für diese beiden CDs intensiv mit den Rittener Orgeln, ihrer Geschichte und ihrem spezifischen Klang auseinander. Er fand die jeweils passende Musik, darunter allseits bekannte Stücke wie etwa Hans Leo Hasslers "Danzen und Springen", aber auch Neuentdeckungen von Komponisten abseits des Repertoires wie Franz Xaver Murschhauser oder Georg Böhm.

Mit seinen CDs regt der Organist an, ihn auf eine musikalische Reise durch weitgehend unbekanntes Terrain zu begleiten, kleinere und größere Orgeln kennen zu lernen - und sie vielleicht auch einmal besuchen, die unzähligen Konzertsäle am Ritten.

CD-Tipp:
"Orgellandschaft Ritten" I & II. Peter Waldner - Orgeln. Extraplatte, EX 592-2

Helmut Jasbar - Homepage ORF Wien

Eine Königin auf der Vinschger Churburg

Einer ist mit der "alten Dame" schon lange auf du und du: der Organist Peter Waldner, stammt er doch aus dem benachbarten Mals... Und nun zaubert Peter Waldner herrlich frische, prägnante Klänge aus den 41 Tasten der Baldachin-Orgel auf der Churburg. Er stellt "live" vor, was die CD konserviert hat: Musik der Renaissance, sorgsam der Zeit und den Möglichkeiten des Instrumentes angepaßt. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, denn eine Fülle von Stilen und Formen macht den musikalischen Reichtum der Jahrzehnte um 1500 hörbar. Alles gerät atmend und beredt: Schätze Alter Musik, im Klang ihrer Epoche lebendig gemacht durch Kunst und Technik unserer Zeit.

Jutta Höpfel - Tiroler Tageszeitung

Musikalische Kleinodien

Wenn man im Ausland nach aktiven und kreativen Musikern aus Südtirol Ausschau hält, dann ist der Weg nicht weit zu Peter Waldner nach Innsbruck. Und wenn man einmal in die Welt des gebürtigen Malsers Einblick erhalten hat, dann weiss man: Es ist die Welt eines Vollblutmusikers. Sein Arbeitszimmer ist vollgestapelt mit Noten und Büchern, nicht nur zur Musik. Seit seinen Studien am Konservatorium und an der Universität der Stadt Innsbruck beschäftigt sich Peter Waldner mit historischer Aufführungspraxis. Vertieft hat er seine Ausbildung bei ersten Meistern ihres Faches, etwa Gustav Leonhardt in Amsterdam oder William Christie in Paris. Peter Waldner hat in den vergangenen Jahren mehrere CDs veröffentlicht, darunter wirkliche Kleinodien. Eine solche stellt die Einspielung von Werken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert an der einzigartigen Baldachinorgel der Vinschgauer Churburg dar. Die spätmittelalterliche Klangwelt weiß der Musiker Waldner souverän und mit viel Einfühlungsvermögen und immer auf der Suche nach dem Historisch-Authentischen zum Leben zu erwecken.

Ewald Kontschieder - Rezensionen Distel-Vereinigung

Chororgel im Stift Stams

Peter Waldner hat für eine CD des ORF Tirol an der Chororgel von Stams deren Qualitäten aufmerksam ausgespielt, ihre überraschend große Farbpalette ausgenützt und ihre Position als eine der bedeutendsten historischen Orgeln Österreichs verdeutlicht. Peter Waldner erhält heute in Stams den Jakob-Stainer-Preis für Interpretation Alter Musik.

Rainer Lepuschitz - Tiroler Tageszeitung

Chororgel im Stift Stams 1757

Eine Einspielung, die keine Wünsche offenlässt!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche

Ein "klingendes Einhorn"

Der Forscherdrang ist jenen Musikern eigen, die sich mit Alter Musik beschäftigen. Peter Waldner ist einer davon; er hat mit seiner CD-Einspielung von Johann Sebastian Bachs Werken für Lautenclavier für eine kleine Sensation gesorgt. Waldner ist bekannt für seine fundierte und seriöse Herangehensweise an Konzertprogramme und CD-Projekte. Zwischen den Zeilen zu lesen, die harmonischen Verbindungen zu entdecken, die richtige Spieltechnik zur Entfaltung der wahren Klangpracht anzuwenden, ist Aufgabe des Interpreten. Diesen Anforderungen wird Waldner mehr als gerecht.

Michael Fink - Dolomiten

Eine neue Klangwelt entdecken

Peter Waldner eröffnet mit seinem Spiel auf dem Clavichord ein völlig neues, faszinierendes Erleben von Mozarts Claviermusik. Er entführt gleichermassen auf höchst sensible wie virtuose Weise den Hörer in den authentischen Klang des 18. Jahrhunderts. Wie viele Zeugnisse belegen, forderte Mozart ein kantables Spiel. Das Clavichord ist für dieses Spiel wie kein anderes Instrument geeignet. Peter Waldner erfüllt diesen hohen Anspruch auf ideale Weise.

Linde Dietz Lippisch - Dolomiten

Bachs Lautenwerk auf CD

Waldners CD-Projekt gilt vor allem auch in Fachkreisen als herausragende Leistung.

Michael Fink - Der Vinschger

Bach und die Katharsis

Peter Waldner, Jahrgang 1966, ist ein smarter Bursche. Wenn er spricht, blitzen seine Augen. Und in der Konversation mit Nichttirolern transportiert er zudem dankenswerterweise lokalen Charme, ohne seine Zuhörer zu überfordern. Waldner, gefeierter Interpret auf Orgel und Cembalo, hat sehr viel zu erzählen... Im Brennpunkt seiner Leidenschaften, so bekennt der Musiker freimütig, stehen historische Tasteninstrumente, allen voran Orgel und Cembalo. Eine von Waldners interessantesten CD-Einspielungen sind die Bach´schen "Goldberg-Variationen", aufgenommen im Berliner Instrumentenmuseum, gespielt auf einem einzigartigen Cembalo, das Gottfried Silbermann, einem guten Bekannten von Bach, zugeschrieben und auf 1740 datiert wird. Das Ergebnis ist berauschend und entfaltet bei nahezu jedem erneuten Hören eine neue Facette.

Stefan Geszti - SIMs Kultur

Licht und Farbe

Auf seiner neuen CD spielt Waldner Bachs "Goldberg-Variationen" mit grosser Sensibilität am Silbermann-Cembalo. Er taucht ganz ein in diesen wunderbar klaren und kräftigen, einzelne Stimmlagen farbig deutlich absetzenden Silberklang: ein beredtes, kristallklares Musizieren voll Spannung, Licht und Farbe.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Baldachin-Orgel Churburg 1559

Eine wirklich grossartige Platte, die eine echte Bereicherung in der Sammlung des Musikliebhabers darstellt und auf die nicht nachdrücklich genug verwiesen werden kann!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche

Die Baldachin-Orgel auf der Churburg

Die größte Kostbarkeit in diesem Raum wird meist kaum beachtet: die Baldachin-Orgel, ein 450 Jahre altes Unikat, das heute noch immer bespielt werden kann. Erst kürzlich hat Peter Waldner aus Mals, der Organist der Pfarrei Mariahilf in Innsbruck, in der Burg eine erste CD aufgenommen. Michael Stauder, der künftige Kastellan der Churburg, assistierte ihm dabei an den noch händisch zu bedienenden Blasbälgen. Der Burgherr selbstironisch zur Tatsache, dass die uralte Tischorgel noch immer funktioniert: „Zum Glück waren die Trapp so unmusikalisch, dass die Orgel unbeachtet blieb...“ Dass das seltene Instrument und die gesamte Burganlage noch so gut erhalten sind, schreiben die Einheimischen zum einen dem trockenen Vinschger Klima zu, zum anderen aber vor allem der Tatsache, dass es die Geschichte gut gemeint hat mit der Burg und ihren Besitzern.

Manfred Stöger - Pressewoche

Mich haben neben den Wehrgängen und Räumen vor allem zwei Dinge nachhaltig beeindruckt: Der Büßermantel aus dem 16. Jahrhundert des Hausherren und eine Baldachin Orgel von 1559. Ritter Jakob VII Trapp hatte eine Pilgerfahrt gegen 1560 ins Heilige Land unternommen. Geblieben ist ein grauer Filzmantel. Darauf gestickt ein weißer Kreis und ein rotes Kreuz, das Zeichen der Kreuzritter. Sechs Monate war der edle Ritter unterwegs, um ins Heilige Land zu kommen. Ob er sein Seelenheil fand, ist nicht bekannt. Der Aufwand muss aber gewaltig gewesen sein, aus Südtirol ins Heilige Land zu pilgern. Welchen Kulturschock muss es für den Ritter Trapp gegeben haben?

Einen Wahnsinnsklang gibt die Baldachin Orgel aus dem Jahre 1559 von sich.1996 spielte Peter Waldner für den ORF eine sehr hörenswerte CD ein. Die CD gibt es im schlosseigenen Souvenirshop oder direkt beim ORF. Es ist eine nahezu vollständig erhaltene Kleinorgel aus dem 16. Jahrhundert, die weltweit einzigartig ist. Cooler Sound und wahre Klänge des Mittelalters, anders als das pseudo Mittelaltergeklimpere von Mittelalterbands der Neuzeit.

Matthias J. Lange - Redaktion 42

A volte la mia “compactoteca” (per dirla alla spagnola), frutto di acquisti occasionali o di scelte mirate, mi regala delle piacevolissime scoperte, come il CD oggetto di questa recensione.

A dire la verità non è merito della mia fortuna o delle mie letture; il CD mi è stato regalato e non credo sia facilmente reperibile in commercio, se non tramite la magica vetrina di internet.

Si tratta di una serie di brani eseguiti su un rarissimo organo da camera del 1559, anno della sua costruzione, restaurato circa 40 anni fa e conservato nel Castello Coira in Val Venosta (BZ).

E’ un organo “a baldacchino”, le cui canne sono racchiuse in un cassa di tale forma. L’aria viene fornita mediante due ampi mantici posti nella parte posteriore dell’organo. Stante quanto riportano nel booklet, si tratta di un esemplare rarissimo, se non unico. Solo per questo meriterebbe l’interesse di chi apprezza l’organo o gli strumenti antichi.

Ma il CD offre ulteriori spunti interessanti, essendo una piccola enciclopedia di brevi pezzi Rinascimentali e del primo Barocco europeo, per lo più sconosciuti alle orecchie dei più (gli unici nomi a me familiari tra i compositori citati sono Josquin Desprez e Andrea Gabrieli).

Per la maggior parte si tratta di intavolature da autori anonimi che, vi assicuro, suonati su tale strumento ottengono una nuova vita e un nuovo splendore.

E questo anche grazie al sapiente lavoro di Peter Waldner, definito come colui che “resuscita strumenti a tasti”, non a caso capace di combinare la propria raffinata tecnica con i singoli registri di questo splendido strumento, al fine di trasportare l’ascoltatore in epoche passate.

Grazie a questa magia, non mi stupisco di immaginare le danze a corte accompagnate da imponenti trombe rinascimentali in “Est-Il Conclu” o sorridere pensando alle acrobazie di un giullare accompagnato dal piffero in “Rocal Fusa” né tantomeno di scoprire l’originalità armonica e compositiva di un brano come “Upon La Mi Re” o di essere rapiti dalle variazioni per “Primer Registro Bajo”.

Sentendo alcuni di questi brani rinascimentali, diventa chiarissima la derivazione del basso continuo di epoca barocca.

Neanche a dirlo, aspettatevi di sentire Branduardi, così debitore nei confronti di questi piccoli ori riscoperti e tirati a lucido

Due parole solo sulla registrazione, davvero eccellente. Giustamente, si è molto vicini all’organo e se ne apprezzano tutte le sonorità e le “ruvidezze”. La stanza che lo contiene è raccolta, ma non influisce sull’intellegibilità dello strumento, che resta sempre ben definito in primo piano ma mai invasivo.

Cosa dire di più…mi riprometto di fare un giro nel ridente Trentino a scoprire questo piccolo tesoro. Vi saprò dire se mi colpirà quanto questo CD!

Peter Waldner, ORF, 1997, DDD

Neue Tastenfreuden

Peter Waldner gilt als profunder Kenner des reichhaltigen Repertoires für die Tasteninstrumente Cembalo, Orgel, Fortepiano und der entsprechenden historischen Aufführungspraxis. In seinem eigenen Musiklabel sind soeben zwei neue CDs erschienen.

Schon am frühen Morgen kommt er vom Unterricht - am Konservatorium und am Mozarteum in Innsbruck lehrt er Cembalo, Orgel und Generalbass.

Peter Waldner, der unter anderen bei Gustav Leonhardt und William Christie studierte, führt ein straff getaktetes Leben, sein Arbeitspensum ist bemerkenswert: Er ist Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in Innsbruck, künstlerischer Leiter der Konzertreihe für Alte Musik "AbendMusic - Lebensmusik" und Gründer des Ensembles für Alte Musik "vita & anima". Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier und Fortepiano sind seine Welt. Vor einiger Zeit gründete er ein eigenes Plattenlabel, in den turbulenten Zeiten des Musik-Marktes keine Selbstverständlichkeit. Diverse Unternehmen traten an Waldner heran und wurden abgewiesen, denn alle „wollen immer nur das Gängige und oft Gespielte“. Dem verweigert sich Waldner strikt, wie auch der Anpassung an bestehende Verlagsprogramme. Eine seiner Prämissen lautet, sich niemals an eine Plattenfirma zu verkaufen. Dann schon lieber selbst die (mühsame) Vermarktung in die Hand zu nehmen. Mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol stehen dem Tastenenthusiasten die nötigen Partner zur Seite.

So sind auch die beiden neuen CDs, die unter dem Serien-Titel „Tastenfreuden" soeben erschienen sind, über Waldner selbst zu beziehen. Tastenfreuden Nummer 3, eine Doppel-CD, ist bedeutenden Clavierwerken aus Franz Schuberts letzten Lebensjahren gewidmet. Die späte Claviermusik des Wiener Meisters wird von Waldner überraschend neu gelesen und interpretiert, ganz im Geist spätbarocker Rhetorik, Tonarten-Charakteristik, Figuren- und Affektenlehre sowie in ungleich schwebender historischer Stimmung. Tastenfreuden Nummer 4 stellt unter dem Motto "Bachs Mentoren" virtuose Tastenmusik von Johann Sebastian Bachs Lehrern und Vorbildern Georg Böhm, Dieterich Buxtehude und Jan Adam Reincken vor. Darauf erweckt Waldner barocke Meisterwerke des Tasten-Repertoires an einem zwei-manualigen Cembalo nach Ioannes Ruckers, einem Oktavspinett nach Samuel Bidermann und einem Muselar nach Andreas Ruckers dem Jüngeren zu prallem Leben, üppiger Vitalität und Sinnenfreude.

Die gute Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und dessen Konzert- und CD-Reihe "musik museum" bewirkt das Erscheinen einer weiteren CD von Peter Waldners Ensembles für Alte Musik "vita & anima". Sie ist Ingenuin Molitor gewidmet, einem erstklassigen, im 17. Jh. an der Franziskanerkirche in Bozen tätigen Komponisten. Die darauf zu hörenden Motetten & Canzonen gelten als Weltersteinspielung.

Ulla Fürlinger - Kultur Tirol

CD reviews

Sacred music of the 17th century in Tirol

[I] Leopold VON PLAWENN (c1620 - 1682): Sacrae Nymphae op. 4
Neue Innsbrucker Hofkapelle
Dir: Jörg-Andreas Bötticher
rec: July 24 & 25, 2010 (live), Stift Stams (Austria), Basilika
Institut für Musikforschung Innsbruck - Klingende Kostbarkeiten aus Tirol 75 (2 CDs) (© 2010) (1.40'10")
Liner-notes: E/D; lyrics - translation: D
Cover

Amo Christum; Amo te o vita; Anima Christi; Cantabo Domino; Da pacem Domine; Diligam te Deus meus; Ecce sacerdos magnus; Hic est vere Martyr; Laudetur sanctissimum sacramentum; O beati viri Benedicti; O Deus ego amo te; O Domine Jesu; O dulcissima virgo; O mater Dei; O nomen Jesu; Peccavi super numerum; Salve Regina; Sanctum Benedictum veneremur; Suspiro ad te Domine; Venite ad me

Source: Sacrae Nymphae duplicium aquarum in Dei, deiparae et divorum laudes, op. 4, 1679

Andrea Lauren Brown, Heike Heilmann, Gunta Smirnova, soprano; Beat Duddeck, Bernhard Landauer, alto; Georg Poplutz, Johannes Puchleitner, tenor; Ralf Ernst, Florian Kresser, bass Thomas Engel, Claudia Gerauer, recorder; Gebhard David, Frithjof Smith, cornett; Gerhard Schneider, Fritz Joast, Johannes Giesinger, sackbut; Christa Feuersinger, dulcian; Isabel Schau, Cosimo Stawiarski, violin; Barbara Leitherer, Jakob Rattinger, Armin Bereuter, viola da gamba; Alexandra Lechner, violone; Louis Capeille, harp; Daniele Caminiti, theorbo; Magdalena Malec, harpsichord; Jörg-Andreas Bötticher, organ

[II] "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser - Motets and canzonas by baroque composers from Tirol"

Sabine Neumann, contralto; Satoshi Mizukoshi, tenor; Peter Kooy, bass
vita & anima

Dir: Peter Waldner
rec: May 31, 2010 (live), Bozen (Austria), Franziskanerkirche; June 1, 2010 (live), Burgeis (Vinschgau, Austria), Benediktinerstift Marienberg (Klosterkirche)
Musikmuseum - CD 13005 (© 2010) (64'14")
Liner-notes: D; lyrics - translations: D
Cover & track-list

Ingenuin MOLITOR (c1610-1669): Canzona in d minor [4]; Canzona in g minor [4]; Canzona I [2]; Canzona II [2]; Canzona III [2]; Canzona IV [2]; Canzona V [2]; Canzona VI [2]; Leopold VON PLAWENN (c1620 - 1682): Ah sero te amavi [3]; Estote fortes in bello [3]; Homo Dei creatura [3]; Quemadmodum desiderat cervus [3]; Terra audi sermonem [3]; Johann STADLMAYR (1575?-1648): Ave regina coelorum [1]; Regina coeli [1]; Salve Regina [1]

Sources: [1] Johann Stadlmayr, Antiphonae vespertinae, 1636; [2] Ingenuin Molitor, Fasciculus musicalis, 1668; [3] Leopold von Plawenn, Sacrae Nymphae duplicium aquarum in Dei, deiparae et divorum laudes, op. 4, 1679; [4] Brixner Orgelbuch, ms., Tirol, late 17th C

Judith Steenbrink, Maite Larburu, violin; Arno Jochem, viola da gamba, violone; Andreas Arend, theorbo; Peter Waldner, organ

These two discs are devoted to composers who worked in the southern part of Germany and in Austria. Leopold von Plawenn is the central figure as he is represented on both discs. When I received them I had never heard of him. I am in good company because New Grove hasn't heard of him either. He is one of the many composers who have remained under the radar. Their activities were often restricted to a specific region, and it is often thanks to the research and performances of regional historians and musicians that their oeuvre is brought to light.

Leopold von Plawenn was born around 1620 in Innsbruck. His father Andreas served as Archduke Council to Innsbruck in 1633 under Claudia de' Medici who was regent of Tirol after the death of her husband, Archduke Leopold V, in 1632. Leopold was the composer's religous name; his exact identity is impossible to establish - it could be Andreas' second son Franz Ulrich or the youngest, Friedrich. He took his vows in the Benedictine Abbey Zwiefalten in Upper Swabia in 1647. It could be due to the tribulations of the Thirty Years War - during which the Swedish troops attacked the Abbey in that same year - that he took refuge in the Benedictine Abbey Marienberg in Austria. Here he met Alfons Stadlmayr, the son of Johann Stadlmayr who for many years was Kapellmeister at the Archduke's court in Innsbruck. A collection of Stadlmayr's music was present in Marienberg, and that may have made a great impression on Leopold von Plawenn. It is possible that he has also come into direct contact with Stadlmayr himself and the court chapel. But as there are many question marks in regard to his biography that is impossible to prove.

Four collections of music by Leopold have been printed between 1659 and 1679, all with the words Sacrae Nymphae in it. The fourth collection added "duplicium aquarum" (of two waters) to this title and was dedicated to Abbott Johann Martin Gleuz of Zwiefalten. "The title Sacrae Nymphae [...] explained itself as follows: in antiquity the goddess of a spring was called a nymph. The spring is animated through the life-giving and rejuvenating element of water, so it and its deity receive special reverence. This image of the nymph is transfered onto the Virgin Mary in Zwiefalten. The attribute of Two Waters refers to the geographic location of the monastery, which lies at the confluence of the Zwiefalten Aach (River) and the Kesselaach" (liner-notes).

The opus 4 includes sacred concertos for three to six vocal and instrumental voices with basso continuo. They are all written on Latin texts from various sources, both free poetry and biblical texts. Some reflect Roman Catholic mysticism and have a rather introverted character, like O Deus, ego amo te (O God, I love thee) and Amo te, o vita, o salus (I love thee, my life, my salvation). There are also exuberant concertos, such as Cantabo Domino and Hic est vere martyr ("Here is a true martyr who shed his blood for the name of Christ"). This character is emphasized by the use of cornetts in the performance of the Neue Innsbrucker Hofkapelle.

This is a freedom which the liner-notes claim to be in line with common practice at the time. I would like to see more specific proof for this statement. In addition to the two violins which are prescribed by Leopold von Plawenn the ensemble uses recorders, cornetts, dulcian and sackbuts. I wonder why the composer didn't indicate its use in his collection as these were quite common instruments at the time. We know from music written in southern Germany and Austria how many effects - even trumpet signals - could be suggested by violins alone. Maybe that was exactly what Leopold von Plawenn had in mind too. Not only the instrumental scoring is debatable. In some concertos three sopranos sing some passages unisono. I very much doubt that this was prescribed by the composer. Cantabo Domino is performed with two voices per part which seems to be at odds with the character of the concertos in this collection. This is definitely music for solo voices.

The second disc adheres to the scoring which Leopold von Plawenn indicates. The sacred concertos are performed with two violins and bc. It is a matter of good fortune that there are no duplications on these two discs, despite the fact that both ensembles have selected from the same source. The concertos on the disc of the ensemble vita & anima confirm Leopold von Plawenn's compositional qualities. Terra audi sermonem is a dialogue between God (bass) and the wicked people (alto, tenor). They sing simulteously in such a way that the words of the latter are a reaction to those of the former. Estote fortes is about the war against the devil and a kind of battaglia for bass, two violins and bc. Homo Dei creatura includes some passages with striking chromaticism.

This disc includes some pieces by Johann Stadlmayr, whose music Leopold might have become acquainted with through Stadlmayr's son Adolph. Moreover we hear instrumental pieces by Ingenuin Molitor, another composer who has no appearance in New Grove. He was born in Swabia, and worked for many years as organist in the Franciscan monastery of Bozen. Some of his organ works have been preserved in the so-called Brixner Orgelbuch, from which we hear two canzonas in the style we know from other South-German and Austrian composers such as Johann Caspar Kerll. In 1668 Molitor published a collection of 19 sacred concertos for one to three voices (two sopranos and bass) with two violins and bc, and six canzonas for one or two violins, violone and bc. The ensemble chose to concentrate on the latter and record the complete set of canzonas. Like the two organ pieces they belong stylistically to what was written in the German-Austrian violin school: the canzonas are divided into a number of contrasting sections, some of which are fugal.

It wouldn't be quite correct to say that I am pleasantly surprised by the quality of the repertoire. It rather confirms my conviction that we still only know the top of the iceberg and that much very fine music still escapes the attention of the music scene. The concertos by Leopold von Plawenn definitely deserve to be known and performed, and it is great that these two productions include 25 of his compositions. They show a close connection between text and music, with some eloquent text illustration. Various concertos have marked rhythms which are brought out quite well in the performances of both ensembles. The canzonas by Molitor are also very worthwhile, and I am quite curious about his vocal oeuvre. The singing and playing in both productions is outstanding, both in ensemble and individually.

These are rewarding productions which deserve the attention of any lover of 17th-century music.

Johan van Veen - Musica Dei donum (© 2013)

Lyrische und bewegende Tastenfreuden

Peter Waldner präsentiert auf drei CDs Musik aus der Spätrenaissance bis zur frühen Romantik.

Innsbruck – Peter Waldner überraschte sein Publikum vor einem Jahr mit einem Schubert-Abend, gespielt auf Robert A. Browns Kopie eines Wiener Hammerflügels von Jacob Bertsche (um 1815). Nun legt er ein Doppelalbum dazu vor, erweitert um die kopierte Klangwelt eines Rosen­berger-Hammerflügels (ca.1805) und weiterer Schubert-Werke. Tänzen, Impromptus (op. 90) und Klavierstücken stehen die Sonaten in G-Dur (D. 894) und B-Dur (D. 960 aus dem Todesjahr 1828) gegenüber.

Spätwerke, die Waldner in der speziellen Klangaura nicht im Rückblick, sondern innerhalb Schuberts Traditionen und Errungenschaften interpretiert. Das ergibt eine eigene – Schubert wohl ganz nahe – Poesie und Sanglichkeit, transparent, farbig und dynamisch, ungemein reich in den Möglichkeiten. Waldner nützt das alles differenziert und doch natürlich, mit zügigen Tempi, die wie der Hammerklavierton keine Sentimentalität, aber bewegende Lyrik kennen. Ein sehr schöner Schubert-Zugang.

Nach Mozart war das ein logischer Schritt Waldners, der wie die meisten Spezialisten Alter Musik auch die Gegenrichtung erprobt. Johann Sebastian Bach bleibt natürlich ein Schwerpunkt, erkennbar in Waldners neuer, repertoiremäßig und interpretatorisch wertvoller CD „Bachs Mentoren“. Souverän und erhellend nicht zuletzt durch die Klangräume verschiedener Instrumente (Cembalo, Oktavspinett, Muselar – das ist eine Art Virginal) wird verdeutlicht, wo Bach beeinflusst wurde: bei seinen älteren Zeitgenossen Dieterich Buxtehude, Jan Adam Reincken und Georg Böhm.

Ein Jahrhundert zurück, zu im 16. Jahrhundert geborenen Komponisten, geht Waldner auf der Suche nach der Liebe. Wurde reichlich fündig bei vitalen, vielgestaltigen Bearbeitungen, die auf Liebesliedern basieren. Meister wie Byrd, Hassler, Frescobaldi, Sweelinck u. a. spendeten die Emotion, Waldner greift sie auf mehreren Instrumenten in einer besonders direkten Klangsprache auf. Alle CDs sind in Peter Waldners Eigenlabel „Tastenfreuden“ erschienen.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Neue CD-Reihe für Alte Musik

Peter Waldner sorgt als Barock-Spezialist besonders außerhalb von Tirol für Furore.

Alte Musik ist seine Leidenschaft. Alte Musik ist sein Lebenselixier: Der künstlerische Leiter der Konzertreihe "Abendmusic-Lebensmusik" Peter Waldner gilt international als Koryphäe. Vor Monaten gründete er mit "Tastenfreuden" eine eigene CD-Reihe und sorgt auch damit für internationale Anerkennung. Weitere spannende Projekte sind bereits in Planung.

Die zwei neuesten Produktionen des Waldner´schen Labels "Franz Schubert Späte Clavierwerke" und "Bachs Mentoren" landeten auf Anhieb einen tollen Erfolg: Erst wenige Tage am Markt, kürte sie das Wiener Klassikradio "Stephansdom" zur "CD des Tages". Die Arbeit des Spezialisten für Alte Musik und historische Tasteninstrumente wird vor allem außerhalb Tirols geschätzt. Die eigene CD-Reihe gründete der Organist und Cembalist aus Gründen der Kontinuität: "Ich habe bisher immer mit unterschiedlichsten Labels gearbeitet. Ich wollte aber längerfristig Projekte gestalten - und so habe ich beschlossen, die Reihe "Tastenfreuden" zu gründen!"

Ein Jahr lang hat sich Peter Waldner mit Franz Schuberts späten Clavierwerken auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist phänomenal: Schubert wirkt auf einmal tänzerisch, hat eine nie geahnte Leichtigkeit und zeigt Esprit für Eleganz. Peter Waldner hat die Partituren genau studiert und die detaillierten Notizen ganz im Sinne Schuberts umgesetzt. Fachleute sprechen bereits davon, dass Peter Waldner mit dieser Einspielung Interpretationsgeschichte schreiben wird. Peter Waldner lässt die Kraft und Schönheit der Musik spüren. Und das ist für ihn auch die Antriebsfeder für weitere CD-Projekte, die in seiner Reihe erscheinen werden. Die Musikfreunde können sich auf Spannendes freuen.

Moni Brüggeler - Kronenzeitung

CD des Tages - Radio Stephansdom Wien

Rund und silbern sind viele CDs.
Aber nur die besten schaffen es zur CD des Tages.
Unserer klassischen Antwort auf die Hitparade.

Schubert: Späte Clavierwerke

Peter Waldner ist ein feinsinniger Schubert-Interpret. Mehr als ein Geheimtipp!

Radio Stephansdom - Wien

Tastenfreuden

Organist und Cembalist Peter Waldner hat sich auf Alte Musik und historische Aufführungspraxis spezialisiert. Nun legt er eine neue CD-Reihe mit dem verheißungsvollen Namen „Tastenfreuden“ auf. Demnächst erscheint die zweite CD.

Peter Waldner, künstlerischer Leiter der Konzertreihe „AbendMusic-Lebensmusik“, Gründer des Tiroler Ensembles für Alte Musik "vita & anima", Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf und Professor am Tiroler Landeskonservatorium sowie am Mozarteum in Innsbruck hat sich seit langem auf historische Tasteninstrumente und die entsprechende dazugehörige Aufführungspraxis spezialisiert. Unter dem klingenden Motto "Tastenfreuden" legt der vielseitige Künstler nun eine eigene kleine, feine CD-Reihe mit unterschiedlicher Tastenmusik auf. Diese wird auf historischen Instrumenten gespielt und unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis interpretiert.

Die erste CD der Reihe mit Musik der Spätrenaissance und des frühen Barocks wurde in Südtirol aufgenommen und Ende letzten Jahres präsentiert. Waldner gilt als einer der profundesten Kenner der einzigartigen Baldachinorgel auf der Churburg aus dem Jahre 1559. Das Instrument wurde von Orgelbauer Michael Strobl aus Ammergau im Auftrag von Jacob VII Trapp, von 1529 bis 1563 Herr auf der Churburg, erbaut und sollte ihm zur Verfügung stehen - zum Musizieren im familiären Kreis. Nur ausgewählten Musikern wird heute erlaubt die Orgel zu spielen. Peter Waldner darf es. Für die Cd suchte er 37 abwechslungsreiche, charakteristische Stücke von fünfzehn bekannten und anonymen Komponisten aus. Knapp achtzig Minuten lang kann man in das Lebensgefühl des 16. und frühen 17. Jahrhunderts eintauchen. Im beigelegten Booklet wird das ungewöhnliche Instrument detailreich beschrieben, Farbfotografien vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der erstaunlichen kunsthandwerklichen Qualität des Orgelpositivs von Weltruf.

Die zweite Tonscheibe ist in Arbeit und wird demnächst erscheinen. Sie kreist thematisch um die Liebe. Gerade die Musik ist prädestiniert dazu, über dieses Phänomen zu „räsonieren“, es adäquat darzustellen und hörbar zu machen. Das Programm der CD spürt der zeitlosen Thematik mittels eines reichhaltigen Repertoires an europäischer Tastenmusik der späten Renaissance sowie des frühen Barock nach und präsentiert Werke bedeutender Komponisten wie William Byrd, Hans Leo Hassler von Roseneck, Girolamo Frescobaldi, Samuel Scheidt oder Matthias Weckmann.

CD Nummer drei ist Franz Schuberts spätem Klavierwerk gewidmet. Die Aufnahmen wurden im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum realisiert. Auf zwei Kopien von Hammerflügeln des frühen 19. Jahrhunderts spielt Waldner Impromptus, Walzer, Sonaten und den heiteren Grazer Galopp des großen Romantikers.

Ulla Fürlinger - Magazin der Tirol Werbung

Baldachin-Orgel Churburg 1559

Una piccola enciclopedia di musica tardo Rinascimentale suonata su un piccolo organo da camera. Magnifico!

A volte la mia “compactoteca” (per dirla alla spagnola), frutto di acquisti occasionali o di scelte mirate, mi regala delle piacevolissime scoperte, come il CD oggetto di questa recensione.

A dire la verità non è merito della mia fortuna o delle mie letture; il CD mi è stato regalato e non credo sia facilmente reperibile in commercio, se non tramite la magica vetrina di internet.

Si tratta di una serie di brani eseguiti su un rarissimo organo da camera del 1559, anno della sua costruzione, restaurato circa 40 anni fa e conservato nel Castello Coira in Val Venosta (BZ).

E’ un organo “a baldacchino”, le cui canne sono racchiuse in un cassa di tale forma. L’aria viene fornita mediante due ampi mantici posti nella parte posteriore dell’organo. Stante quanto riportano nel booklet, si tratta di un esemplare rarissimo, se non unico. Solo per questo meriterebbe l’interesse di chi apprezza l’organo o gli strumenti antichi.

Ma il CD offre ulteriori spunti interessanti, essendo una piccola enciclopedia di brevi pezzi Rinascimentali e del primo Barocco europeo, per lo più sconosciuti alle orecchie dei più (gli unici nomi a me familiari tra i compositori citati sono Josquin Desprez e Andrea Gabrieli).

Per la maggior parte si tratta di intavolature da autori anonimi che, vi assicuro, suonati su tale strumento ottengono una nuova vita e un nuovo splendore.

E questo anche grazie al sapiente lavoro di Peter Waldner, definito come colui che “resuscita strumenti a tasti”, non a caso capace di combinare la propria raffinata tecnica con i singoli registri di questo splendido strumento, al fine di trasportare l’ascoltatore in epoche passate.

Grazie a questa magia, non mi stupisco di immaginare le danze a corte accompagnate da imponenti trombe rinascimentali in “Est-Il Conclu” o sorridere pensando alle acrobazie di un giullare accompagnato dal piffero in “Rocal Fusa” né tantomeno di scoprire l’originalità armonica e compositiva di un brano come “Upon La Mi Re” o di essere rapiti dalle variazioni per “Primer Registro Bajo”.

Sentendo alcuni di questi brani rinascimentali, diventa chiarissima la derivazione del basso continuo di epoca barocca.

Neanche a dirlo, aspettatevi di sentire Branduardi, così debitore nei confronti di questi piccoli ori riscoperti e tirati a lucido.

Due parole solo sulla registrazione, davvero eccellente. Giustamente, si è molto vicini all’organo e se ne apprezzano tutte le sonorità e le “ruvidezze”. La stanza che lo contiene è raccolta, ma non influisce sull’intellegibilità dello strumento, che resta sempre ben definito in primo piano ma mai invasivo.

Cosa dire di più…mi riprometto di fare un giro nel ridente Trentino a scoprire questo piccolo tesoro. Vi saprò dire se mi colpirà quanto questo CD!

Peter Waldner, ORF, 1997, DDD

Internet-Rezension - Friscio 76

Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser

CD-Neuheit mit Tirol-Bezug

Drei Barockkomponisten mit Tirol-Bezug vereint eine neue CD des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum unter dem Titel „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ (musikmuseum).

Da werden eingängige Motetten des um 1630 vermutlich in Innsbruck geborenen Leopold von Plawenn mühelos von der Kunst des berühmten Innsbrucker Hofkapellmeisters Johann Stadlmayr übertroffen, dessen Auswahl an kurzen Motetten ebenso repräsentiert wie berührt. Dritter im Bunde auf diesem Tonträger ist der Franziskaner Ingenuin Molitor, der sich als Organist in Bozen ganz zu Recht einen Namen machte. Die Schönheit seiner figurierten, aber auch kantablen Musik macht heute noch – oder wieder – Eindruck.

Das Ensemble "vita & anima" mit Peter Waldner am Orgelpositiv und die Solisten Sabine Neumann, Satoshi Mizukoshi und Peter Kooij musizieren - wie versprochen – animiert.

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Ein liebreiches Spektakelchen

Buch: Kombination aus Sprache, Bild und Musik

Wir betreten ein ausgesprochen helles Märchenland, und wir erleben eine wirkungsvolle Verschmelzung der Künste. Weitab von aufdringlicher Beflissenheit wird hier Kindern die Welt der Sprache, des Malens und der Musik nahe gebracht.

Das Bilderbuch „Die große Freude der kleinen Prinzessin“ ist gestaltet von Verena Wolf, der Vorleser auf der CD ist Wolfgang Hundegger und die Musik trägt Peter Waldner vor.

Die Musik, die Alte Musik, wird zur Triebfeder zum Glücklichsein.

Dabei liegt Musik auch auf dem Text und den Bildern. Die differenzierte Sprache, deren innere, sanft geerdete Unterlage das Verstehen und Spüren ist, lässt Herz und Verstand trefflich zusammen agieren, was höchst hilfreich ist für die Aufgabe, die sich die Prinzessin gestellt hat. Sie will das Rätsel um den Wald, der seinen Glanz verloren hat, lösen und sie möchte die Tiere, die es satt haben, mit verdorrtem Gras und ungenießbaren Beeren vorlieb zu nehmen, aufheitern. Durch die Musik bannt sie den bösen Zauber, mit Musik besänftigt sie gar das Herz des Drachen. Mittels deren Zauberkraft überwinden Prinzessin und Tiere unverzagt alle Hindernisse.

Nun erweisen sich die Nuancen in der Wahrnehmungen und die sprachlichen Variationen dazu als die große Stärke des Textes: Wenn etwa das Wohlgefühl des Igels aufblitzt, sobald er die Spinett-Musik hört, er die Augen schließt und das kuschelige, herbstliche Laub zum Darin-Schlafen spürt, er es riecht und rascheln hört, oder wenn fröhlich nicht einfach nur fröhlich ist, sondern sich einmal als Verzückung anfühlt, ein anderes Mal sich die Fröhlichkeit als Freudensprung kund tut. Oder wenn tanzen auch hüpfen, stampfen und Rad schlagen ist. So hebt die Sprache gänzlich unangestrengt Sinne und Sinnlichkeit hervor, eine leichtfüßige, selbstverständliche Sinnlichkeit. Sie wird gesteigert durch die Illustrationen, ebenfalls von Verena Wolf, und die Musik auf der beigelegten CD. Die Illustrationen, effektive, warmherzige Bilder, nehmen die Figuren ernst, die Sonnen- und die Schattenseiten ihrer Welt.

Ebenso schmiegt sich die Musik, durchwegs Alte Musik aus England und zum größten Teil dem „Fitzwilliam Virginal Book“ entnommen, an die Sprache, so dass auch durch sie der Charakter der Ereignisse zu Tage tritt, und der Klang der Interpretation den Klang der Erzählung trifft. Das Buchprojekt von Verena Wolf und Peter Waldner ist voll Lebendigkeit und Liebreiz.

Man kann sicher sein, dass die große Freude der kleinen Prinzessin auf das Publikum überschwappt.

Claudia Theiner - Dolomiten

Johann Sebastian Bach - Orgelmusik

Peter Waldner versteht es bestens, die klanglichen Vorzüge des Instruments zur Geltung zu bringen sowie die heutigen Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis einzubringen. So zeichnet sich seine Einspielung des "OrgelBüchleins" durch plastisches, durchsichtiges, musikantisches Spiel aus. Ein ungetrübter Hörgenuss!

Walter Sengstschmidt - Die singende Kirche

Ungeschönter Mozartklang

Peter Waldner spielt das Clavichord meisterhaft und erinnert auf seiner neuen CD (Wolfgang Amadeus Mozart Sonaten & Variationen) daran, wie Mozarts "Claviermusik" auf dem detailreichen Clavichord klingt, dessen mechanische Geräusche zum Klangbild gehören: lebhaft, wendig, auch rauh und witzig, sehr unmittelbar und sehr sprechend. "Mozarts Sonaten sind Psychogramme", sagt Waldner. "Ich möchte einen ungeschönten, ungewohnten Mozert zeigen."

Ursula Strohal - Tiroler Tageszeitung

Peter Waldner - Baldachin-Orgel Churburg 1559

A volte la mia “compactoteca” (per dirla alla spagnola), frutto di acquisti occasionali o di scelte mirate, mi regala delle piacevolissime scoperte, come il CD oggetto di questa recensione.

A dire la verità non è merito della mia fortuna o delle mie letture; il CD mi è stato regalato e non credo sia facilmente reperibile in commercio, se non tramite la magica vetrina di internet.

Si tratta di una serie di brani eseguiti su un rarissimo organo da camera del 1559, anno della sua costruzione, restaurato circa 40 anni fa e conservato nel Castello Coira in Val Venosta (BZ).

E’ un organo “a baldacchino”, le cui canne sono racchiuse in un cassa di tale forma. L’aria viene fornita mediante due ampi mantici posti nella parte posteriore dell’organo. Stante quanto riportano nel booklet, si tratta di un esemplare rarissimo, se non unico. Solo per questo meriterebbe l’interesse di chi apprezza l’organo o gli strumenti antichi. Ma il CD offre ulteriori spunti interessanti, essendo una piccola enciclopedia di brevi pezzi Rinascimentali e del primo Barocco europeo, per lo più sconosciuti alle orecchie dei più (gli unici nomi a me familiari tra i compositori citati sono Josquin Desprez e Andrea Gabrieli). Per la maggior parte si tratta di intavolature da autori anonimi che, vi assicuro, suonati su tale strumento ottengono una nuova vita e un nuovo splendore.

E questo anche grazie al sapiente lavoro di Peter Waldner, definito come colui che “resuscita strumenti a tasti”, non a caso capace di combinare la propria raffinata tecnica con i singoli registri di questo splendido strumento, al fine di trasportare l’ascoltatore in epoche passate.

Grazie a questa magia, non mi stupisco di immaginare le danze a corte accompagnate da imponenti trombe rinascimentali in “Est-Il Conclu” o sorridere pensando alle acrobazie di un giullare accompagnato dal piffero in “Rocal Fusa” né tantomeno di scoprire l’originalità armonica e compositiva di un brano come “Upon La Mi Re” o di essere rapiti dalle variazioni per “Primer Registro Bajo”.

Sentendo alcuni di questi brani rinascimentali, diventa chiarissima la derivazione del basso continuo di epoca barocca.

Neanche a dirlo, aspettatevi di sentire Branduardi, così debitore nei confronti di questi piccoli ori riscoperti e tirati a lucido.

Due parole solo sulla registrazione, davvero eccellente. Giustamente, si è molto vicini all’organo e se ne apprezzano tutte le sonorità e le “ruvidezze”. La stanza che lo contiene è raccolta, ma non influisce sull’intellegibilità dello strumento, che resta sempre ben definito in primo piano ma mai invasivo.

Cosa dire di più…mi riprometto di fare un giro nel ridente Trentino a scoprire questo piccolo tesoro. Vi saprò dire se mi colpirà quanto questo CD!

Peter Waldner, ORF, 1997, DDD

Neu auf dem Plattentisch: Baldachin-Orgel Churburg 1559

Peter Waldner ist auf Spurensuche nach den Geheimnissen dieser einmaligen Orgel gegangen. Waldner, ein Experte in der Erforschung historischer Instrumente und ein vielfach preisgekrönter Organist und Cembalist, dokumentiert auf einer neuen ORF-CD eindrucksvoll die Klangwelt dieses aussergewöhnlichen Instruments.

Barbara Fuchs - Dolomiten